Monitoring von VIER PFOTEN zeigt: Bayern ist Hotspot, klei­ne Rassen sind beson­ders beliebt.

Hamburg. Die glo­ba­le Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN konn­te von Januar bis Ende Juni ins­ge­samt 333 ille­gal gehan­del­te Tiere in 50 Fällen ver­mer­ken – dar­un­ter 302 Hunde und 31 Katzen. Fast die Hälfte der Fälle wur­de in Bayern ent­deckt. Acht Welpen über­leb­ten die Strapazen trotz tier­ärzt­li­cher Behandlung nicht.

Die meis­ten Fälle wur­den wie auch im ers­ten Quartal des Jahres in Bayern fest­ge­stellt: 23 Fälle (46 Prozent) mit ins­ge­samt 148 Tieren (44 Prozent). Die Zahlen zei­gen, dass der ille­ga­le Welpenhandel auch im ers­ten Halbjahr 2026 auf hohem Niveau fortbesteht.

„Auch im ers­ten Halbjahr die­ses Jahres geht der Schrecken wei­ter: Bereits jetzt konn­ten 333 ille­gal gehan­del­te Hunde und Katzen in Deutschland auf­ge­grif­fen wer­den. Besonders tra­gisch ist, dass acht Welpen trotz inten­si­ver tier­ärzt­li­cher Versorgung gestor­ben sind: ein erschüt­tern­der Beleg für die bru­ta­len Bedingungen im ille­ga­len Welpenhandel. Dabei han­delt es sich fast immer um Zufallsfunde durch Behörden – die hier abge­bil­de­te Zahl ist also nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Saskia Dauter, Expertin für ille­ga­len Welpenhandel bei VIER PFOTEN.

Weiterhin beson­ders beliebt: klei­ne Rassen
Illegaler WelpenhandelBesonders gefragt sind wei­ter­hin klei­ne Hunderassen. Vor allem Dackel ste­chen her­vor: Sie machen knapp 20 Prozent der Fälle (neun Fälle) und fast ein Drittel der beschlag­nahm­ten Hunde (85 Tiere, 28 Prozent) aus. Auffällig ist, dass vie­le der Tiere in soge­nann­ten Trendfarben wie Merle und Dilute gezüch­tet wur­den. Daneben blei­ben auch Rassen wie Französische Bulldoggen, Malteser, Pudel sowie Pudelmixe im Fokus des ille­ga­len Handels. Diese aktu­ell gefrag­ten Tiere wer­den online häu­fig zu ähn­li­chen Preisen ange­bo­ten wie bei Züchtern.

Illegal gehan­del­te Welpen sind oft schwer krank: Viele lei­den unter Parasiten wie Würmern oder Giardien, die star­ken Durchfall ver­ur­sa­chen, oder sind mit dem Parvovirus infi­ziert. Eine Parvovirose führt zu blu­ti­gem Durchfall und Erbrechen und ver­läuft bei Welpen oft töd­lich – selbst bei inten­si­ver Behandlung. Außerdem ist das Immunsystem der Welpen durch die häu­fig viel zu frü­he Trennung von der Mutter meist dau­er­haft geschwächt.

Meldungen wei­ter­hin über­wie­gend online
Über das VIER PFOTEN-Meldetool gin­gen im ers­ten Halbjahr ins­ge­samt 83 Meldungen ein. Der Großteil davon (62 Meldungen bzw. 72 Prozent) betraf den Online-Handel. Weitere 15 Meldungen (17 Prozent) kamen aus sons­ti­gen Quellen und 9 Meldungen (11 Prozent) stan­den im Zusammenhang mit Züchtern. Diese Zahlen ver­deut­li­chen erneut die zen­tra­le Rolle des Internets als Vertriebskanal für ille­gal gehan­del­te Tiere.

Forderungen an die Bundesregierung
VIER PFOTEN for­dert von der Bundesregierung wei­ter­hin, ent­schlos­sen gegen den ille­ga­len Welpenhandel vor­zu­ge­hen: „In die­sem Jahr wur­de auf EU-Ebene eine Verordnung ver­ab­schie­det, die den Online-Handel regu­lie­ren und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen ein­füh­ren soll. Wir erwar­ten von der Bundesregierung unter ande­rem, dass sie bei der Umsetzung sicher­stellt, dass die Daten der Halter im Heimtierregister über­prüft und nur Anzeigen ver­öf­fent­licht wer­den, bei denen die Registrierung veri­fi­ziert wur­de“, sagt Saskia Dauter von VIER PFOTEN.

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