Nur das Beste natürlich! Aber was ist das Beste?
– von Ernährungsberaterin Tanja Schneewind
Alpen. In der Hundemahlzeit sollte viel Fleisch sein, ein wenig Gemüse, Ballaststoffe für die Verdauung, Öl für das Fell und alle Mineralien und Vitamine, die ein gesunder Hund benötigt. All das findet man in den Hundefuttern in den Regalen. Oder?
Deklarationen lesen will gelernt sein.
Wer wissen möchte, was sich wirklich im Futternapf befindet, der kommt nicht umhin, sich mit den Deklarationen zu befassen. Auf dem jeweiligen Etikett müssen alle Bestandteile aufgeführt sein, die unter die Deklarationspflicht fallen (EU-Verordnung (EG) Nr. 767/2009) – bedeutet auch, dass es ebenfalls andere Bestandteile gibt, dazu später mehr.

Der feine Unterschied
Ein weiterer Punkt, der überwiegend den Trockenfutterbereich betrifft, ist der Begriff des Fleisches. Es besteht ein großer Unterschied zwischen etwa Geflügelfleischmehl und Geflügelmehl oder Geflügelprotein. Fleischmehl bedeutet getrocknetes und gemahlenes Fleisch – bei Geflügelmehl oder Geflügelprotein fehlt das Wort „Fleisch“ – weil hier alle Teile des Tieres Verwendung finden. Und auch allein das Wort „Geflügel“ lässt einiges offen. Handelt es sich um Huhn? Oder Ente? Oder Pute oder Gans oder eine Mischung aus allen? Für Hunde mit Futtermittel-Unverträglichkeiten wäre dies eine sehr wichtige Information.
Auch bei der Proteinzuordnung ist Aufmerksamkeit geboten: ein Futter, bei dem aufgrund der Aufmachung und der Bezeichnung die Assoziation auf ein bestimmtes Protein entsteht, zum Beispiel Huhn, ist nicht zwingend ein sogenanntes Monoprotein – also ausschließlich Huhn. Um ein Futtermittel „Huhn“ nennen zu dürfen, müssen gerade mal 4 Prozent Huhn tatsächlich im Futter vorhanden sein.
Und was ist sonst noch drin?

Ebenfalls unter den Begriff „Zusatzstoffe“ fallen Aromastoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren und Ähnliches. Oft erfolgen diese nicht mit der spezifischen Bezeichnung, sondern anhand der sogenannten E‑Nummern. Zum Beispiel verbirgt sich hinter E407 der meist als Geliermittel eingesetzte Stoff Carrageen und hinter E460 die mikrokristalline Cellulose.
Und was muss nicht deklariert werden?
Es müssen alle zugesetzten Futtermittelzusatzstoffe deklariert und gekennzeichnet sein, wenn sie mit Höchstgehalten (also oberen Grenzwerten) für die jeweilige Tierart zugelassen wurden. Daraus kann man – leider – schlussfolgern: Sind keine Höchstwerte festgelegt, muss auch nichts ausgewiesen werden.
Trockenfutter vs. Nassfutter
Pragmatischer für den Tierhalter ist das Trockenfutter – leicht zu lagern, leicht zu füttern (auch im Sommer), gut portionier- und transportierbar. Andererseits hat es sehr viele Kohlenhydrate, denn nur damit können die Brackets in Form gehalten werden. Das Nassfutter kommt hier nicht immer mit, hat aber den unschlagbaren Vorteil, auf übermäßige Kohlenhydrate und ähnliche Zusatzstoffe verzichten zu können.
Fazit
Anhand der Deklaration kann die Qualität des Futters gut abgeschätzt werden. Je genauer die Angaben, desto sicherer kann von einer hochwertigen Auswahl der Rohstoffe und einer schonenden Verarbeitung ausgegangen werden. Je weniger prozentuale Angaben und je länger die Zutatenliste, desto minderwertiger sind die Ausgangsprodukte und/oder die Verarbeitung.
Wenn man wissen möchte, was wirklich im Futternapf des Hundes landet, kommt man nicht um das Lesen der Deklaration umhin. Ein ausgebildeter Hunde-Ernährungsberater kann hier Hilfestellung geben und bei der richtigen Ernährung des individuellen Tieres hilfreich zur Seite stehen.
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