Tierschutzbund ver­ur­teilt Tierversuche

Bonn. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Rheinland-Pfalz sind erschüt­tert über die Berichte von 270 Beagle-Hunden aus den USA, die offen­bar für Tierversuche vor­ge­se­hen sind. Die Tiere lan­de­ten am Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz. Die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz doku­men­tier­te die Ankunft der Tiere, wie aktu­ell der „Trierische Volksfreund“ berichtet.

„Diese Hunde sind kei­ne Messinstrumente, son­dern Lebewesen mit Gefühlen. Das Wissen, dass die Tiere über Monate oder Jahre uner­mess­li­ches Leid erfah­ren wer­den, ist uner­träg­lich“, erklärt Anna Lena-Busch, Vorsitzende beim Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes.

Zukunft ohne Tierversuche: Gesellschaft muss umdenken
BeagleZu den fast zwei Millionen Tieren, die in Deutschland pro Jahr in Tierversuchen ver­wen­det wer­den, zäh­len auch 2.220 Hunde, die oft wie­der­holt ein­ge­setzt wer­den. Beagle wer­den auf­grund ihrer ruhi­gen und freund­li­chen Natur beson­ders häu­fig ver­wen­det. Die typi­schen Versuchsbereiche mit Hunden rei­chen von der Forschung zu Herz-Kreislauf‑, Krebs- und Infektionskrankheiten des Menschen sowie Störungen des mensch­li­chen Nervensystems bis zu Arzneimittelforschung und ‑ent­wick­lung und Giftigkeitsprüfungen, bei­spiels­wei­se von Pflanzenschutzmitteln.

„Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft unser Verhältnis zu Tieren grund­le­gend über­den­ken. Niemand soll­te län­ger hin­neh­men, dass Tiere für wis­sen­schaft­li­che Zwecke lei­den und ster­ben müs­sen, wenn es längst fort­schritt­li­che, tier­ver­suchs­freie Alternativen gibt“, sagt Kristina Wagner, Leiterin des Referats für tier­ver­suchs­freie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund. Daher for­dert der Deutsche Tierschutzbund einen Ausstieg aus Tierversuchen und einen Wandel hin zu einer tier­ver­suchs­frei­en Wissenschaft. Unter ande­rem ist dafür drin­gend eine ver­stärk­te Förderung von tier­ver­suchs­frei­en Test- und Forschungsmethoden nötig. Diese Methoden wer­den von vorn­her­ein dafür ent­wi­ckelt, spe­zi­fi­sche Fragestellungen prä­zi­se beant­wor­ten zu kön­nen. Der „Umweg“ über eine ande­re Spezies wird aus­ge­las­sen, statt­des­sen wird mit­tels hoch­mo­der­ner Verfahren unmit­tel­bar mit Blick auf den mensch­li­chen Patienten geforscht.

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