Warum das Immunsystem des Hundes jetzt im Darm beginnt

Im Herbst ver­än­dert sich der Alltag vie­ler Hunde spür­bar. Kürzere Tage und Spaziergänge bei Nässe und Kälte brin­gen neue Belastungen für ihre Abwehrkräfte. Aus tier­ärzt­li­cher Sicht lohnt sich dabei ein Blick auf ein Organ, das vie­le Tierhalter zunächst nicht mit Infekten in Verbindung brin­gen: den Darm. Ein gro­ßer Teil der Immunzellen des Körpers ist mit der Darmschleimhaut asso­zi­iert. Tierarzt Thomas Backhaus von „Das Gesunde Tier“ erklärt, war­um ein sta­bi­les Mikrobiom gera­de jetzt eine Rolle spielt und wel­che Herbstfaktoren die Verdauung belas­ten kön­nen. Vorsorge beginnt laut dem Experten nicht erst, wenn der Hund bereits Symptome zeigt.

Tierarzt Thomas BackhausBerlin. Mit dem Herbst ver­än­dert sich für Hunde vie­les auf ein­mal und Tierhalter rich­ten den Blick dann oft auf das Offensichtliche: nas­ses Fell, kal­te Pfoten und die Frage, ob ihr Hund einen Mantel benö­tigt. Aus tier­ärzt­li­cher Sicht ent­schei­det sich die Widerstandskraft eines Tieres jedoch an ande­rer Stelle. „Ein gro­ßer Teil der Immunzellen steht mit der Darmschleimhaut in Verbindung. Der Darm bil­det außer­dem eine wich­ti­ge Barriere zwi­schen dem Körper und Stoffen aus der Umwelt“, erklärt Tierarzt Thomas Backhaus, Experte für inte­gra­ti­ve Tiermedizin. Das Darmmikrobiom – die Gemeinschaft der dort leben­den Mikroorganismen – steht in engem Austausch mit dem Immunsystem und beein­flusst unter ande­rem Barrierefunktion und Immunregulation. Der Herbst macht den Darm nicht plötz­lich wich­ti­ger, ver­än­dert aber die Belastungen. Eine sta­bi­le Darmbarriere und ein aus­ge­wo­ge­nes Mikrobiom kön­nen eine gute Grundlage dafür sein, dass das Immunsystem ange­mes­sen reagie­ren kann. Vor zu gro­ßen Erwartungen warnt der Tierarzt aller­dings: „Ein gesun­der Darm ist kein Schutzschild gegen jeden Infekt, aber er ist ein wich­ti­ger Teil eines gut funk­tio­nie­ren­den Immunsystems.“

Nässe, Futterwechsel, Medikamente:
Was das Mikrobiom im Herbst fordert

Welche Faktoren auf das Darmmikrobiom ein­wir­ken, ist inzwi­schen gut unter­sucht. Dazu zäh­len vor­wie­gend Fütterungswechsel, Medikamente – ins­be­son­de­re Antibiotika –, Erkrankungen, Stress sowie Veränderungen im Alltag. Auch ver­dor­be­nes oder hygie­nisch pro­ble­ma­ti­sches Futter kann eine Rolle spie­len. Im Herbst kom­men meh­re­re die­ser Punkte häu­fig zusam­men. Hinzu tre­ten Umweltfaktoren, die für die Jahreszeit typisch sind: Feuchtigkeit und orga­ni­sches Material begüns­ti­gen das Vorkommen von Schimmelpilzen, was vor­wie­gend bei emp­find­li­chen oder all­er­gi­schen Hunden Haut und Atemwege belas­ten kann. Saisonal ist das kein Zufall, denn Schimmelpilzsporen brei­ten sich im Freien haupt­säch­lich im Spätsommer und Herbst aus, beson­ders dann, wenn sich tro­cke­nes, win­di­ges Wetter mit Regenphasen abwech­selt. „Bei emp­find­li­chen Hunden lohnt es sich in der küh­len Jahreszeit beson­ders, auf Darmgesundheit, Fütterung und all­ge­mei­ne Widerstandskraft zu ach­ten“, ord­net der Tierarzt ein.

Diese Signale wer­den im Alltag oft übersehen
Hund im WaldEine geschwäch­te Widerstandskraft zeigt sich bei Hunden sel­ten als klas­si­sche Erkältung. Häufiger sind es unschein­ba­re Veränderungen, die sich über Wochen zie­hen: wie­der­keh­ren­de Haut- oder Ohrenprobleme, Juckreiz oder gerö­te­te Haut, häu­fig trä­nen­de oder gereiz­te Augen, wie­der­keh­ren­de Verdauungsbeschwerden, Veränderungen von Kotkonsistenz oder Appetit. Auch eine nach­las­sen­de Fellqualität, weni­ger Energie und Spielfreude oder eine unge­wöhn­lich lan­ge Erholungszeit nach Belastungen und Erkrankungen kön­nen Hinweise sein. Weil sol­che Beobachtungen im Alltag ein­zeln auf­tre­ten, wer­den sie oft getrennt von­ein­an­der behan­delt: Die Ohren wer­den gerei­nigt, das Futter wird gewech­selt, die Haut wird gepflegt. Entscheidend ist aus tier­ärzt­li­cher Sicht jedoch das Gesamtbild. Gleichzeitig mahnt Backhaus zur Vorsicht bei der Deutung: Symptome die­ser Art kön­nen sehr unter­schied­li­che Ursachen haben, etwa Allergien, Parasiten, Infektionen oder ande­re Erkrankungen. Ein zuver­läs­si­ger „Immunsystem-Test“ sind sie des­halb nicht. Besonders bei wie­der­keh­ren­den Beschwerden soll­te die Ursache tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den. „Widerstandskraft erkennt man nicht an einem ein­zel­nen Symptom. Entscheidend ist viel­mehr, ob Beschwerden immer wie­der­keh­ren oder ob ein Hund unge­wöhn­lich lan­ge braucht, um sich davon zu erho­len“, erklärt Backhaus.

Vorsorge heißt Stabilität – nicht stän­dig neue Maßnahmen
Die wich­tigs­te Grundlage ist aus Sicht des Tierarztes eine bedarfs­ge­rech­te, gut ver­träg­li­che und mög­lichst kon­stan­te Ernährung. Häufige und unnö­ti­ge Futterwechsel soll­ten gera­de bei emp­find­li­chen Hunden ver­mie­den wer­den. Ballaststoffe, etwa über ein spe­zi­ell abge­stimm­tes Futter oder gezielt als Ergänzung, zum Beispiel in Form von Akazienfaser-Pulver, kön­nen dem Darmmikrobiom als Substrat die­nen und eine nor­ma­le Darmfunktion unter­stüt­zen. Ebenso gehö­ren aus­rei­chend Bewegung, Erholung und Schlaf sowie ein mög­lichst gleich­blei­ben­der Tagesrhythmus zu einer guten Gesundheitsvorsorge, eben­so wie die Vermeidung unnö­ti­gen Stresses. Medikamente und che­mi­sche Mittel wie Wurmkuren oder Parasitenmittel soll­ten nach tier­ärzt­li­cher Indikation und ent­spre­chend der tat­säch­li­chen Dringlichkeit ein­ge­setzt wer­den, nicht nach Kalender. Bei Hunden mit wie­der­keh­ren­den Verdauungsproblemen rät Backhaus davon ab, auf eige­ne Faust ver­schie­de­ne Ergänzungsfuttermittel aus­zu­pro­bie­ren. Sinnvoller sei es, zunächst Fütterung und mög­li­che Ursachen struk­tu­riert zu betrach­ten, etwa im Rahmen einer Ernährungsberatung oder einer tier­me­di­zi­ni­schen Beratung. Auf die­ser Grundlage kön­ne dann auch eine geziel­te Unterstützung sinn­voll sein, bei­spiels­wei­se mit Probiotika oder einer Kur für den Darm.

Über das Unternehmen
„Das Gesunde Tier“ steht für ganz­heit­li­che Tiergesundheit mit Schwerpunkt auf Ernährung, Darmgesundheit und indi­vi­du­el­ler Beratung. Das Unternehmen bie­tet Futter, Ergänzungsfuttermittel, Pflegeprodukte, Test-Kits und digi­ta­le Beratungsangebote für Hunde und Katzen an. Grundlage ist das von Tierarzt Thomas Backhaus ent­wi­ckel­te 5‑E™ Gesundheitskonzept, das Tiergesundheit nicht iso­liert betrach­tet, son­dern Ernährung, Darm, Organzusammenhänge und indi­vi­du­el­le Bedürfnisse zusam­men­denkt. „Das Gesunde Tier“ greift dabei auf über 50 Jahre Tierarzt-Erfahrung, ein inter­dis­zi­pli­nä­res Expertenteam und eine eige­ne Tierarztpraxis zurück. Über DGT MEDICAL bie­tet das Unternehmen zudem indi­vi­du­el­le Online-Tierarzt- und Ernährungsberatung an. Die Produkte wer­den in Deutschland ent­wi­ckelt oder her­ge­stellt und rich­ten sich an Tierhalter, die Gesundheit, Fütterung und Alltag ihres Tieres ganz­heit­lich unter­stüt­zen möch­ten. Weitere Informationen unter www​.das​ge​sun​de​tier​.de.

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