So verhalten Sie sich richtig

Eschborn. Der mit­tel­gro­ße Hund mit dem schwarz-weiß gewell­ten Fell streift schon eine gan­ze Weile allei­ne durch den Stadtpark, er wirkt ori­en­tie­rungs­los, immer wie­der sucht er den Kontakt zu Spaziergängern. Ist er ent­lau­fen? Benötigt er Hilfe? In den meis­ten Fällen ist die Antwort: Ja! Bei Katzen ist die Situation nicht ganz so ein­deu­tig – als Freigänger sind sie häu­fig ein­fach nur auf Streifzug. Die Tierschutzorganisation TASSO, die Europas größ­tes kos­ten­lo­ses Heimtierregister betreibt, klärt daher dar­über auf, wie Tierfreunde sich bei einem zuge­lau­fe­nen Tier rich­tig ver­hal­ten und wann es tat­säch­lich Hilfe braucht.

Hund gefunden?„Bei einem Hund, der ohne mensch­li­che Begleitung unter­wegs ist, wird auf­merk­sa­men Menschen schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Allein umher­strei­fen­de Hunde fal­len daher glück­li­cher­wei­se schnell auf“, sagt Heike Wempen-Dany, Leiterin Notrufzentrale bei TASSO. Wenn sie zutrau­lich sind und eine TASSO-Plakette am Halsband tra­gen, kön­nen tier­lie­be Finder direkt in der TASSO-Notrufzentrale anru­fen und die Nummer durch­ge­ben, die auf der Plakette steht. Dann reicht eine kur­ze Abfrage in der TASSO-Datenbank, um das ent­lau­fe­ne Tier sei­ner Halterin oder sei­nem Halter zuzu­ord­nen. Trägt der Hund kei­ne TASSO-Plakette, kann in einer Tierarztpraxis oder in einem Tierheim geprüft wer­den, ob der Vierbeiner einen Transponder trägt und in einem Heimtierregister ange­mel­det ist. „In jedem Fall ist es rat­sam, ein Fundtier bei uns in der Notrufzentrale zu mel­den, auch wenn es bei­spiels­wei­se noch nicht bei uns regis­triert ist“, sagt Wempen-Dany.

Wann braucht eine Katze Hilfe
Viele Katzen sind Freigänger, die eine Familie haben und kei­ne Hilfe benö­ti­gen. Meist sind sie ein­fach nur auf Streifzug. Wenn die Katze nicht offen­sicht­lich ver­letzt ist oder irgend­wo fest­steckt und nicht ver­wahr­lost und abge­ma­gert aus­sieht, soll­ten tier­lie­be Menschen nicht ein­grei­fen. „Wenn eine Katze aber immer wie­der im Garten auf­taucht, nicht mehr weg­ge­hen will und sich regel­recht bemerk­bar macht, kön­nen ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Tierfreundinnen und Tierfreunde prü­fen, ob die Katze ver­misst wird“, sagt Wempen-Dany. Über die aktu­el­len Suchmeldungen auf der TASSO-Webseite lässt sich mit weni­gen Klicks her­aus­fin­den, ob ein ent­spre­chen­des Tier in der Umgebung gesucht wird. Wenn die Recherche erfolg­los bleibt und die Katze sich sichern lässt, soll­te der nächs­te Weg auch hier zu einer Tierarztpraxis oder ins Tierheim füh­ren, um prü­fen zu las­sen, ob das Tier gechippt und regis­triert ist.

Tier hat Angst und lässt sich nicht sichern
Nicht alle Hunde und Katzen sind zutrau­lich. „Wenn das Tier Angst hat, ist jeder Versuch es ein­zu­fan­gen, kon­tra­pro­duk­tiv. Der Vierbeiner könn­te sich durch kopf­lo­ses Wegrennen in noch grö­ße­re Gefahr brin­gen“, sagt Wempen-Dany und betont, dass es in einem sol­chen Fall umso wich­ti­ger ist, TASSO über die Sichtung des Tieres zu infor­mie­ren. Das Team der Notrufzentrale kann über solch eine Sichtungsmeldung her­aus­fin­den, ob in der Region eine ent­spre­chen­de Suchmeldung vor­liegt. „Im nächs­ten Schritt infor­mie­ren wir den Tierhalter über die aktu­el­le Position ihres Ausreißers, was wie­der­um sehr hilf­reich für die wei­te­re Suche ist“, erklärt Wempen-Dany.

Im ver­gan­ge­nen Jahr war TASSO dabei behilf­lich, rund 96.600 Tiere wie­der mit ihren Menschen zu ver­ei­nen. „Ohne die vie­len tier­lie­ben und auf­merk­sa­men Menschen, die hel­fen und sich küm­mern, wären all die Rückvermittlungen nicht mög­lich“, sagt Wempen-Dany.

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