24. Januar 2019

Tiere zum Sterben brutal ausgesetzt

Der HTV bittet um Hinweise zu zwei brutalen Fällen von Tierquälerei

Hamburg. Zwei grausame Fälle von Tierquälerei erschüttern den Hamburger Tierschutzverein (HTV). Skrupellos wurde eine totkranke Katze in eine Tasche gesperrt und in der Kälte ausgesetzt. Ein Hund mit einem Tumor wurde offenbar zum Sterben in einem Park zurückgelassen. Beide Tiere bezahlten die Brutalität der Menschen mit dem Tod. Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) hat in beiden Fällen Strafanzeige erstattet. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Halterin oder des Halters führen, hat der HTV in beiden Fällen eine Belohnung von je 500 Euro ausgesetzt.

Katze in der Kälte gestorben
Die schwerkranke Katze wurde in Hamburg-Altona ausgesetzt (Foto: Hamburger Tierschutzverein).Am Freitag, 21. Dezember 2018, wurde gegen 22 Uhr eine Katze in der Bahrenfelder Chaussee 4 (Bahrenfeld) vor der Tierarztpraxis Dr. Blöcker aufgefunden. Das ausgesetzte ältere Tier war in einer verschlossenen blauen Reisetasche mit dem aufgestickten Namen „Kouros“ eingesperrt und der klirrenden Kälte ausgesetzt.

Die Tasche befand sich laut Finderin direkt vor dem Hauseingang der Tierarztpraxis, die unweit der Bushaltestelle Bornkampsweg liegt. Die Finderin alarmierte umgehend die Polizei sowie den HTV. Das Tier war zum Zeitpunkt des Auffindens bereits sehr apathisch – und starb kurze Zeit später. Die Katze muss eine lange Zeit unter erheblichen Schmerzen gelitten haben, denn das Tier war an einer hochgradigen Leberzirrhose erkrankt. „Anstatt seiner Verantwortung für die Katze gerecht zu werden und einen Tierarzt zu konsultieren, entledigte sich die Täterin oder der Täter des schwerkranken Tieres und setzte es einfach aus“, empört sich Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins. „Eine besonders grausame Tat, weil die Katze vor der geschlossenen Tierarztpraxis keine Chance auf Hilfe hatte.“ Die Europäisch Kurzhaar muss zwischen 20 Uhr und 22 Uhr ausgesetzt worden sein.

Die Hündin wurde in Hamburg Farmsen-Berne in einem Park ausgesetzt (Foto: Hamburger Tierschutzverein).Hündin mit Tumor ausgesetzt
Mit einem Lebertumor wurde eine Pinscher-Mischlings-Hündin ausgesetzt und ebenfalls ohne medizinische Hilfe ihrem Schicksal überlassen. Sie wurde am Donnerstag, 27. Dezember 2018, gegen 19.15 Uhr im Berner Gutspark (Farmsen-Berne) unter Sträuchern gefunden. Die schätzungsweise zwölfjährige Hündin befand sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand: Sie konnte kaum laufen und musste getragen werden. Zudem hatte die Hündin eingewachsene Krallen und ihr fehlten mehrere Zähne.

Die Finderin brachte das Tier zu der Polizeiwache in Bramfeld, dort wurde es von einem Struppi-Wagen-Fahrer des Tierschutzvereins abgeholt und ins Tierheim gebracht. In der Nacht verschlechterte sich der Zustand der Hündin dramatisch. Sie wurde daraufhin von ihren Leiden erlöst. Bis heute hat das Tier niemand als vermisst gemeldet.

Wer kann Hinweise auf die Halter geben?
Leider brachten in beiden tragischen Fällen die Ermittlungen der Tierschutzberatung bisher keine Ergebnisse. Daher ist der Hamburger Tierschutzverein auf die Hilfe der Hamburger angewiesen. Kennen Sie die Katze oder die Hündin und können Hinweise zu den Halterinnen oder den Haltern geben? Oder haben Sie sogar die Straftaten am 21. Dezember zwischen 20 und 22 Uhr an der Bahrenfelder Chaussee im Stadtteil Bahrenfeld (Katze) oder am 27. Dezember 2018 gegen 19.15 Uhr im Berner Gutspark in Farmsen-Berne (Hündin) beobachtet? Dann wenden Sie sich bitte umgehend an unsere Tierschutzberatung. Diese ist montags bis freitags telefonisch zwischen 10 und 14 Uhr unter folgender Nummer erreichbar: Tel. 040 211106-25. Oder schreiben Sie eine E-Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

Das Aussetzen eines Tieres stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet. Sowohl die Katze, als auch die Hündin wurden in einem schlechten gesundheitlichen Zustand ausgesetzt – somit liegt nach unserer rechtlichen Bewertung sogar eine Straftat nach § 17 Abs. 2 Tierschutzgesetz vor. Eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

Veröffentlicht in: Aktuell