Ein Beitrag von Tierheilpraktikerin und Lasertherapeutin Tanja Schneewind
Alpen. Sanft, schmerzfrei und überraschend effektiv: Immer mehr Tiertherapeuten arbeiten mit Laserakupunktur, um Schmerzen und Blockaden bei Hunden zu lösen. In Kombination mit dem feinen RAC-Signal wird daraus eine hochpräzise diagnostische Methode, die den Körper selbst zum Kompass macht.
Sanfte Hilfe für sensible Pfoten
Ob Arthrose, Rückenbeschwerden oder Stress – viele Hunde leiden heute an chronischen Problemen, die sich nicht allein mit Medikamenten lösen lassen. Immer mehr Halter suchen nach sanften Alternativen. Die Laserakupunktur ist dabei ein echter Geheimtipp: Sie verbindet die jahrtausendealte Lehre der chinesischen Akupunktur mit moderner Lichttechnologie – ganz ohne Nadeln, Schmerzen oder Nebenwirkungen.
Wie Laserakupunktur funktioniert
In der Laserakupunktur werden die Akupunkturpunkte, wie sie in der jahrtausendealten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beschrieben sind, nicht invasiv mit Nadeln, sondern sanft und präzise durch Laserlicht stimuliert. Die so aktivierten Akupunkturpunkte reagieren genau so, als hätte man sie traditionell mit Nadeln angeregt, nur, dass bei der Nutzung eines Lasers kein Stechen notwendig ist, was besonders für sensible Tiere ein klares Plus bedeutet.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten in der Tierheilpraxis
Die Anwendungsgebiete der Laserakupunktur beim Hund sind breit gefächert. Besonders häufig wird sie bei Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt – etwa bei Arthrose, chronischen Gelenkbeschwerden oder muskulären Verspannungen im Rückenbereich. Auch bei neurologischen Problemen wie Bandscheibenvorfällen oder leichten Lähmungserscheinungen kann die Methode die Regeneration der Nerven unterstützen und Schmerzen lindern.

Nicht zuletzt eignet sich die Laserakupunktur hervorragend als begleitende Maßnahme zu physiotherapeutischen oder schulmedizinischen Behandlungen. Sie kann die Heilungsprozesse unterstützen, die Wirkung anderer Therapien verstärken und in vielen Fällen helfen, den Einsatz von Schmerzmitteln zu reduzieren.
Doch nicht nur therapeutisch ist die Lasertherapie sehr gut einsetzbar, auch diagnostisch bietet sie großes Potenzial.
Der RAC oder auch VAS –
vegetatives Feedback in Echtzeit
Der Schlüssel zu einer präzisen, individuell abgestimmten Laserakupunktur liegt im sogenannten RAC (Reflex Auriculo Cardiaque) oder VAS (Vascular Autonomic Signal). Dieser physiologische Reflex wurde vom französischen Arzt Paul Nogier in den 1960er-Jahren beschrieben.
Er beobachtete, dass sich beim Menschen der Puls kurzfristig verändert, wenn ein relevanter Reiz – etwa durch Stimulation eines Akupunkturpunktes – auf das System wirkt. Der Reflex entsteht über das autonome Nervensystem, genauer gesagt über parasympathische und sympathische Regulationen der Gefäßspannung.
Beim Hund lässt sich der RAC palpatorisch, meist an der Femoralarterie, erfassen. Der Therapeut spürt eine minimale Veränderung in der Gefäßspannung oder Pulsqualität, sobald der Laser an eine energetisch relevante Struktur geführt wird. Dieses Signal ist nicht willentlich steuerbar und liefert somit objektive Rückmeldung über die Reaktion des Organismus.
Mit dieser Methode lässt sich nicht nur der jeweils reaktive Akupunkturpunkt ermitteln, sondern auch die Art und Weise des vorhandenen Problems. Entsprechend geschulte Therapeuten verwenden an reaktiven Akupunkturpunkten unterschiedliche Frequenzen, die auf das Laserlicht moduliert werden, um eine richtungsweisende Diagnostik herauszuarbeiten.
Warum der RAC so wertvoll ist
Der Unterschied zwischen einer klassischen Laserakupunktur und der RAC-gesteuerten Variante (kontrollierte Laserakupunktur) liegt in der individuellen Abstimmung. Statt nach festen Punkteschemata zu arbeiten, wird jeder Hund als einzigartiges energetisches System betrachtet. Der RAC hilft dem Therapeuten, genau jene Punkte zu finden, die in diesem Moment relevant sind.
Das bedeutet: weniger Reizpunkte, gezieltere Wirkung und oft schnellere Resultate. Besonders bei chronischen oder komplexen Erkrankungen ist das ein entscheidender Vorteil.
Sicher, sanft, aber nicht grenzenlos
So wirkungsvoll die Methode auch ist: Sie ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Notfallbehandlung. Akute Infektionen, Tumorerkrankungen oder schwere innere Leiden gehören in die Hände des Tierarztes.

Licht heilt – wenn man weiß, wie und wo
Die Kombination aus moderner Lasertechnologie und traditionellem Wissen macht die kontrollierte Laserakupunktur mit RAC zu einer faszinierenden Brücke zwischen Wissenschaft und Intuition. Sie zeigt, dass Heilung nicht immer invasiv sein muss – manchmal reicht ein feiner Lichtstrahl und ein geschultes Gefühl für den Puls.
Laserakupunktur in Verbindung mit dem RAC ist sanft, präzise und individuell. Sie bringt Licht dorthin, wo Energie stagniert, und lässt den Körper selbst entscheiden, was er benötigt. Eine moderne, respektvolle Form der Tierheilkunde – für Hunde, die sich Heilung ohne Nadeln wünschen.
Literatur und Quellen
• Nogier, P. (1972). Traité d’Auriculothérapie. Maisonneuve, Paris.
• Bahr, F., & Strittmatter, B. (2007). Das große Buch der Ohrakupunktur. Urban & Fischer.
• Ohshiro, T., & Calderhead, R. G. (2012). Low Level Laser Therapy: A Practical Introduction. Wiley-Blackwell.
• Dyson, M. (2008). Photobiomodulation in Veterinary Medicine: Mechanisms and Clinical Applications. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 38(3), 513–528.
• Karu, T. (1999). Primary and secondary mechanisms of action of visible to near-IR radiation on cells. Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology, 49(1), 1–17.
• Albrecht, C. (2020). Vegetative Regulation und RAC in der veterinärmedizinischen Akupunktur. Deutsche Zeitschrift für Tierheilkunde, 75(2), 112–119.
• Petermann, U. (2017). Kontrollierte Laserakupunktur für Hunde und Pferde. Sonntag.




































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