Pollen halten keinen Abstand

Nicht nur Menschen, auch viele Haustiere
leiden in diesen Wochen unter allergischen Reaktionen

Pollenallergie beim HundSulzbach/Ts. In diesen ereignisreichen und so nie dagewesenen Zeiten hat sich der Frühling fast schon heimlich eingeschlichen. Auch wenn viele Menschen diese schöne Jahreszeit derzeit nur eingeschränkt genießen können, merken sie die Ankunft des Frühlings an ihren tränenden Augen und der juckenden Nase. Denn mit dem Frühjahr zusammen kommen Jahr für Jahr die Pollen, die nicht nur den Menschen Ärger bereiten, sondern auch viele Hunde und Katzen plagen. Deswegen informiert die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, über diese oft lange unerkannte Allergie.

„Umherfliegende Pollen bereiten Allergikern oft große Probleme“, weiß die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Bettina Schmidt. Das betrifft Tiere und Menschen gleichermaßen. Bei den Tieren zeigen sich die Symptome jedoch etwas anders. Deshalb spricht man bei Hunden und Katzen nicht von Heuschnupfen, sondern von einer Atopie, einer allergischen Reaktion auf Stoffe aus der Umwelt wie zum Beispiel Blütenpollen. Atemwegssymptome wie beim Menschen treten bei Hunden und Katzen eher selten auf. Auch mit Niesreiz und tränenden Augen haben die Vierbeiner kaum zu kämpfen. Stattdessen plagt sie oft ein massiver Juckreiz der Haut.

Die allergieauslösenden Stoffe, die sogenannten Allergene, dringen durch die Poren in die Haut der Tiere ein und sorgen für ein starkes Jucken. Hund und Katze versuchen, sich durch Kratzen und Schubbern Erleichterung zu verschaffen und knabbern und lecken viel an den erreichbaren Stellen. Besonders bei Tieren mit einem dichten Fellkleid bleibt eine allergische Reaktion auf der Haut oft lange Zeit unbemerkt.

Die am meisten betroffenen Stellen sind das Gesicht und die Ohren, aber auch die Innenseiten an den Beinen, die Leisten und der Zwischenzehenbereich. Die Haut reagiert mit Rötungen und Pusteln und kann sich durch zunehmende Pigmentierung auch dunkler verfärben. „Die geschwächte Haut kann sich nun leichter mit Bakterien und Hefepilzen infizieren und es kann eine massive Hautentzündung entstehen“, erklärt Dr. Bettina Schmidt.

Für die Diagnose unbedingt zum Tierarzt
Die Diagnose „Pollenallergie“ kann nur ein Tierarzt stellen. Er führt dazu verschiedene Untersuchungen durch, wertet die Symptome aus und fragt die Krankheitsgeschichte des Tieres ab. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wann die Symptome auftreten. Zeigen sich diese vorwiegend im April und Mai sowie im September und Oktober, ist das ein Hinweis darauf, dass der Vierbeiner unter einer Pollenallergie leiden könnte. Die genaue Untersuchung ist jedoch in jedem Fall wichtig, schließlich könnte auch eine andere Ursache für Juckreiz und Hautveränderungen bestehen.

Sollte die Diagnose „Pollenallergie“ lauten, ist das aber kein Grund zur Panik, da diese Allergie gut behandelt werden kann. „Dafür gibt es verschiedene Methoden und Medikamente. Einige mildern die Symptome, andere bekämpfen die Ursache“, erklärt Dr. Bettina Schmidt. Und: Auch bei Haustieren ist eine sogenannte Hyposensibilisierung möglich. Dabei wird den Tieren über einen langen Zeitraum immer wieder eine geringe Dosis der Allergene gespritzt. Die Dosis wird schrittweise erhöht, sodass sich das tierische Immunsystem an die Allergene gewöhnt und die Reaktion darauf nicht mehr so heftig ausfällt.

© TASSO e.V.

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