Bonn. Das Buch „Praxiswissen Schulhund“ bie­tet eine fun­dier­te und umfas­sen­de Anleitung zum Einsatz von Hunden im Schulalltag. Ein beson­de­rer Fokus liegt auf der Frage, wie Schulhunde Kinder mit dem son­der­päd­ago­gi­schen Schwerpunkt geis­ti­ge Entwicklung (SGE) för­dern können.

Bereits vor 1.000 Jahren ban­den Menschen gezielt Tiere in die Betreuung von Familienmitgliedern mit Behinderungen ein. Auch aus dem 18. Jahrhundert ist über­lie­fert, wie Tiere bei der Versorgung psy­chisch Kranker unter­stütz­ten. So ist es nicht über­ra­schend, dass Lehrkräfte heu­te in allen Schulformen und vor allem im son­der­päd­ago­gi­schen Kontext aus­ge­bil­de­te Hunde einbeziehen.

Kapitel zu Neurodidaktik in der Sonderpädagogik
Wie genau der Tierkontakt Kindern mit intel­lek­tu­el­ler Beeinträchtigung zugu­te­kom­men kann, neh­men die Autoren Dr. Holger Schäfer, Karin Schönhofen und Prof. Dr. Andrea Beetz in ihrem Buch „Praxiswissen Schulhund“ genau unter die Lupe. Sie erläu­tern zunächst die wich­tigs­ten Grundlagen zu tier­ge­stütz­ten Interventionen – for­schungs­ba­siert und unter­richts­ori­en­tiert. Welche Begriffe und Definitionen soll­te man ken­nen? Wie wirkt Tierkontakt auf den Menschen? Welche Mechanismen spie­len sich ab, wel­che Hormone ste­hen dahin­ter? Besonders das Kapitel zu Neurodidaktik und die hier auf­ge­zeig­ten Prinzipien der Lehr-Lern-Forschung sind erst­mals im son­der­päd­ago­gi­schen Kontext beschrie­ben und ver­deut­li­chen das Potenzial der Mitarbeit eines Schulhundes.

Rundumanleitung für Lehrkräfte mit Schulhund
Hund im KlassenzimmerWer mit sei­nem Hund im inklu­si­ven Schulalltag arbei­ten möch­te, der braucht aber mehr als nur theo­re­ti­sches Hintergrundwissen. Die Autoren skiz­zie­ren daher die aktu­el­len recht­li­chen Rahmenbedingungen eben­so wie Wissenswertes zur Ausbildung von Mensch und Hund. In der zwei­ten Hälfte des Buches erhal­ten Lehrkräfte pra­xis­na­he Tipps und Konzeptideen – bei­spiels­wei­se, wie der Dialog mit den Eltern zu gestal­ten ist, wie Tierschutz in einer Ganztagsschule aus­se­hen kann, wie Leckerchen tier­ge­recht zum Einsatz kom­men, wel­che Materialien, Ruhezonen und metho­di­schen Überlegungen not­wen­dig sind.

Fotos und Skizzen ver­an­schau­li­chen Sachverhalte
Als Anregung für die Unterrichtspraxis in den ver­schie­de­nen Schulfächern geben die Autoren den Lehrkräften kon­kre­te didak­ti­sche Perspektiven für Mathematik, Deutsch und Sachunterricht an die Hand. Auch Handlungsoptionen für spe­zi­fi­sche Lernfelder in son­der­päd­ago­gi­schen Settings wie Kommunikation und Kooperation, Wahrnehmung und Selbstversorgung sowie Psychomotorik, Sport und Bewegung kom­men nicht zu kurz.

In jedem Kapitel erhält die Leserschaft Angaben zu wei­ter­füh­ren­der Literatur, Beobachtungs- und Reflexionsbögen oder nütz­li­chen Internetlinks. Fotos, Skizzen und Grafiken ver­an­schau­li­chen die Informationen. Auch der Umgang mit Sondersituationen wie Klassenfahrten, Wandertagen oder dem Abschied von einem lieb­ge­won­ne­nen Schulhund wird the­ma­ti­siert. So ist die­ser Ratgeber nicht nur für Sonderpädagog:innen geeig­net, son­dern für alle Lehrkräfte, die Kinder und Jugendliche gezielt mit dem eige­nen Hund för­dern möchten.

Holger Schäfer, Karin Schönhofen und Andrea Beetz
Praxiswissen Schulhund –
Sonderpädagogischer Schwerpunkt: Geistige Entwicklung

202 Seiten,
35 Abbildungen
Kohlhammer Verlagsgruppe
ISBN 978–3170433939
Preis: 36 Euro

Quelle: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft

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