Warum Hundehalter handeln sollten

Bonn. Ob Joggingrunde oder Spaziergang mit dem Hund im Frühjahr, im Sommer oder im Spätherbst: Zecken machen längst kei­ne Winterpause mehr. Genau des­halb gilt mehr denn je: Konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und täg­li­ches Absuchen der Tiere gehö­ren zur fes­ten Routine. Wer hier früh­zei­tig han­delt, schützt sei­nen Hund nicht nur vor läs­ti­gen Stichen, son­dern redu­ziert auch das Risiko schwe­rer, teils lebens­be­droh­li­cher Erkrankungen wie der Babesiose.

Zecken in Deutschland:
auch im Winter aktiv

Milde Winter und lan­ge Übergangszeiten sor­gen dafür, dass Zecken heut­zu­ta­ge ganz­jäh­rig aktiv sind, bereits ab etwa +7 °C – man­che Arten sogar bei Frost. Besonders die käl­te­to­le­ran­te Auwald- oder Wiesenzecke brei­tet sich seit Jahren stark aus und ist inzwi­schen in vie­len Regionen Deutschlands nach­ge­wie­sen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) aus­ge­lös­te Erkrankung, die frü­her als klas­si­sche Reiseerkrankung galt und heu­te als in Deutschland hei­misch gilt.

Babesiose:
früh erken­nen, schnell handeln

Umso wich­ti­ger ist ein wirk­sa­mer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fern­hält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtö­tet, bevor die Erreger über­tra­gen wer­den. Unbehandelt kann Babesiose zu Fieber, Blutarmut, Mattigkeit und schwe­ren Organschäden füh­ren. Eine frü­he Diagnostik in der Tierarztpraxis ver­bes­sert die Heilungschancen deutlich.

Zeckenprophylaxe:
indi­vi­du­ell und lückenlos

Für den Zeckenschutz ste­hen ver­schie­de­ne Präparate zur Verfügung – etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von eini­gen Wochen bis zu einem Jahr. Entscheidend ist, das pas­sen­de Produkt gemein­sam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt aus­zu­wäh­len und es regel­mä­ßig anzu­wen­den. Die meis­ten Mittel schüt­zen zusätz­lich auch vor Flöhen, was beson­ders für akti­ve Tiere ein Plus ist.

Tägliches Absuchen bleibt Pflicht
Trotz Zeckenprophylaxe soll­te der Hund täg­lich kon­trol­liert wer­den – beson­ders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwi­schen den Zehen. Wird eine Zecke ent­deckt, gilt: schnell und kor­rekt ent­fer­nen, nicht quet­schen oder dre­hen und die Stelle des­in­fi­zie­ren. Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tier­ärzt­li­che Abklärung wichtig.

Hund täglich nach Zecken absuchen

Zecken sind ein ganz­jäh­ri­ges Risiko. Wer auf tier­ärzt­lich emp­foh­le­ne Prophylaxe setzt und sein Tier regel­mä­ßig absucht, schützt aktiv vor Babesiose und ande­ren zecken­über­tra­ge­nen Erkrankungen.

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)

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