Fall- und Tierzahlen wieder gestiegen

Bonn. Der ille­ga­le Heimtierhandel bleibt ein gra­vie­ren­des Problem. Laut einer aktu­el­len Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr min­des­tens 2.250 Tiere in 257 Fällen ent­deckt. In den meis­ten Fällen wur­den Hunde ille­gal gehan­delt. Die tat­säch­li­che Zahl dürf­te jedoch weit­aus höher lie­gen, da vie­le Fälle unent­deckt blei­ben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anzahl an Fällen sowie die Anzahl ille­gal gehan­del­ter Tiere wie­der gestie­gen – und damit auch das Leid der Tiere, die oft unter tier­schutz­wid­rigs­ten Bedingungen gezüch­tet und häu­fig viel zu jung und damit ille­gal trans­por­tiert werden.

Kranker Hundewelpe„Der skru­pel­lo­se Handel mit Hunden und Katzen geht unauf­hör­lich wei­ter. Nach den Rekordzahlen wäh­rend der Coronapandemie und einem Rückgang nach der Pandemie beob­ach­ten wir aktu­ell wie­der eine stei­gen­de Tendenz. Zudem wer­den auch vie­le Wildtiere ver­schie­dens­ter Arten ille­gal trans­por­tiert“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband for­dert ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren, zumin­dest aber stren­ge­re gesetz­li­che Vorgaben. So soll­ten etwa Händler ihre Identität nach­wei­sen müs­sen und Portalbetreiber Anzeigen vor ihrer Freischaltung prü­fen. Eine EU-weit ver­pflich­ten­de Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen, durch die sich die Herkunft der Tiere bes­ser rück­ver­fol­gen lässt, wur­de jüngst vom EU-Parlament im Rahmen der Verordnung zum Wohlergehen von Hunden und Katzen und deren Rückverfolgbarkeit beschlos­sen und vom Deutschen Tierschutzbund als wich­ti­ge Maßnahme im Kampf gegen den Welpenhandel bewertet.

Rassetiere beson­ders im Fokus
Bei den 598 Hunden, die 2025 Opfer von ille­ga­lem Handel waren, han­del­te es sich häu­fig um Rassehunde wie Zwergspitze, Malteser oder Pudel. Neben den Hunden waren 56 Katzen und 1.596 Tiere ande­rer Arten – Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen, ver­schie­de­ne Vogelarten und Säugetiere wie sechs Affen, zwei Zebras, ein Serval und eine Antilope – vom ille­ga­len Handel betrof­fen. Die meis­ten Fälle wur­den in Bayern, Sachsen und Hamburg auf­ge­deckt. Die Tiere kamen über­wie­gend aus Rumänien und Bulgarien, wobei Rumänien bereits zum zehn­ten Mal in Folge häu­figs­tes Herkunftsland war.

Belastung der Tierheime wächst weiter
Die ohne­hin über­füll­ten Tierheime gera­ten durch den ille­ga­len Handel auch an ihre finan­zi­el­len Grenzen. Weil die Tiere häu­fig schwer krank sind, ent­ste­hen den Tierheimen hohe Kosten für die inten­si­ve tier­me­di­zi­ni­sche Betreuung. Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Diese hat­te in ihrem Koalitionsvertrag finan­zi­el­le Hilfen für Tierheime ange­kün­digt, aller­dings sind im Bundeshaushalt für 2026 kei­ne Gelder für die Tierheime vorgesehen.

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