19. April 2013 weiterlesen

Mars Heimtier-Studie 2013: Immer mehr Schulen setzen auf tiergestützte Pädagogik

Schul- und Lesehunde sind ein bundesweiter Trend in Klassenzimmern. Aber auch Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tiere sind als Co-Pädagogen auf dem Vormarsch: Immer mehr Schulen erkennen den Wert tiergestützter Pädagogik, wie die Mars Heimtier-Studie 2013 zeigt.

Hausaufgaben mit HundVerden. Wissenschaftliche Studien belegen, was eine steigende Zahl von Lehrern jeden Tag mit eigenen Augen sieht: Die Anwesenheit von Tieren im Unterricht hilft Schülern aller Altersstufen, sich zu konzentrieren und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Vor allem Grund- und Förderschulen setzen deshalb zunehmend darauf, Hunde, Kaninchen oder Fische als Co-Pädagogen im Klassenzimmer zu integrieren.

Eine bundesweite Umfrage für die Mars Heimtier-Studie 2013 unter 291 Grund- und Förderschulen ergab, dass drei von vier dieser Schulen regelmäßig Tiere im Unterricht oder bei Projekten einsetzen. Jede vierte der befragten Grund- und Förderschulen hält zu pädagogischen Zwecken sogar eigene Tiere. Den Umfrageergebnissen zufolge sind Tiere besonders häufig in Förderschulen im Einsatz – und damit in Institutionen, deren Schüler besondere Bedürfnisse oder Behinderungen haben.

Die befragten Schulleiter nannten vielfältige Gründe für den zunehmenden Einsatz von Tieren, unter anderem eine positive Wirkung auf das Lernverhalten, Angstminderung, Erlernen des richtigen Umgangs mit Tieren sowie eine Steigerung von Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme der Kinder.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Einschätzung: „Studien belegen, dass zum Beispiel das Streicheln eines Hundes Stresshormone bei Kindern reduziert“, erklärt Dr. Andrea Beetz, Diplompsychologin und Mensch-Tier-Forscherin an den Universitäten Wien und Rostock, die zunehmende Beliebtheit von Vierbeinern im Klassenzimmer. „Die Anwesenheit von Tieren erhöht die Motivation und fördert Entspannung und Konzentration. So verbessert sich nicht nur das Lern-, sondern auch das Sozialverhalten der Kinder.“ Am häufigsten nannten die befragten Schulleiter Hunde, aber auch Kleintiere oder Reptilien werden oft von den Lehrern für pädagogische Einsätze ausgewählt.

Konzept des Schulhundes hat stetigen Zulauf
Im Unterricht eingesetzte TiereSeit Beginn des Jahrtausends etabliert sich in Deutschland mit zunehmender Tendenz das pädagogische Konzept des Schulhundes – also charakterlich und gesundheitlich geeigneten Hunden von Lehrkräften, die ihre Besitzer an einem oder mehreren Vormittagen in den Unterricht begleiten. „Schulhunde finden vor allem in Deutschland immer mehr Verbreitung“, sagt Beetz. „Studien zu Effekten von Schulhunden haben gezeigt, dass sich in ihrer Anwesenheit aggressives Verhalten, die Integration von Außenseitern sowie Schulunlust und Schulangst verbessern.“ Zudem profitieren die Kinder durch ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein, gesteigerte Rücksichtnahme und Routine im Umgang mit Hunden. Einer aktuellen Untersuchung der Wissenschaftlerin zufolge werden die meisten Schulhunde in Grund- und Förderschulen eingesetzt.

Pioniere der hundegestützten Pädagogik wie die Lehrerin Lydia Agsten, die das Informationsportal schulhundweb.de betreibt, zählen bereits mehr als 200 Schulen in Deutschland, die eine freiwillige Selbstverpflichtung zum verantwortungsvollen und artgerechten Einsatz von Schulhunden unterzeichnet haben – mit stark steigender Tendenz. „Mit einem gut ausgebildeten Mensch-Hund-Team und einem guten Konzept zur Hundegestützten Pädagogik in der Schule können sich neue Impulse im Unterricht eröffnen“, sagt Agsten.

Angesichts der steigenden Zahl von Lehrern, die ihren eigenen Hund als Schulhund einsetzen, haben sich engagierte Pädagogen mit Hilfe von schulhundweb.de organisiert: So findet im Mai 2013 zum wiederholten Mal in Dortmund eine Konferenz statt, bei der sich Lehrkräfte bundesweit vernetzen und Qualitätskriterien diskutieren.

Lesehunde helfen beim Lernen
Als besonders erfolgreich erweisen sich Hunde als Co-Pädagogen beim Lesen lernen. Ehrenamtliche Initiativen wie Lesehund München haben festgestellt, dass Tiere Kindern dabei helfen, Freude am Lesen zu entdecken und Hemmungen abzubauen. Denn während Mitschüler dazu neigen, ungeduldig zu werden oder über Leseschwächen zu spotten, sitzt ein Hund geduldig da und hört vermeintlich zu. So verbessern sich die Selbstsicherheit, die Lesefähigkeit und damit auch die Schulnoten der Kinder. In vielen Schulen, Horten oder Bibliotheken sind daher bereits sogenannte Lesehunde willkommen, die im Rahmen eines Besuchsdienstes mit ihren Besitzern zur Einzelförderung lernschwacher Schüler kommen.

Die Mars Heimtier-Studie 2013 „Hund – Katze – Mensch. Die Deutschen und ihre Heimtiere“ ist die bundesweit erste umfassende Studie zur Bedeutung von Hunden, Katzen und anderen Tieren für die deutsche Gesellschaft. Mit Zahlen, Fakten, Expertenbeiträgen und Praxisbeispielen stellt sie die vielfältigen Leistungen von Heimtieren in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales und Wirtschaft dar. Mit der Studie, die unter www.mars-heimtier-studie.de bestellt werden kann, will sich Mars dafür einsetzen, dass Heimtieren auch in der öffentlichen Wahrnehmung der Stellenwert zukommt, der ihnen gebührt. Als Marktführer im Bereich Tierfertignahrung unterstützt Mars Petcare bereits seit Jahrzehnten gemeinnützige Vereine und Forschungsinitiativen zur Mensch-Tier-Beziehung.

Veröffentlicht in: Aktuell, Mensch + Hund

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