Kleine Pflanzenteile, gro­ßes Risiko

Eschborn. Zurzeit sind sie über­all zu fin­den – auf Feldern, Wiesen, ent­lang von Waldwegen oder auch im Stadtpark. Kaum ein Spaziergang ver­geht, ohne dass sie sich im Fell des Vierbeiners ver­fan­gen: Die Rede ist von Grannen. Die klei­nen, bors­ti­gen Pflanzenteile wir­ken auf den ers­ten Blick harm­los, kön­nen für Hunde und Katzen jedoch schwe­re gesund­heit­li­che Folgen haben. Die Tierschutzorganisation TASSO infor­miert daher über die Risiken und erklärt, wie Tierhalter ihre Tiere best­mög­lich schüt­zen können.

Den Hund vor Grannen schützenGrannen sind klei­ne Pflanzenteile, die sich bei­spiels­wei­se an den Ähren ver­schie­de­ner Getreidearten oder Wildgräser befin­den. Mit Widerhaken aus­ge­stat­tet, kön­nen sie sich leicht im Fell fest­set­zen und über die Haut oder Körperöffnungen wie Nase, Ohren oder Augen in das Tier ein­drin­gen und von dort aus wei­ter im Körper wan­dern. „Viele Tierhalter unter­schät­zen die Gefahr, die von Grannen aus­geht. Die Pflanzenteilchen kön­nen in der Haut schmerz­haf­te Entzündungen und eit­ri­ge Abszesse ver­ur­sa­chen, im Ohr das Trommelfell schä­di­gen oder im Auge zu Hornhautschäden bis hin zur Erblindung füh­ren“, warnt Dr. Laura Witting, Tierärztin und Referentin Tierschutz bei der Tierschutzorganisation TASSO.

Grannen recht­zei­tig entdecken
Wenn der Hund wäh­rend oder nach dem Spaziergang oder die Katze nach ihrem Freigang plötz­lich eines die­ser Symptome zeigt, soll­ten Hundehalter auf­merk­sam wer­den und ihren Vierbeiner sofort nach Grannen abtasten:

  • auf­fäl­lig häu­fi­ges Niesen oder ein­sei­ti­ger Nasenausfluss,
  • Augenkneifen oder auf­fäl­li­ger Augenausfluss,
  • inten­si­ves Kratzen am Auge oder Ohr,
  • stän­di­ges Kopfschütteln,
  • Pfoten schle­cken,
  • plötz­li­ches Humpeln.

Entscheidend ist, Grannen mög­lichst früh­zei­tig zu erken­nen und zu ent­fer­nen. Wenn die Granne nur leicht in der Haut oder im Fell des Hundes oder der Katze steckt, kön­nen Halter ver­su­chen, sie selbst zu ent­fer­nen. „Ist die Granne jedoch bereits tie­fer in den Körper ein­ge­drun­gen, soll­te umge­hend eine Tierarztpraxis auf­ge­sucht wer­den“, rät Dr. Witting.

Vorbeugung und Kontrolle
Um das Grannen-Risiko zu ver­rin­gern, soll­ten Hunde mög­lichst nicht durch hohes Gras oder Getreidefelder lau­fen. Allerdings lösen sich Grannen häu­fig von den Pflanzen und wer­den durch Wind in der Umgebung ver­teilt. Deshalb ist über­all Vorsicht gebo­ten. Dr. Witting weist dar­auf hin, dass Hunde und Katzen wäh­rend der Grannenzeit täg­lich auf Grannen kon­trol­liert wer­den soll­ten: „Vor allem die Pfoten, Achseln und der Leistenbereich soll­ten gründ­lich abge­tas­tet wer­den. Bei lang­haa­ri­gen Hunden kann es zudem sinn­voll sein, das Fell zwi­schen den Ballen etwas zu kürzen.“

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