Dein Hund soll sitzen, liegen oder stehen bleiben? Dafür kommt bei den meisten das Signal „Bleib“ zum Einsatz. Für uns Menschen ist das klar und scheint genau das Richtige auszudrücken: „Warte hier, bis es weitergehen kann!“
Besonders im Alltag ist es sehr hilfreich, wenn dein Hund auch mal etwas länger warten kann und nicht bei der erstbesten Gelegenheit auf und davon ist. Zum Beispiel, wenn ihr mit dem Auto unterwegs wart und er nicht sofort aussteigen soll, oder wenn du auf euren Spaziergängen seine Hinterlassenschaften aufsammeln möchtest, ohne überraschend einfach weitergezogen zu werden. Besonders die letzte Situation eignet sich gut, um das Bleiben mit deinem Hund zu üben, denn so lernt er: „Ich soll hier warten, auch wenn mein Mensch gerade abgelenkt ist.“ Das funktioniert allerdings nur, wenn deine Fellnase Übungen nicht eigenständig für beendet erklärt.
Wie du das vermeiden kannst und wie das Bleiben – ohne das Signal „Bleib“ – gelingen kann, zeige ich dir in diesem Beitrag.
Das Erfolgsrezept „Auflösesignal“
Jedes Kommando, das du deinem Hund gibst, solltest du auch wieder auflösen. Signale wie „Frei“ oder „Lauf“ zeigen deinem Hund, dass eine Übung beendet ist und er gehen darf. Dadurch benötigst du kein „Bleib“-Kommando extra zu geben, da der Auftrag für deinen Hund klar ist. Kein Auflösesignal bedeutet „Ich mach’ das weiter (bleibe), was mir vorher gesagt wurde“ – wie Sitzen oder Liegenbleiben. So ist es für deinen Hund viel klarer, wie lange er ein Kommando ausführen soll.
Das Auflösesignal macht es deinem Hund viel einfacher zu verstehen, was du von ihm möchtest. Es bedeutet immer: Die Übung ist vorbei und ich darf wieder losziehen!

Du hast eine Ahnung, was es sein könnte, aber genau weißt du es nicht und das macht das Lernen langsam. Genau so geht es deinem Hund. Er muss erst herausfinden, welches „Bleib“ du heute meinst, und wenn er falsch rät, wird er ausgeschimpft. Das ist nicht nur unfair, sondern auch schädlich für eure Bindung und die Lernbereitschaft.
Aber aufgepasst: Wie bei allen Übungen ist auch beim Bleiben und Auflösen Konsequenz gefragt. Konsequent zu sein bedeutet, dass du deinem Vierbeiner einen Rahmen gibst, der immer gilt und an dem er sich orientieren kann. Das gibt ihm Sicherheit und hilft ihm, zu verstehen, was du eigentlich von ihm möchtest. Ist der Ablauf einer Übung für ihn klar, kann er sich voll und ganz darauf konzentrieren und muss nicht erst die Spielregeln herausfinden.
Fazit: Bleiben im Alltag und Training
Dass dein Hund eine Übung nicht selbstständig beendet, ist besonders für den Alltag wichtig: Es steht Besuch vor der Tür, den dein Hund nicht gleich überschwänglich begrüßen soll? Du willst auf Spaziergängen warten, bis die Ablenkungen nachlassen, oder deinen Hund absetzen, damit du kurz etwas einkaufen kannst? All diesen Situationen kannst du mit deinem Hund stressfrei begegnen, wenn er deine Kommandos so lange befolgt, wie du es möchtest. Damit das funktioniert, solltest du auf das Kommando „Bleib“ verzichten und stattdessen ein Auflösesignal einführen. Es ist für deinen Hund viel leichter zu verstehen, weil er genau weiß, was es bedeutet. Er muss dann nicht mehr rätseln, wann eine Übung vorbei ist, sondern kann sich darauf verlassen, dass du das Ende bestimmst, besonders wenn du das Auflösesignal konsequent verwendest. Klappt das Bleiben im Alltag gut, könnt ihr es später auch problemlos in euer (Dummy-)Training integrieren. So bringt ein Auflösesignal mehr Sicherheit für euch beide und erleichtert euch nicht nur den Alltag, sondern auch eure Trainingseinheiten.
In dieser Podcastfolge finden Sie weitere Tipps zum Thema: Bleiben ohne „Bleib“.
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