Wenn’s den Hund juckt

Düsseldorf. Die Haut erfüllt bei Hunden grund­sätz­lich ähn­li­che Aufgaben wie bei Menschen: Sie schützt unter ande­rem vor äuße­ren Einflüssen wie Bakterien oder Parasiten und regu­liert die Körpertemperatur. Zudem machen sich ver­schie­de­ne Krankheiten über Hautprobleme bemerk­bar. Entsprechend wich­tig ist es, dass Hundehalter Hautveränderungen bei ihrem Begleiter früh­zei­tig erken­nen und im Zweifelsfall tier­ärzt­lich abklä­ren lassen.

Stumpfes Fell, kah­le Stellen, stän­di­ges Kratzen oder Rötungen – die Haut eines Hundes kann eine Vielzahl an Symptomen für eine eben­falls gro­ße Vielfalt an Ursachen zei­gen. „Probleme mit der Haut kön­nen oft schon früh­zei­tig auf Krankheiten hin­deu­ten, die erst mit Laboruntersuchungen ein­deu­tig fest­ge­stellt wer­den kön­nen“, erklärt Tierärztin Dr. Steffi Schmidt. „Viele sys­te­mi­sche Erkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Leberprobleme, kön­nen damit in einem frü­hen Stadium behan­delt werden.“

Häufige Hauterkrankungen beim Hund
Hautprobleme sind häu­fig auf die fol­gen­den Ursachen zurückzuführen:

  • Allergien: Flohspeichel, Milben, Pollen oder auch Futtermittel kön­nen beim Hund all­er­gi­sche Reaktionen her­vor­ru­fen. Diese zei­gen sich häu­fig durch star­ken Juckreiz, Rötungen oder Entzündungen der Haut.
  • Parasiten: Flöhe, Zecken, Milben und Co. kön­nen auch abseits von Allergien zu Juckreiz und Hautirritationen führen.
  • Pilzinfektionen: Runde, haar­lo­se Stellen mit ver­stärk­ter Schuppenbildung kön­nen auf eine Infektion hin­wei­sen, die unbe­dingt behan­delt wer­den sollte.
  • Bakterielle Entzündungen: Hautentzündungen sind häu­fig eine Folgeerscheinung ande­rer Probleme der Haut und ent­ste­hen, wenn sich ein Hund bei­spiels­wei­se bei Juckreiz mit Kratzen Abhilfe verschafft.

Wenn es den Hund juckt„Grundsätzlich kann jeder Hund unter Hautproblemen und ‑erkran­kun­gen lei­den“, sagt die Tierärztin. „Hunde mit star­ker Faltenbildung wie Möpse, Bulldoggen oder Cocker Spaniel sind aller­dings beson­ders anfäl­lig. In den Hautfalten kommt es schnel­ler zu einem Feuchtigkeitsstau und bak­te­ri­el­le Infektionen kön­nen ent­ste­hen.“ Wenn Hautveränderungen sehr plötz­lich auf­tre­ten, star­ker Juckreiz besteht (Kratzen oder Belecken) oder sich Rötungen, Krusten, Pusteln, näs­sen­de oder offe­ne Stellen zei­gen, soll­te man die­se unter­su­chen las­sen. Wenn der Tierarzt alle medi­zi­ni­schen Ursachen für den Juckreiz aus­schließt, kann auch ein psy­chisch beding­tes Verhalten infra­ge kommen.

Hautproblemen vor­beu­gen
Sowohl Hunde mit Allergien, die sich häu­fig krat­zen oder bele­cken, als auch älte­re Hunde, die oft unter tro­cke­ner oder schup­pi­ger Haut lei­den, pro­fi­tie­ren von einer beson­de­ren Pflege, erklärt Dr. Schmidt. Pflegeprodukte aus dem Zoofachhandel, etwa Hundeshampoos mit Chlorhexidin oder rück­fet­ten­den Inhaltsstoffen, kön­nen hier eine wich­ti­ge Rolle ein­neh­men. „Durch das Waschen und Pflegen blei­ben weni­ger Keime zurück und die Haut kann ihrer natür­li­chen Schutzfunktion wie­der bes­ser nach­kom­men. Im Idealfall braucht es dann weni­ger oder gar kei­ne Medikamente zur Behandlung“, so die Tierärztin. Es ist in jedem Fall sinn­voll, Hautveränderungen vom Tierarzt begut­ach­ten zu las­sen, damit er pas­sen­de Produkte oder wei­ter­füh­ren­de Behandlungen emp­feh­len kann.

Vorbeugend für eine gesun­de Haut wir­ken zudem eine aus­ge­wo­ge­ne Ernährung, regel­mä­ßi­ge Fellpflege und eine sau­be­re Umgebung. So kön­nen Halter dazu bei­tra­gen, dass sich der Vierbeiner rund­um wohl in sei­ner Haut fühlt.

Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V.