So gelingt die Eingewöhnung rei­bungs­los – PETA-Expertin gibt Tipps

Stuttgart. Guter Start ins gemein­sa­me Leben: Die Entscheidung, einen Hund aus dem Tierheim oder dem Tierschutzverein zu adop­tie­ren, kann für Mensch und Tier ein auf­re­gen­des Erlebnis sein. Damit der Einzug des neu­en Einwohners mög­lichst stress­frei ver­läuft, gibt es eini­ges zu beach­ten. Mit ein paar Tricks lässt sich das Kennenlernen und die ers­te gemein­sa­me Zeit ent­spann­ter und bedürf­nis­ori­en­tier­ter gestal­ten. Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für tie­ri­sche Mitbewohner bei PETA, hat hier­zu hilf­rei­che Tipps zusammengestellt.

Ein Hund zieht ein„Hunde sind hoch sozia­les Leben, die enge Bindungen zu ihren Menschen auf­bau­en. Bevor eine Adoption in Betracht gezo­gen wird, soll­te über­prüft wer­den, ob aus­rei­chend Zeit, Aufmerksamkeit und Ressourcen vor­han­den sind, um den Bedürfnissen eines tie­ri­schen Mitbewohners gerecht zu wer­den“, so Jana Hoger. „Mit dem Einzug eines Hundes ins neue Zuhause beginnt für die gan­ze Familie ein beson­de­rer Lebensabschnitt, der gut vor­be­rei­tet sein will.“

Ein Hund kommt neu in die Familie – was gilt es zu beachten?
Bevor die Entscheidung für einen Hund als neu­en tie­ri­schen Mitbewohner fällt, müs­sen zunächst fol­gen­de Fragen geklärt werden:

  • Welche Erwartungen wer­den an die Aufnahme eines Tieres gestellt?
  • Ist die gan­ze Familie mit der Entscheidung einverstanden?
  • Hat eine even­tu­ell eine Tierhaarallergie?
  • Kann die lebens­lan­ge Verantwortung – mit­un­ter bis zu 20 Jahre – wirk­lich über­nom­men werden?
  • Sind die finan­zi­el­len Mittel vor­han­den, das Tier auch im Krankheitsfall zu versorgen?
  • Aus wel­chem Tierheim oder Tierschutzverein soll adop­tiert wer­den, und ist es mög­lich, sich bei Sorgen oder Problemen an den Verein zu wenden?
  • Besteht die Möglichkeit, den Vierbeiner vor­her aus­rei­chend zu erler­nen, oder sogar um Probewohnen?
  • Wie kann eine Urlaubsgestaltung mit Hund aus­se­hen oder gibt es Menschen im Umfeld, die in Ferienzeiten auf das Tier auf­pas­sen kön­nen und möchten?
  • Sind aus­rei­chen­de Kenntnisse zum ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit Hunden vor­han­den? Zur Vorbereitung ist es emp­feh­lens­wert, den soge­nann­ten Hundeführerschein zu absolvieren.

Sind die­se Fragen geklärt, steht der Adoption eines Hundes als neu­es Familienmitglied nicht mehr im Wege.

Der Hund zieht ein:
Tipps für einen stress­frei­en Start ins gemein­sa­me Familienleben
Sicheren Rückzugsort schaf­fen: Noch vor dem Einzug soll­te ein Rückzugsort für den Hund geschaf­fen wer­den, an dem weder Erwachsene noch Kinder gestört wer­den. Ein gemüt­li­ches Körbchen an einem geschütz­ten Platz oder in einer ruhi­gen Ecke eig­net sich ide­al, um zu ent­span­nen und zur Ruhe zu kommen.

Geduld und Entspannung schen­ken: In den ers­ten Tagen soll­te viel Zeit für die Eingewöhnung ins neue Zuhause ein­ge­plant wer­den. Es ist wich­tig, ruhig und sanft mit dem Vierbeiner zu spre­chen und das gewünsch­te Verhalten posi­tiv zu beloh­nen. Laute Geräusche sind eben­so zu ver­mei­den wie hek­ti­sche Bewegungen, da die­se dem Hund Angst machen könnten.

Nahrung bei­be­hal­ten: Da vie­le Hunde sehr anfäl­lig für stress­be­ding­ten Durchfall sind, ist es rat­sam abzu­klä­ren, wel­che Nahrung der neue Mitbewohner im Tierheim oder Tierschutzverein in der Vergangenheit erhal­ten hat. Diese kön­nen häu­fig mit­ge­nom­men oder recht­zei­tig besorgt wer­den, um eine schnel­le Nahrungsumstellung zu ver­mei­den. Ist das nicht mög­lich, emp­fiehlt sich eine Sensitiv-Nahrung.

Hund aus­rei­chend sichern: Während der Eingewöhnungszeit soll­ten Hunde unbe­dingt aus­rei­chend mit einem soge­nann­ten Sicherheitsgeschirr und einer Leine gesi­chert wer­den. Das gewähr­leis­tet, dass die Tiere nicht davon­lau­fen, falls sie sich erschrecken.

Sanftes Gassigehen/Eingewöhnung an einen fes­ten Platz zum Lösen: Welpen sind ins­be­son­de­re oft von ihrer Umwelt über­for­dert und haben drau­ßen Schwierigkeiten, sich zu lösen. Hier emp­fiehlt sich ein fes­ter Platz, der bei jeder Runde mit dem Vierbeiner auf­ge­sucht wird. Setzt der Hund Kot oder Urin ab, soll­te er sanft gelobt wer­den – sei es durch freund­li­che Worte oder ein Leckerli. Speziell bei Hundekindern ist es rat­sam, sie regel­mä­ßig und vor allem auch nach jeder Mahlzeit oder Spieleinheit nach drau­ßen zu brin­gen. So ler­nen Sie, sich dort zu erleich­tern, und kön­nen schnell stu­ben­rein werden.

Hundeschule suchen: Es emp­fiehlt sich, egal ob Welpe oder erwach­se­ner Hund, eine Hundeschule zu suchen. Am bes­ten star­tet das Training mit dem neu­en Beamten direkt zu Beginn der Aufnahme ins neue Zuhause. So kön­nen even­tu­el­le Erziehungsfehler oder Unsicherheiten ent­spre­chend geklärt und trai­niert wer­den. Auch ist es rat­sam, den soge­nann­ten Hundeführerschein zu absol­vie­ren, um sich das not­wen­di­ge Fachwissen über eine tier­ge­rech­te Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse der Vierbeiner anzueignen.

Routine gibt Sicherheit – vor­wie­gend bei Welpen: Feste Zeiten für die Nahrungsaufnahme, Ruhe, Spaziergänge oder auch zum Spielen geben Hundekindern Sicherheit. Für die Sozialisierung ist der Kontakt zu ande­ren Hunden und Menschen beson­ders wich­tig. Diese Erfahrung soll­te immer posi­tiv sein, ohne den Hund zu über­for­dern oder zu verängstigen.

Hund aus dem Tierheim oder dem Tierschutzverein adoptieren

 

PETA wünscht allen Menschen, die sich für die Adoption eines Hundes ent­schie­den haben, eine ent­spann­te ers­te Zeit mit ihrem neu­en Freund!