ARAG-Experten erläutern Gerichtsurteile rund um den Hund
Streit um Zwergspitz ‚Bella‘:
Ausgeliehener Hund darf in neuem Zuhause bleiben
Durch eine Risikoschwangerschaft war die Halterin des Zwergspitz ‚Bella‘ nicht mehr in der Lage, sich um ihr Tier zu kümmern. Eine enge Freundin erklärte sich bereit, den Hund zunächst probeweise bei sich aufzunehmen. ‚Bella‘ zog daraufhin um – mitsamt Hunde- und Impfpass. Nur die Zuchtpapiere behielt die schwangere Frau vorsorglich zurück. Aus der Probezeit wurden am Ende zwei Jahre, in denen die beiden Frauen immer weniger Kontakt hielten. In dieser Zeit meldete die Freundin den Hund auf sich um, zahlte Hundesteuer und kam für sämtliche laufenden Kosten auf. Als die ursprüngliche Halterin ihren Hund zurückforderte, wollte die zwischenzeitliche Halterin den Hund jedoch nicht mehr hergeben. Der Fall landete vor Gericht. Die Richter entschieden laut ARAG-Experten, dass Zwergspitz ‚Bella‘ nach der zweijährigen umfassenden Fürsorge im zweiten Zuhause bleiben durfte (Oberlandesgericht Hamm, Az.: 6 S 117/25).
Ruhestörung:
Dürfen Hunde auf dem Land länger bellen?
Hundegebell kann zur Zerreißprobe für jede gute Nachbarschaft werden. Und regelmäßig beschäftigen sich Gerichte mit diesem Thema. Klar ist: Ein Hund kann nicht lautlosgestellt werden, wie ein Telefon. Dennoch müssen Halter ihr Tier so erziehen, dass es nicht rund um die Uhr bellt. Vor allem in Mietshäusern müssen sich die Vierbeiner auch an Ruhezeiten halten. Die ARAG-Experten weisen jedoch darauf hin, dass es in ländlicher Umgebung anders aussehen kann. Lebt der Hund in einer dörflich geprägten Randlage, müssen Nachbarn unter Umständen das Hundegebell auch nachts und an Sonn- und Feiertagen dulden. In einem konkreten Fall wehrte sich eine Halterin von drei Herdenschutzhunden, die sie als Wachhunde im Freien hielt, erfolgreich gegen die Beschwerden ihrer Nachbarn. Diese verlangten die Einhaltung der Ruhezeiten von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 13 und 16 Uhr. In dieser Zeit wollte sie keinen Laut der drei Nachbarhunde hören. Doch die Richter hatten ein Herz für Tiere und entschieden: Ein kurzzeitiges, gelegentliches und vereinzeltes Anschlagen der Wachhunde in dieser dörflich geprägten Lage sei ortsüblich und daher hinzunehmen (Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Az.: 1 M 495/21).
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