• Verhält sich der Hund im Frühjahr anders?
  • Der Fellwechsel
  • Parasiten- und Fitness-Check
  • Gefahren im Garten

Boppard. Der Start ins Frühjahr fühlt sich für vie­le Hunde wie ein klei­ner Neustart an. Die Natur erwacht, die Tage wer­den län­ger, und plötz­lich scheint alles viel span­nen­der zu rie­chen. Für uns Menschen ist das oft ein Moment der Erleichterung – für Hunde ist es ein regel­rech­ter Energieschub, der sich im Alltag deut­lich bemerk­bar macht.

Doch der Saisonwechsel bringt mehr mit sich als nur gute Laune und län­ge­re Spaziergänge. Hundehalter soll­ten wis­sen, wie sich der Hormonhaushalt umstellt und wel­che ver­steck­ten Gefahren für den Hund im hei­mi­schen Garten lauern.

Frühling: Verhält sich der Hund jetzt anders?
Hund im FrühlingTatsächlich ist das „Frühlingserwachen“ bei Hunden kei­ne Einbildung. Mit dem ers­ten Grün ver­än­dert sich für vie­le Hunde der Tagesrhythmus. Mehr Licht bedeu­tet mehr Aktivität, und stei­gen­de Temperaturen brin­gen den Stoffwechsel in Schwung. Der Körper schüt­tet ver­mehrt Serotonin und Endorphine aus, wäh­rend das Schlafhormon Melatonin zurück­geht. Das Ergebnis: Viele Hunde wir­ken plötz­lich deut­lich vita­ler, ver­spiel­ter oder gar übermütig.

Gerade bei unkas­trier­ten Tieren schla­gen die Hormone jetzt Purzelbäume. Die Natur erwacht, Gerüche wer­den inten­si­ver wahr­ge­nom­men und die Spurensuche wird unter­wegs zur Priorität. Halter soll­ten sich also nicht wun­dern, wenn der sonst so folg­sa­me Begleiter plötz­lich die Ohren auf Durchzug schal­tet – die Instinkte sind im Frühjahr oft stär­ker als das Training.

Typische Frühjahrsveränderungen bei Hunden sind:

  • Mehr Bewegungsdrang durch ange­neh­me Temperaturen.
  • Stärkeres Schnüffel- und Erkundungsverhalten.
  • Hormonelle Veränderungen, die Revierverhalten beein­flus­sen können.
  • Fellwechsel, der den Körper zusätz­lich fordert.
  • Höhere Ablenkbarkeit durch neue Reize in der Natur.

Diese Veränderungen sind nor­mal und zei­gen, wie eng Hunde mit der Umwelt ver­bun­den sind.

Gefahren im Garten
Der eige­ne Garten wirkt wie ein siche­rer Rückzugsort, doch gera­de im Frühjahr ent­ste­hen dort Risiken, die leicht über­se­hen wer­den. Viele davon betref­fen Pflanzen, Dünger oder Insekten – Dinge, die Hunde neu­gie­rig machen, aber nicht immer harm­los sind. Zu den typi­schen Frühlingsgefahren im Garten gehören:

  • Giftige Frühblüher wie Tulpen, Narzissen, Hyazinthen oder Maiglöckchen. Besonders die Zwiebeln sind problematisch.
  • Dünger und Pflanzenschutzmittel, die rei­zend oder gif­tig sein kön­nen. Organische Dünger wie Hornspäne wer­den von man­chen Hunden sogar gefressen.
  •  Komposthaufen, in denen sich Schimmelpilze bil­den können.
  • Gartengeräte, die im Eifer des Gefechts zur Stolperfalle werden.
  • Zecken und ande­re Parasiten, die mit den ers­ten war­men Tagen aktiv werden.

Auch bei der Gartenarbeit ist Vorsicht gebo­ten. Chemische Dünger, Schneckenkorn oder frisch aus­ge­brach­ter Rindenmulch kön­nen Vergiftungen oder Reizungen her­vor­ru­fen. Achten Sie zudem dar­auf, Gartenwerkzeuge wie Scheren oder Rechen nicht offen lie­gen zu las­sen, um Schnittverletzungen an den Pfoten zu vermeiden.

Parasiten- und Fitness-Check
Die beste Prophylaxe für Hunde ist ein wirksamer Zeckenschutz.Mit den ers­ten hohen Temperaturen sind auch die Zecken wie­der akti­ver. Ein früh­zei­ti­ger Schutz durch Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten ist jetzt essen­zi­ell. Zudem soll­ten Halter das Training lang­sam stei­gern. Wer den gan­zen Winter eher gemüt­lich unter­wegs war, soll­te den Hund nicht sofort beim ers­ten Sonnenstrahl auf eine zwei­stün­di­ge Gassirunde mit­neh­men. Die Gelenke und die Kondition müs­sen erst wie­der behut­sam auf­ge­baut werden.

Der Fellwechsel
Ein untrüg­li­ches Zeichen für den Frühling ist die „Wollinvasion“ in der Wohnung. Der Hund stößt sein dich­tes Winterfell ab, um Platz für das leich­te­re Sommerkleid zu machen. Dieser Prozess kos­tet den Organismus viel Energie. Unterstützen Sie Ihr Tier durch täg­li­ches Bürsten. Das för­dert nicht nur die Durchblutung der Haut, son­dern fes­tigt auch die Bindung und sorgt dafür, dass die lose Unterwolle nicht die Poren verstopft.

Mit ein wenig Achtsamkeit und der rich­ti­gen Vorbereitung steht einem ener­gie­ge­la­de­nen Start von Mensch und Hund in die Saison nichts im Wege. Da die Temperaturen nun stei­gen, bit­te aus­rei­chend Wasser bereit­stel­len, da Hunde schnel­ler dehy­drie­ren kön­nen. Genießen Sie die gemein­sa­me Zeit – die „Hunde-Frühlingsgefühle“ sind schließ­lich anste­ckend! [SR]

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