6. März 2014

Vierbeiner als Helfer im Krankenzimmer

Die Frankenwaldklinik setzt künftig auch auf tiergestützte Therapie. Sie geht eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ein.

Kronach. Hunde sind in den Räumlichkeiten von Krankenhäusern und Kliniken eigentlich nicht gern gesehen. In der Kronacher Frankenwaldklinik wird sich dies demnächst ändern. Wie die Klinik informiert, hat sie mit dem Therapiehundezentrum der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing einen Kooperationsvertrag geschlossen und wird damit neue Wege in Richtung tiergestützte Therapie gehen.

Vierbeiner als Helfer im KrankenzimmerZiel dieser Kooperation sei es, die Ausbildung von Therapiebegleithundeteams zu fördern, die tiergestützte Therapie und Intervention zu bewerten und die Weiterbildung in diesem Bereich zu intensivieren. Auch Praktikumsplätze werde es in naher Zukunft geben. “Das Angebot soll zunächst in der Geriatrie und in der Pflegeeinrichtung ,Leben am Rosenberg’ implementiert werden”, erläutert Verwaltungsleiter André Naumann.

Die tiergestützte Therapie ersetze keinen Arzt oder Pfleger, könne aber die Motivation des Patienten, aktiv an seiner Genesung mitzuarbeiten, deutlich erhöhen. Die Patientensicherheit sei dabei gewährleistet. “Die eingesetzten Hunde werden mehrfach auf Aggressionsfreiheit getestet. Auch werden alle Hygienestandards nach aktuellen Expertenempfehlungen eingehalten”, betont Manfred Burdich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing.

Therapie- und Besuchshunde seien soziale Servicehunde, die mit ihrem Hundeführer versuchen, durch entsprechende Aktivitäten das Wohlergehen und die Gesundheit der anvertrauten Patienten zu fördern. Das Besondere bei der Begegnung mit einem Hund sei, dass die Vierbeiner grundsätzlich unvoreingenommen seien. Hunde hätten die Fähigkeit, Menschen so anzunehmen wie sie sind.

Die Forschung zeige, so Burdich, dass Hundebegegnungen direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen haben: Der Blutdruck sinke, die Herzfrequenz werde langsamer und der Oxytocinspiegel (ein “Wohlfühlhormon”) steige. Dies seien nur einige wenige Beispiele über die Auswirkungen der tiergestützten Therapie. Mensch-Hunde-Begegnungen trügen dazu bei, das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein des Menschen zu stärken.

Therapiebegleithunde und Besuchshunde würden immer häufiger als Ergänzung von Therapieangeboten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohlfahrt eingesetzt. In den meisten Fällen umfasse die tiergestützte Therapie die Arbeit in einem Team aus Pflege, Ärzten, Pädagogen, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten.

Foto: Burdich

Veröffentlicht in: Assistenzhunde