VIER PFOTEN erklärt, wann Regen- oder Wintermantel für den Vierbeiner sinn­voll ist und was ein gutes Kleidungsstück ausmacht

Hamburg. Für man­chen Hund kann es in der kal­ten Jahreszeit sinn­voll sein, ihn beim Spaziergang mit einem Regenmantel oder einem wär­men­den Mantel aus­zu­stat­ten. Die glo­ba­le Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN erklärt, wann eine Jacke für das Tier unbe­dingt zum Einsatz kom­men soll­te und was einen guten Mantel ausmacht.

„In vie­len Fällen ist ein Hundemantel viel mehr als bloß ein modi­sches Accessoire. Besonders für Welpen, älte­re Hunde, kran­ke Tiere, Hunde ohne Unterwolle – etwa Pudel, Dobermann oder Magyar Vizsla – sowie kurz­bei­ni­ge Rassen – etwa Dackel, Malteser oder Französische Bulldoggen – ist ein Mantel viel­mehr ein not­wen­di­ger Schutz vor Nässe und Kälte. Ein spe­zi­el­ler Hundemantel schützt davor, dass Kälte durch nas­ses Fell ein­dringt und der Hund im schlimms­ten Fall eine Unterkühlung bekommt. Nasses, kal­tes Fell kann bei Hunden außer­dem zu Entzündungen der Atemwege füh­ren und in durch­näss­tem Fell kön­nen sich leicht Bakterien und Pilze ver­meh­ren, was wie­der­um zu Hautentzündungen füh­ren kann. Besonders bei aus­ge­dehn­ten Spaziergängen ist ein Hundemantel daher sehr sinn­voll“, sagt Dr. Sabrina Karl, Diplom-Biologin und Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN.

Der rich­ti­ge Sitz des Hundemantels ist wichtig
Regen- oder Wintermantel für den HundEntscheidet man sich für einen unge­füt­ter­ten Regenmantel oder einen wär­men­den Wintermantel, soll­ten bestimm­te Kriterien erfüllt sein. Besonders wich­tig: die rich­ti­ge Passform. „Schlecht sit­zen­de Regen- oder Winterbekleidung kann scheu­ern oder die Bewegungsfreiheit des Hundes ein­schrän­ken. Es emp­fiehlt sich, in einem Fachgeschäft ver­schie­de­ne Modelle direkt anzu­pro­bie­ren oder sei­nen Hund vor­her zu Hause sorg­fäl­tig aus­zu­mes­sen“, sagt Dr. Sabrina Karl. Für die rich­ti­ge Rückenlänge soll­te man vom Widerrist (höchs­ter Schulterpunkt) bis zum Rutenansatz mes­sen. Der Brustumfang wird ermit­telt, indem man das Maßband um den brei­tes­ten Bereich des Brustkorbes legt. „Je nach Felldichte und ‑län­ge soll­ten ein bis zwei Finger zwi­schen Maßband und Brustkorb pas­sen. Dasselbe gilt für den Umfang von Hals und Bauch Ihres Hundes“, erklärt die Expertin.

Wasserdicht und nicht bloß wasserabweisend
„Entscheiden Sie sich beim Regenmantel für ein Material, das was­ser­dicht und nicht nur was­ser­ab­wei­send ist“, emp­fiehlt die VIER PFOTEN Expertin. Wie was­ser­dicht das Material ist, lässt sich häu­fig durch die Angabe „Wassersäule“ (WS) able­sen: Je höher die Zahl, des­to was­ser­dich­ter das Material. „Ein WS-Wert von 10.000 Millimetern ist ein guter Richtwert und bie­tet zuver­läs­si­gen Schutz bei star­kem Regen oder bei län­ge­rem Wasserkontakt“, so Dr. Sabrina Karl. Je nach Temperatur oder Jahreszeit kann der Mantel zusätz­lich mit wär­men­dem Material gefüt­tert sein.

Bitte kei­ne Kapuze
„Wählen Sie kein Modell mit Kapuze. Dadurch wird die Bewegungs- und Kommunikationsmöglichkeit Ihres Hundes und even­tu­ell sein Sichtfeld beein­träch­tigt“, sagt die Expertin.

Ein reflek­tie­ren­der Mantel bie­tet zusätz­li­chen Schutz
Die kal­te Jahreszeit bedeu­tet auch, dass es frü­her dun­kel wird. Häufig fal­len Spaziergänge dadurch auch auf die dunk­le­ren Tagesstunden. Sinnvoll ist daher ein Mantelmodell mit hoher Sichtbarkeit: Reflektierende Nähte und Logos oder ein neon­far­be­ner Stoff bie­ten bei schlech­ten Lichtverhältnissen zusätz­li­che Sicherheit für den Hund.

Trainieren Sie die Anprobe schrittweise
„Möglicherweise müs­sen Sie Ihrem Hund meh­re­re Modelle anzie­hen, bis end­lich der pas­sen­de Mantel gefun­den ist. Trainieren Sie die Anprobe daher vor­her klein­schrit­tig und mit posi­ti­ver Verstärkung, damit die Suche nicht zu einer Geduldsprobe für Halter und Tier wird. Das Wichtigste: Zwingen Sie Ihren Hund nicht, soll­te er sich nicht so recht mit einem Mantel anfreun­den kön­nen, son­dern neh­men Sie sich aus­rei­chend Zeit für die Gewöhnung“, sagt Dr. Sabrina Karl.