Diabetes erkennen und behandeln

Bonn. Nicht nur Menschen kön­nen an Diabetes mel­li­tus erkran­ken, auch Haustiere sind betrof­fen. Diabetes gehört sogar zu den häu­figs­ten hor­mo­nel­len Erkrankungen in der Kleintiermedizin. Auch Hunde kön­nen im Laufe ihres Lebens die soge­nann­te „Zuckerkrankheit“ ent­wi­ckeln. Hundehalter soll­ten für die wich­tigs­ten Warnsignale sen­si­bi­li­siert sein. Aber auch Zuversicht haben: Früh erkannt, ist die Erkrankung gut behandelbar.

Anzeichen recht­zei­tig deuten
Diabetes beim Hund erkennen und behandelnDie typi­schen Symptome sind auf den ers­ten Blick unspe­zi­fisch und kön­nen leicht über­se­hen wer­den: ver­mehr­tes Trinken, häu­fi­ges Wasserlassen, gestei­ger­ter Appetit bei gleich­zei­ti­gem Gewichtsverlust, all­ge­mei­ne Schwäche oder ein stump­fes Fell. Auch eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star) kann ein Hinweis sein. Treten sol­che Veränderungen auf, soll­te das Tier unbe­dingt tier­ärzt­lich unter­sucht wer­den. Eine ein­fa­che Blut- oder Urinuntersuchung lie­fert schnell Klarheit.

Ursache: Insulinmangel
Im Gegensatz zum Menschen, bei dem Diabetes oft in zwei Typen unter­schie­den wird, erkran­ken Hunde fast aus­schließ­lich an Typ 1. Dabei pro­du­ziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr. Ohne die­ses Hormon kann Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen trans­por­tiert wer­den, der Körper ver­liert sei­ne wich­tigs­te Energiequelle.

Behandlung – mit Disziplin machbar
Die Therapie besteht in der Regel aus einer lebens­lan­gen Insulinbehandlung, die von den Tierhaltenden nach tier­ärzt­li­cher Einweisung zu Hause durch­ge­führt wird. Anfangs erfor­dert die Einstellung Geduld und enge Kontrollen, bis die rich­ti­ge Dosis gefun­den ist. Viele Hunde sind nach eini­gen Wochen jedoch sta­bil und kön­nen ein fast nor­ma­les Leben füh­ren. Unterstützend hel­fen eine ange­pass­te Fütterung mit spe­zi­el­len Diätfuttermitteln, regel­mä­ßi­ge Bewegung und eine kon­se­quen­te Routine im Alltag.

Wie auf­wen­dig ist das im Alltag?
Eine Diabetesbehandlung bedeu­tet Verantwortung – aber sie ist mach­bar. Nach der Eingewöhnungsphase gehört die Insulinspritze für vie­le Halter ein­fach zum Tagesablauf, ähn­lich wie das Gassigehen. Hilfreich ist es, ein klei­nes „Diabetes-Tagebuch“ zu füh­ren, um Wasseraufnahme, Appetit und Aktivität im Blick zu behalten.

Auch wenn die Diagnose Diabetes zunächst erschreckt: Mit Geduld und guter tier­ärzt­li­cher Betreuung lässt sich die Krankheit so mana­gen, dass betrof­fe­ne Hunde lan­ge aktiv und lebens­froh blei­ben. Der Schlüssel liegt in der engen Zusammenarbeit zwi­schen Tierarztpraxis und Tierhalter.

Weitere Infos im Beitrag „Diabetes beim Hund – erken­nen, ver­ste­hen, behan­deln“.

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)