VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie Hund und Katze schüt­zen und Zecken sicher entfernen

Hamburg. Mittlerweile sind Zecken fast das gan­ze Jahr über aktiv, doch jetzt zur Frühlingszeit ist beson­de­re Vorsicht gebo­ten. Zecken kön­nen Erreger auf Hund oder Katze über­tra­gen, die gefähr­li­che Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und FSME aus­lö­sen. Die glo­ba­le Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Halter ihre Heimtiere schüt­zen und sicher durch die Zeckenzeit bringen.

Zecken war­ten in Wäldern, hohem Gras oder im Gebüsch auf poten­zi­el­le Wirte. Spaziert ein Warmblüter – wie ein Hund oder eine Katze – vor­bei, las­sen sie sich fal­len oder wer­den abge­streift und arbei­ten sich durch das Fell bis zur Haut vor. Die Parasiten zieht es dabei vor­ran­gig zu wei­chen, gut durch­blu­te­ten Körperstellen wie den Achsel- und Lendenbereich oder die Ohren. Gerne set­zen sie sich auch beim Schnüffeln oder Durchstreifen im Gras direkt im Gesicht oder Halsbereich fest.

Hund und Katze vor Zecken schützen„Nach jedem Freilauf und jeder Gassi-Runde soll­te man sei­nen Hund gründ­lich absu­chen und auch Freigänger-Katzen soll­ten regel­mä­ßig auf Zeckenbefall abge­tas­tet wer­den. Entdeckte Zecken müs­sen sofort ent­fernt wer­den, denn beim Saugen son­dern die Parasiten Speichel ab, der gefähr­li­che Krankheitserreger ent­hal­ten kann“, sagt Dr. Sabrina Karl, Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN.

Langsam zie­hen, nicht ruck­ar­tig reißen!
Hat sich eine Zecke bereits ange­haf­tet, soll­te man sie sofort ent­fer­nen und nicht abwar­ten, bis sie voll­ge­so­gen abfällt. Mit Einweghandschuhen als Schutzmaßnahme, einer Zeckenzange und etwas Fingerspitzengefühl kann man die Zecke vor­sich­tig herausziehen.

„Empfehlenswert sind beson­ders Zeckenzangen, weil sie die Parasiten beim Entfernen nicht aktiv quet­schen.  Alternativ kön­nen Sie auch auf Zeckenhaken, ‑kar­ten oder ‑schlin­gen oder auf eine Pinzette mit fei­ner Spitze zurück­grei­fen. Setzen Sie den Zeckenentferner so nah wie mög­lich an die Haut des Tieres an, ohne die­se oder den Parasiten ein­zu­quet­schen. Ziehen Sie die Zecke dann mit einer lang­sa­men, gleich­mä­ßi­gen Bewegung gera­de nach oben her­aus. Ein ruck­ar­ti­ges Rausziehen oder Drehen des Blutsaugers ist übri­gens kon­tra­pro­duk­tiv: Häufig bleibt dabei das Mundwerkzeug im Wirtstier zurück und kann sich ent­zün­den“, erklärt die VIER PFOTEN Expertin.

Haben sich Hund oder Katze infiziert? 
Die Stichstelle soll­te nach dem Entfernen mit einem tier­ärzt­lich emp­foh­le­nen Mittel gerei­nigt wer­den, um Infektionen vor­zu­beu­gen. Auch danach muss man wach­sam blei­ben. Heimtier-Expertin Dr. Sabrina Karl emp­fiehlt: „Bleibt die Haut nach dem Stich gerö­tet oder ent­wi­ckelt sich eine Entzündung an der Stelle, muss das Tier in einer Tierarztpraxis vor­ge­stellt wer­den. Insbesondere, wenn der betrof­fe­ne Hund oder die Katze Symptome wie Fieber, Mattigkeit oder geschwol­le­ne Lymphknoten zeigt, soll­te man das über­prü­fen las­sen. Denn Zecken kön­nen Erreger über­tra­gen, die gefähr­li­che Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und FSME, eine Form der Gehirnhautentzündung, auslösen.“

Vorsicht beim Wirkstoff Permethrin 
Um sein Heimtier opti­mal vor einem Zeckenstich zu schüt­zen, lohnt sich jetzt eine Beratung in einer tier­ärzt­li­chen Praxis. „Denn nicht jedes Zecken-Präparat ist für jedes Tier geeig­net“, so Dr. Sabrina Karl.

Häufig schüt­zen tier­ärzt­lich emp­foh­le­ne „Spot-on“-Präparate. Sie wer­den in den Nacken und an den Rutenansatz geträu­felt, wo das Tier sie nicht oder schwer able­cken kann. Es gibt Präparate, die sowohl abweh­rend als auch abtö­tend gegen Zecken wir­ken. „Vorsicht ist bei dem Wirkstoff Permethrin gebo­ten: Während Hunde das Präparat sehr gut ver­tra­gen, kann es bei Katzen zu schwe­ren Vergiftungen füh­ren“, erklärt Dr. Karl.

Kokosöl oder ‑fett als Alternative 
„Als eine belieb­te pflanz­li­che Alternative zu her­kömm­li­chen Spot-on-Produkten gegen Zecken kön­nen Sie auch zu natur­be­las­se­nem Kokosöl oder ‑fett grei­fen. Wissenschaftlich nach­ge­wie­sen, kann der Bestandteil Laurinsäure dar­in unter­stüt­zend abwei­send auf Zecken wir­ken. Da die Schutzwirkung jedoch nur cir­ca sechs Stunden anhält, muss das Kokosöl oder ‑fett in regel­mä­ßi­gen Abständen auf dem Fell ver­teilt wer­den. Je nach Hundegröße und Felllänge muss man genug zum Verteilen ein­pla­nen“, sagt die Expertin.

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