Ernährungstrend mit Verantwortung

Berlin. Die Ernährung ist ein wich­ti­ger Baustein für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden und Katzen. Wie die Ernährung beim Menschen unter­liegt auch die Fütterung von Haustieren einem ste­ti­gen Wandel. Neue wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse flie­ßen ein, aber auch neue Ernährungskonzepte wer­den von vie­len Tierhaltern auf­ge­grif­fen. Dazu gehört auch die Fütterung mit rohem Fleisch. Gleichzeitig erfor­dert die­se Ernährungsform fun­dier­tes Wissen über den Nährstoffbedarf der Tiere sowie einen sorg­fäl­ti­gen Umgang mit den ver­wen­de­ten Lebens- und Futtermitteln.

Eine aus­ge­wo­ge­ne Ration ist entscheidend
Viele Tierhalter ent­schei­den sich für die Fütterung mit Rohmaterialien: rohem Fleisch, Innereien und Knochen, weil sie die­se als beson­ders natur­nah emp­fin­den oder sich davon eine Ernährung ver­spre­chen, die den natür­li­chen Fressgewohnheiten ihrer Tiere mög­lichst nahe­kommt. Damit Hunde und Katzen lang­fris­tig gesund blei­ben, muss die Ration sorg­fäl­tig geplant wer­den. Eine bedarfs­ge­rech­te Versorgung mit Energie, Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist uner­läss­lich. Fehler bei der Zusammenstellung kön­nen zu einer Unter- oder Überversorgung mit wich­ti­gen Nährstoffen füh­ren und schwe­re gesund­heit­li­che Folgen haben. Dies betrifft ins­be­son­de­re die Versorgung mit den Spurenelementen wie Kupfer, Zink und Jod, die Vitamine A und D sowie das Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Für Katzen ist die Aminosäure Taurin essen­zi­ell. Verfütterung von Innereien, die Schilddrüsengewebe ent­hal­ten (sog. Schlund), kann bei Hunden zu einer Erhöhung der Schilddrüsenwerte füh­ren. Eine tier­ärzt­li­che Ernährungsberatung kann hel­fen, den indi­vi­du­el­len Bedarf des Tieres zu berück­sich­ti­gen und Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Krankheitserreger nicht unterschätzen
Neben einer aus­ge­wo­ge­nen Nährstoffversorgung muss auch auf die Sicherheit der ver­wen­de­ten Lebens- bzw. Futtermittel beson­de­re Aufmerksamkeit gelegt wer­den. Rohes Fleisch kann mit Krankheitserregern belas­tet sein. Dazu zäh­len Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder bestimm­te Escherichia-coli-Stämme sowie Parasiten wie der Hundebandwurm oder Toxoplasmen, die poten­zi­ell auch für den Menschen gefähr­lich sein können.

Gesunde Ernährung für den HundAuch Viren kön­nen über rohes Fleisch über­tra­gen wer­den. Ein aktu­el­les Beispiel ist die hoch­pa­tho­ge­ne Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest). In den ver­gan­ge­nen Jahren wur­den vor allem in Asien und den USA, aber auch in eini­gen euro­päi­schen Ländern, Infektionen mit die­sem Virus bei Katzen nach dem Verzehr von kon­ta­mi­nier­tem rohem Geflügel oder ent­spre­chen­den Rohfuttermitteln beschrie­ben. Hunde gel­ten als weni­ger emp­fäng­lich, Infektionen wur­den hier zumeist auf Kontakt mit toten Wildvögeln zurückgeführt.

Wegen mög­li­cher Kontaminationen mit dem Virus der Aujeszky’schen Krankheit soll­ten Hunde und Katzen grund­sätz­lich kein rohes Schweinefleisch erhal­ten. Zwar ist die Erkrankung in deut­schen Schweinebeständen seit Langem getilgt, in ande­ren euro­päi­schen Ländern und bei Wildschweinen kommt sie jedoch noch vor. Für den Menschen ist die­ses Virus unge­fähr­lich, für Hunde und Katzen aber eine töd­li­che Bedrohung. Besonders gefähr­det sind Jagdhunde, die Kontakt zu erleg­ten Tieren haben oder gar Fleisch oder Innereien von die­sen erhalten.

Hygiene und Parasitenprophylaxe gehö­ren dazu
Wer sich für die Rohfütterung ent­schei­det, soll­te auf eine sorg­fäl­ti­ge Hygiene bei Lagerung, Zubereitung und Fütterung ach­ten. Fleisch soll­te aus zuver­läs­si­gen Quellen stam­men sowie sach­ge­recht gekühlt oder gefro­ren gela­gert wer­den. Arbeitsflächen, Näpfe und Küchenutensilien sind nach Kontakt mit rohem Fleisch gründ­lich zu rei­ni­gen. Auch das gründ­li­che Waschen der Hände mit war­mem Wasser und Seife gehört dazu.

Wenn man das Fleisch durch Einfrieren „para­si­ten­frei“ machen will, ist es wich­tig, dar­auf zu ach­ten, dass es min­des­tens eine Woche bei –17 °C bis –20 °C tief­ge­fro­ren bleibt. Nur so kön­nen ent­hal­te­ne Parasitenstadien sicher abge­tö­tet werden.

Ebenso haben Hunde und Katzen, die mit rohem Fleisch gefüt­tert wer­den, beson­de­re Anforderungen an die Parasitenprophylaxe. Entwurmungsmaßnahmen soll­ten regel­mä­ßig über­prüft und indi­vi­du­ell an das Tier ange­passt wer­den. Die tier­ärzt­li­che Praxis kann hier­zu bera­ten und einen geeig­ne­ten Prophylaxeplan empfehlen.

Gut infor­miert füttern
Die Fütterung mit rohem Fleisch kann eine geeig­ne­te Ernährungsform für Hunde und Katzen sein – vor­aus­ge­setzt, die Rationen sind aus­ge­wo­gen zusam­men­ge­stellt und grund­le­gen­de Hygieneregeln wer­den kon­se­quent ein­ge­hal­ten. Ebenso wich­tig sind eine an die Fütterung ange­pass­te Parasitenprophylaxe sowie regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Kontrollen. Wer sich im Vorfeld gut infor­miert und fach­lich bera­ten lässt, schafft die bes­ten Voraussetzungen für eine siche­re und bedarfs­ge­rech­te Ernährung sei­nes Tieres.

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)

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