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Strenger Schutz von Wölfen muss aufrechterhalten werden

PETA sendet Plüschwölfe und über 50.000 Unterschriften an Bundesumweltministerin Schulze und Mitglieder des Umweltausschusses: Strenger Schutz von Wölfen muss aufrechterhalten werden

Schutzstatus der Wölfe aufrechterhalten: PETA hat eine Petition mit über 50.000 Unterschriften an Umweltministerin Schulze gesandt (Foto: © PETA Deutschland e.V.)Berlin/Stuttgart. Schutzstatus nicht antasten: Die Bundesregierung will Wolfstötungen erleichtern. Wölfe eines Rudels sollen bei Vorfällen mit landwirtschaftlich genutzten Tieren künftig einfacher getötet werden dürfen. Selbst wenn unklar ist, ob ein bestimmtes Rudel überhaupt beteiligt war, sollen Wölfe in einer Region so lange abgeschossen werden, bis es keine Risse mehr gibt. PETA appelliert nun an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und die 20 Mitglieder der CDU und SPD im Umweltausschuss des Bundestags, den Kabinettsantrag nicht zu genehmigen. Um die Politiker zu überzeugen, sendete die Tierrechtsorganisation ihnen je einen Plüschwolf und der Ministerin zudem eine Petition mit über 50.000 Unterschriften.

„Statt wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten, schüren viele Landwirte und die Jägerschaft unbegründete Ängste. Sie kurbeln eine regelrechte mediale Hetzjagd gegen den Wolf an, damit er seinen Status als streng geschützte Tierart verliert“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Wir appellieren an Umweltministerin Schulze und die Abgeordneten des Umweltausschusses, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und den Kabinettsentwurf, der eine Lockerung des Schutzstatus der Wölfe vorsieht, abzulehnen.“

Der Plüschwolf soll die Politiker daran erinnern, dass sich die meisten Menschen in Deutschland gegen präventive Tötungen aussprechen [1, 2]. PETA weist darauf hin, dass Wölfe aus gutem Grund gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind. Sie tragen zur Regulierung und Gesundheit von Wildtierpopulationen bei und sind ein unerlässlicher Bestandteil eines intakten Ökosystems.

Jäger dulden keine Konkurrenten in „ihrem“ Wald
Einige Jäger, Landwirte und Politiker wollen, dass der Wolf seinen Schutzstatus verliert und als jagdbare Tierart ins Jagdrecht aufgenommen wird. Jäger behaupten, dass heimischen Wildtieren natürliche Feinde wie der Wolf fehlen würden, während sie eben diese selbst töten. Bei dem Versuch, Wölfe ins Jagdrecht zu befördern, geht es Jägern lediglich um Beuteneid und die Lust am Töten [1]. Für Bauern wiederum steht die Profitmaximierung im Vordergrund, nicht das Wohl ihrer Herden. Schutzmaßnahmen bedeuten zusätzliche Kosten oder Mühen – und mit gerissenen Tieren, die andernfalls gewaltsam im Schlachthaus getötet worden wären, lässt sich kein Gewinn mehr machen.

Hintergrundfakten
Nachdem Jäger die faszinierenden Tiere erstmals ausgerottet hatten, dauerte es über 100 Jahre, bis sie sich wieder in Deutschland ansiedelten. 1850 verloren sich die letzten Hinweise auf Wolfsrudel, 1904 wurde der letzte verbliebene Wolf in Sachsen erschossen. Seit 2000 ist der Wolf wieder in Deutschland ansässig, nicht zuletzt wegen der seit 1990 bestehenden strengen Schutzmaßnahmen. Mittlerweile leben hierzulande Dutzende Wolfsrudel. Die scheuen und sehr sozialen Tiere haben zu Unrecht ein schlechtes Image. Norwegische Wissenschaftler, die das Gefahrenpotenzial von Wölfen untersuchten, kamen zum Ergebnis, dass gesunde Wölfe gewöhnlich keine Gefahr für Menschen sind [2]. Um neugierige Tiere auf Abstand zu halten, empfiehlt sich lautes Klatschen und Rufen.

PETA Deutschland e.V.


Quellen:
[1] https://www.mdr.de/wissen/antworten/menschen-woelfe-stimmungsbild-100.html.
[2] https://www.presseportal.de/pm/6347/3928649.
[3] Kühl, Jörg (2018): Jagd. Waidmänner beklagen Konkurrenten Wolf. In: Das Nachrichtenportal für Brandenburg MOZ.de. Abrufbar unter: https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/beeskow/artikel2/dg/0/1/1652475 (26.4.2018).
[4] Linnell, John D. C. et al. (2002): The fear of wolves: A review of wolfs attacks on humans. In: NINA Norsk Institutt for Naturforskning Oppdragsmelding 731. Abrufbar unter: http://www.nina.no/archive/nina/PppBasePdf/oppdragsmelding/731.pdf (26.4.2018).

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