16. Juli 2018

Krimineller Welpenhandel auf eBay Kleinanzeigen floriert

VIER PFOTEN und Bundestagsabgeordneter Kai Wegner fordern die Verifizierungspflicht für Verkäufer und gesetzliche Regelungen zum Onlinehandel

Krimineller Welpenhandel auf eBay Kleinanzeigen floriert (Foto: © VIER PFOTEN, Hristo Vladev)Hamburg. Das Geschäft mit Hundewelpen im Internet boomt: Mit schätzungsweise über einer Million angebotener Hunde pro Jahr ist eBay Kleinanzeigen einer der größten Umschlagplätze für den Tierhandel in Deutschland. Die Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN zeigt in einer nun veröffentlichten Untersuchung, dass der Gesamtverkaufswert hochgerechnet bei über einer Milliarde Euro pro Jahr liegt – basierend auf dem Durchschnittspreis der Trendhunderassen Mops, Chihuahua und Labrador. Neben verantwortungsvollen Nutzern verkaufen auch kriminelle Händler Welpen über die Plattform.

Zudem zeigt die Analyse, dass Kontrollen durch eBay Kleinanzeigen unzureichend sind. So ist es zum Beispiel laut Nutzungsgrundsätzen verboten, als Privatnutzer mehr als eine Tier-Anzeige pro Jahr einzustellen. Doch etwa 40 Prozent der untersuchten Anbieter stellten mehr als eine Anzeige online. Um dem Handel mit schwerkranken, traumatisierten Welpen zu verhindern, fordert VIER PFOTEN von eBay Kleinanzeigen seit langem eine verpflichtende Verkäuferidentifizierung in der Tierkategorie. Über 190.000 Menschen haben eine entsprechende VIER PFOTEN Petition auf www.dankeebay.de bereits unterzeichnet.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN Deutschland: „eBay Kleinanzeigen muss den Zugang für Kriminelle zu seiner Plattform durch das Einfordern von Transparenz weiter erschweren und alles dafür tun, dass Betrüger gefunden und bestraft werden können. Das Ausmaß des kriminellen Welpenhandels ist riesig und ein millionenschweres Geschäftsmodell.“

Darüber hinaus appelliert VIER PFOTEN an die Politik, den Onlinehandel mit Tieren zu regulieren. Der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) unterstützt diese Forderung: Kai Wegner, Mitglied des Deutschen Bundestages CDU/CSU-Fraktion: „Der Tierhandel im Netz ist intransparent und unterliegt unzureichenden Kontrollmechanismen. Die Politik muss hier einen gesetzlichen Rahmen schaffen, der den Missbrauch der Tiere und den Betrug der Verbraucher verhindert. Marktführer wie eBay Kleinanzeigen können durch die Einführung einer Verifizierungspflicht bereits eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Über hundert Betroffene melden sich bei VIER PFOTEN
Die Zahlen der gemeldeten Fälle, die in direktem Zusammenhang mit eBay Kleinanzeigen stehen, sprechen für sich: 140 Betroffene haben sich trotz der Kontrollen durch die Online-Plattform innerhalb von zwölf Monaten bei VIER PFOTEN gemeldet. 44 der Welpen waren krank, 10 sind sogar gestorben. Die betrügerischen Händler können nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da sie aufgrund der fehlenden Identifizierungspflicht nicht zurückverfolgt werden können. So haben sie keinerlei Strafen zu befürchten und können ihre kriminellen Aktivitäten auf eBay Kleinanzeigen unbehelligt fortsetzen.

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

Veröffentlicht in: Aktuell