Historischer Meilenstein, auf den VIER PFOTEN fast zwan­zig Jahre lang hin­ge­ar­bei­tet hat

Brüssel/Hamburg. Auf EU-Ebene haben die Institutionen eine weg­wei­sen­de Vereinbarung zum Tierschutz und zur Rückverfolgbarkeit von Tieren beschlos­sen. Mit der Verabschiedung der ers­ten EU-Verordnung zum Tierschutz für Hunde und Katzen wird dem ille­ga­len Heimtierhandel wirk­sam Einhalt geboten.

VIER PFOTEN begrüßt ins­be­son­de­re die Einführung wich­ti­ger Schutzmaßnahmen, dar­un­ter die ver­pflich­ten­de Kennzeichnung und Registrierung aller gehal­te­nen Hunde und Katzen, die Einführung eines Online-Verifizierungssystems für alle online ver­kauf­ten Hunde und Katzen, das dem von VIER PFOTEN ent­wi­ckel­ten „Veripet“-System nach­emp­fun­den ist. Weiterhin wur­den Tierwohl-Mindeststandards für Haltung und Zucht der Tiere in Zuchtbetrieben beschlossen.

Illegaler Welpenhandel„Die EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen ist ein his­to­ri­scher Meilenstein, auf den VIER PFOTEN fast zwan­zig Jahre lang hin­ge­ar­bei­tet hat. Die Maßnahmen die­ses Gesetzes wer­den den ille­ga­len Handel mit Hunden und Katzen in der Europäischen Union immens erschwe­ren und die Rückverfolgbarkeit der Tiere gewähr­leis­ten. Wir begrü­ßen den Mut, die Beharrlichkeit und das Engagement der Europäischen Kommission, der Abgeordneten des Europäischen Parlaments und der Delegationen der Mitgliedstaaten, die sich für die Tiere stark gemacht haben. Dies ist ein groß­ar­ti­ger Schritt für mehr Tierschutz in Europa.

Wir hof­fen, dass die Bundesregierung schon vor den beschlos­se­nen Übergangsfristen zur Umsetzung einer obli­ga­to­ri­schen Kennzeichnung und Registrierung von 10 Jahren bei Hunden und 15 Jahren bei Katzen tätig wird und ent­spre­chen­de Gesetze ein­führt. Je schnel­ler Regelungen in Kraft tre­ten, des­to weni­ger Tiere lei­den im ille­ga­len Handel“, sagt Stefanie Köppl, Referentin Bundespolitik VIER PFOTEN Deutschland.

Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für mehr Tierschutz 
Die EU-Gesetzgeber haben mit der Einführung der ver­pflich­ten­den Kennzeichnung und Registrierung aller gehal­te­nen Hunde und Katzen einen wich­ti­gen Meilenstein erreicht. Dieses umfas­sen­de Rückverfolgbarkeitssystem macht es für ille­ga­le Züchter und Verkäufer fast unmög­lich, anonym ihrem per­fi­den Geschäft nach­zu­ge­hen, und erleich­tert es zudem, ent­lau­fe­ne Tiere schnell wie­der mit ihren Haltern zusammenzubringen.

Verifizierung der Registrierung von Hunden und Katzen im Online-Handel
Die EU-Institutionen aus Rat, Kommission und Parlament haben sich für die Regulierung des Online-Handels stark gemacht und unter­stüt­zen ein obli­ga­to­ri­sches Registrierungs- und Verifizierungssystem. Künftig wird im Online-Handel die Registrierung der Hunde und Katzen veri­fi­ziert, noch bevor eine Verkaufsanzeige ver­öf­fent­licht wird. So wird sicher­ge­stellt, dass nie­mand mehr anonym online inse­rie­ren darf und nur regis­trier­te Hunde und Katzen ange­bo­ten wer­den kön­nen. Derzeit stam­men laut einem aktu­el­len VIER PFOTEN Report 79 Prozent aller Hunde aus unbe­kann­ten Quellen, da bis­her kei­ne lücken­lo­se Rückverfolgbarkeit mög­lich war. Diese neue Vorabprüfung wird den Online-Handel mit Heimtieren deut­lich redu­zie­ren und den ille­ga­len Handel eindämmen.

Höhere Tierschutzstandards für alle Züchter
Die Einführung von Mindestanforderungen an den Tierschutz für alle Züchter ist ein wich­ti­ger Schritt hin zu einer stren­ge­ren Regulierung der Zucht von Hunden und Katzen. Die neu­en Standards – die etwa eine art­ge­rech­te Ernährung, tier­ärzt­li­che Versorgung und Schutz vor Misshandlung umfas­sen – gel­ten für alle Züchter glei­cher­ma­ßen. Das gewähr­leis­tet bes­se­re Bedingungen für Tiere in einer lan­ge ver­nach­läs­sig­ten, mil­lio­nen­schwe­ren Branche. Die Mindestanforderungen tra­gen dazu bei, unre­gu­lier­ten Hinterhofzuchten und Tierquälerei in Vermehrerstationen Einhalt zu gebieten.