Eine Unverträglichkeit beim Hund erkennen und helfen

Hamburg. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie beim Hund oder bei der Katze kann so man­chen Tierhalter vor eine gro­ße Herausforderung stel­len. Die glo­ba­le Tierschutzstiftung VIER PFOTEN erklärt, wie sich Unverträglichkeiten äußern kön­nen und was dann zu tun ist.

„Eine Nahrungsmittelallergie kann sich über einen län­ge­ren Zeitraum hin­weg ent­wi­ckeln und dann ver­meint­lich plötz­lich auf­tre­ten. So ver­trägt ein Hund oder eine Katze das Futter häu­fig eine lan­ge Zeit, ohne dass es zu Symptomen kommt. Das Immunsystem zeigt erst spä­ter eine ver­zö­ger­te Überreaktion durch Juckreiz, Ausschläge und Hautentzündungen, aber auch durch wie­der­keh­ren­de Entzündungen am äuße­ren Gehörgang oder an den Pfoten oder auch durch Fellverlust. Bei Hunden kann sich unver­träg­li­ches Futter zudem durch Magen-Darm-Symptome wie Erbrechen, Durchfall und Blähungen zei­gen. Katzen zei­gen Symptome wie über­mä­ßi­ge Fellpflege, ver­stärk­tes Kratzen oder Lecken – häu­fig so inten­siv, dass rich­ti­ge Wunden auf der Haut ent­ste­hen. Da die meis­ten Symptome auch Begleiterscheinungen ande­rer Krankheiten sein kön­nen, soll­ten Sie im Zweifelsfall immer eine Tierarztpraxis auf­su­chen“, sagt Dr. Sabrina Karl, Diplom-Biologin und Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN.

Allergie oder Unverträglichkeit?
Hund mit FutternapfZwischen Allergien und Unverträglichkeiten besteht ein wesent­li­cher Unterschied: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern. Bei einer Unverträglichkeit wird das Immunsystem nicht akti­viert. Hier feh­len dem Körper bestimm­te Enzyme zur Verdauung der Nahrung. Ein Beispiel dafür ist die Laktoseintoleranz bei Katzen. Zu den häu­figs­ten Auslösern von Allergien bei Hunden zäh­len Rind- und Lammfleisch, Geflügel, Getreide und Milchprodukte. Bei Katzen kann neben Rind und Huhn auch Fisch eine all­er­gi­sche Reaktion auslösen.

Erkennen, was Ihr Tier nicht verträgt
Um dem Hund oder der Katze bei einer Unverträglichkeit hel­fen zu kön­nen, ist es wich­tig, zunächst den Auslöser der Allergie zu ermit­teln. „Eine bewähr­te Methode ist die Ausschluss-Diät. Dafür soll­te man sein Tier über einen Zeitraum von meh­re­ren Wochen nur auf Basis einer tie­ri­schen Proteinquelle – bei­spiels­wei­se nur Pferd oder Lamm, ohne Getreide und Milchprodukte – ernäh­ren. Eventuell kann man Futter wäh­len, das zudem Kohlenhydratzusätze wie Süßkartoffel oder Pastinake ent­hält. Füttern Sie den Hund oder die Katze für min­des­tens sechs bis acht Wochen strikt mit die­sem Futter, um alle poten­zi­el­len Allergieauslöser zu eli­mi­nie­ren. Nach kur­zer Zeit soll­ten die Symptome bereits abklin­gen. Nach Abschluss des Zeitraums kann man dann suk­zes­siv jeweils eine ande­re Proteinquelle dazu­neh­men, um so die all­er­gie­aus­lö­sen­den Stoffe zu fin­den“, erklärt Dr. Sabrina Karl.

Fremdnaschen ist tabu
„Wichtig ist es, bei einer Ausschluss-Diät kon­se­quent zu blei­ben. Das heißt, auch Fremdnaschen von ande­ren Leckerlis ist wäh­rend­des­sen abso­lut tabu. Bitte machen Sie die Ausschlussdiät bes­ten­falls mit tier­ärzt­li­cher Begleitung. Sobald der all­er­gie­aus­lö­sen­de Stoff in der Nahrung iden­ti­fi­ziert ist, soll­te das Heimtier die­ses Futter in Zukunft nicht mehr erhal­ten“, sagt die Expertin.

Vor Beschwerden und Stress schützen
„Lassen Sie sich wei­ter­füh­rend in Ihrer Tierarztpraxis oder von Spezialisten für Tierernährung zu hypo­all­er­ge­nen Futtermitteln oder einer haus­ge­mach­ten, indi­vi­du­ell zusam­men­ge­stell­ten Diät bera­ten. Außerdem kön­nen hier die Symptome einer mög­li­chen Unverträglichkeit kurz­fris­tig und schnell erkannt und gelin­dert wer­den. Die wich­tigs­te Behandlung bei einer Allergie besteht jedoch dar­in, die Ursache der Nahrungsmittelallergie zu ermit­teln und zu behe­ben, um dem Tier dau­er­haf­te Beschwerden und Stress zu erspa­ren“, sagt die VIER PFOTEN-Heimtier-Expertin.