24. April 2018

Hund im Backofen – Mehrere Hunde sterben in der Hitze des Autos

Sulzbach/Ts. Kaum ist es warm, häufen sich die Meldungen von Hunden, die entweder gerade noch gerettet werden konnten oder in aufgeheizten Autos gestorben sind. Noch immer wird unterschätzt, wie schnell Fahrzeuge für Hunde zur lebensbedrohlichen Falle werden können. Die Tierschutzorganisation TASSO, die Europas größtes Haustierregister betreibt, hat es sich mit ihrer Aktion „Hund im Backofen“ zur Aufgabe gemacht, für breite Aufklärung zu sorgen.

Traurige Bilanz
Autos können bei Hitze für Hunde schnell zur lebensbedrohlichen Falle werdenDrei Hunde sind am Freitag, 20. April, in Hamm gestorben, weil ihr Halter sie bei sommerlichen Temperaturen in einem Kleintransporter zurückgelassen hatte. Auch die hinzugerufene Tierrettung Rhein-Neckar konnte das Leben der Tiere nicht mehr retten. Glück hatte hingegen ein Hund, der in Andernach auf einem Krankenhausparkplatz zurückgelassen wurde, ihn befreite die Polizei noch rechtzeitig. Rettung aus dem backofenheißen Auto gab es auch für einen weiteren Hund aus Andernach, der auf einem Supermarktparkplatz warten musste, einen Vierbeiner in Mühlheim-Kärlich, einen Mischling, dessen Halter ihn an der Düsseldorfer Königsallee im Auto ließen, sowie für einen Hund, der in Bielefeld im heißen Fahrzeug auf einem Parkdeck ausharren musste. Das ist die traurige Bilanz des ersten sommerlichen Wochenendes in Deutschland.

Die Dunkelziffer der Tiere, die in den vergangenen heißen Tagen im Auto leiden mussten, dürfte deutlich höher sein. Denn noch immer ist vielen Menschen nicht bewusst, was sie ihren vierbeinigen Begleitern antun, wenn Sie sie im Auto zurücklassen. „Schon wenige Minuten reichen, um ein Auto in einen unerträglich heißen Backofen zu verwandeln“, erklärt TASSO-Leiter Philip McCreight. Diese Gefahr beginnt nicht etwa erst, wenn es wirklich heiß wird, sondern viel früher. Schon ab 20 Grad kann sich das Auto in eine tödliche Falle verwandeln. Auch wenn der Himmel etwas bedeckt ist, bedeutet das keine Sicherheit. „Dieses Jahr ist bereits Anfang März ein Hund gestorben, weil seine Halterin ihn bei etwa 20 Grad im Wagen ließ, während sie sich im Schwimmbad vergnügte“, unterstreicht Philip McCreight die Gefahr. Auch in den kommenden Tagen ist also Vorsicht geboten. Der Vierbeiner sollte daher unbedingt zu Hause bleiben, wenn beispielsweise der Einkauf, ein Ausflug ins Schwimmbad oder ein Arztbesuch ansteht.

Warum ist die Gefahr so groß?
Wird es heiß, schwitzen wir Menschen. Unser Körper reguliert so seine Temperatur. Hunden ist dies nicht möglich. Ihnen bleibt nur das Hecheln, wobei sie viel Wasser verlieren. Überhitzen sie zu stark, droht ein Kreislaufkollaps und damit auch der Tod.

Wer an einem warmen Tag einen Hund im Auto sieht und eine Notsituation für das Tier erkennt, sollte sofort versuchen, den Halter ausfindig zu machen und anderenfalls die Polizei informieren. Weitere Tipps für den Ernstfall hat TASSO hier zusammengefasst: www.tasso.net/hund-im-backofen.

© TASSO e.V.

Veröffentlicht in: Aktuell

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