Bonn. Die gestie­ge­nen Kosten für tier­me­di­zi­ni­sche Behandlungen brin­gen Tierheime in eine schwie­ri­ge Lage. Immer mehr Tierhalter suchen bei Tierheimen nach finan­zi­el­ler Unterstützung für tier­ärzt­li­che Behandlungen, wäh­rend gleich­zei­tig mehr Tiere aus finan­zi­el­len Gründen abge­ge­ben oder aus­ge­setzt wer­den. Dies zei­gen Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes. Die Tierheime ste­hen unter wirt­schaft­li­chem Dauerdruck, wäh­rend die poli­ti­sche Unterstützung vom Bund fehlt, wie der Deutsche Tierschutzbund kritisiert.

Seit die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) 2022 umfas­send über­ar­bei­tet wur­de, haben sich vie­le Abrechnungsposten erhöht. Nun zei­gen ver­öf­fent­lich­te Zahlen des Deutschen Tierschutzbundes, dass die Zahl der Tierhalter steigt, die bei Tierheimen um finan­zi­el­le Hilfe für Tierarztkosten bit­ten: Rund 80 Prozent der befrag­ten Tierschutzvereine bestä­ti­gen die­sen Trend. Ebenso steigt die Zahl der Menschen, die offen­bar nicht wei­ter­wis­sen und ihr Tier aus­set­zen. 60 Prozent der Tierheime geben an, dass sie seit der Anpassung der GOT in wach­sen­dem Maße Fundtiere auf­neh­men müs­sen, die sehr wahr­schein­lich aus­ge­setzt wur­den. Häufig sind die­se Tiere alt oder krank, was ihre Weitervermittlung erschwert.

Hundeseniorin KylieDie höhe­ren tier­me­di­zi­ni­schen Kosten tref­fen die Tierheime auch direkt: Fast 80 Prozent der befrag­ten Einrichtungen berich­ten von deut­li­chen bis sehr star­ken Mehrkosten und bezif­fern sie auf 30 bis 50 Prozent – und mehr. „Ohne Spenden wäre in vie­len Tierheimen längst das Licht aus“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er kri­ti­siert, dass die Kosten für die Betreuung von Fundtieren nicht voll­um­fäng­lich von den Kommunen abge­deckt wer­den und von­sei­ten der Bundesregierung Hilfe fehlt. „Die Politik lässt die Tierheime im Stich!“

Die ange­pass­te GOT hat nach Jahren die erwei­ter­ten Standards der Veterinärmedizin und die wirt­schaft­li­chen Gegebenheiten berück­sich­tigt. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes eine wich­ti­ge Maßnahme, um tier­ärzt­li­che Praxen, Kliniken und Notdienste flä­chen­de­ckend zu erhal­ten. Doch da die GOT-Erhöhung mit wei­te­ren Kostensteigerungen in allen Lebensbereichen ein­her­ging, traf sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter hart. Ein Problem sieht der Deutsche Tierschutzbund auch in der zuneh­men­den Übernahme von Tierkliniken und ‑pra­xen durch gro­ße Ketten, bei denen der wirt­schaft­li­che Profit im Fokus steht. Dr. Romy Zeller, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, emp­fiehlt Tierhaltern, sich früh­zei­tig über eine Tierkrankenversicherung zu infor­mie­ren. Gleichzeitig setzt sich der Deutsche Tierschutzbund bei der geplan­ten Reevaluierung der GOT für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein.

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