TASSO rät, die Entscheidung sorg­fäl­tig zu prüfen

Eschborn. Lange Spaziergänge im Sonnenuntergang, Streicheleinheiten in ein­sa­men Momenten und ein wenig mehr Schwung und Spaß im Alltag – der Wunsch nach einem tie­ri­schen Gefährten ist bei vie­len Menschen groß. Dabei wird das Zusammenleben mit dem Vierbeiner jedoch oft­mals idea­li­siert. Welche Verantwortung, Arbeit, Zeit und finan­zi­el­len Aufwendungen auf sie zukom­men, ist Tierinteressierten häu­fig gar nicht bewusst. Die Tierschutzorganisation TASSO, die Europas größ­tes kos­ten­lo­ses Heimtierregister betreibt, rät daher, sich vor­ab genau zu infor­mie­ren und die Entscheidung nicht zu überstürzen.

Familie und HundSie berei­chern unser Leben, schen­ken Freude, schaf­fen Struktur und eröff­nen oft neue Perspektiven. Doch wer ein Tier auf­nimmt, über­nimmt zugleich eine gro­ße Verantwortung und zahl­rei­che Verpflichtungen. Ganz egal ob Hunde, Katzen oder klei­ne Heimtiere, sie alle sind auf die Fürsorge ihrer Menschen ange­wie­sen. „Umso wich­ti­ger ist es, sich vor­ab mit den Anforderungen des jewei­li­gen Tieres aus­ein­an­der­zu­set­zen und sich bewusst zu machen, dass der Vierbeiner vie­le Jahre lang Teil der Familie sein wird“, sagt Heike Weber, Leiterin Tierschutz bei TASSO. Dabei warnt sie vor unüber­leg­ten Spontankäufen, die häu­fig zur Vernachlässigung oder Abgabe des Tieres füh­ren – mit trau­ma­ti­schen Folgen für den Vierbeiner.

Luft und Liebe allei­ne rei­chen nicht aus
Zur ver­ant­wor­tungs­vol­len Tierhaltung gehört es, dem tie­ri­schen Begleiter ein art­ge­rech­tes Leben zu ermög­li­chen. „Ein Tier auf­zu­neh­men bedeu­tet, sei­ne Bedürfnisse zu ver­ste­hen und ihm das zu geben, was es braucht, um sich wohl und sicher zu füh­len. Dazu gehört auch eine regel­mä­ßi­ge medi­zi­ni­sche Versorgung“, erklärt Weber.

Vor der Anschaffung eines Vierbeiners soll­ten daher eini­ge Punkte sorg­fäl­tig geprüft werden:

  • Ist die Möglichkeit gege­ben, aus­rei­chend Zeit mit dem Tier zu ver­brin­gen, oder muss es oft und über Stunden hin­weg allei­ne bleiben?
  • Ist aus­rei­chend Disziplin vor­han­den, um mit dem Hund regel­mä­ßig – auch bei Schnee und Regen – spazierenzugehen?
  • Bin ich bereit, das Katzenklo täg­lich zu rei­ni­gen und mich aktiv mit der Katze zu beschäftigen?
  • Kann ich mei­nen Kaninchen genü­gend Auslauf und Rückzugsorte anbieten?
  • Was pas­siert mit dem Tier, wenn ich im Urlaub bin?
  • Sind alle Familienmitglieder mit der Aufnahme ein­ver­stan­den? Besteht eine Tierhaarallergie und ist die Haltung in der Wohnung über­haupt erlaubt?
  • Und nicht zu ver­ges­sen: Sind genü­gend finan­zi­el­le Mittel vor­han­den, um dem Tier alles zu geben, was es für ein glück­li­ches und gesun­des Leben benötigt?

Hund-SpaziergangGerade der finan­zi­el­le Aspekt wird häu­fig unter­schätzt. Neben der Ausstattung und dem Futter müs­sen Tierfreunde auch an die Versicherungen und regel­mä­ßi­gen Tierarztkosten den­ken. „Zu den kal­ku­lier­ba­ren Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen oder auch Wurmkuren kön­nen rasch mal unkal­ku­lier­ba­re, sehr hohe Kosten auf die Tierhalter zukom­men, bei­spiels­wei­se wenn eine Operation nötig ist oder das Tier chro­nisch erkrankt“, betont Weber.

Welches Tier passt zu mir?
Wenn kein Zweifel besteht und die Entscheidung für ein Heimtier gefal­len ist, soll­ten Tierfreunde im nächs­ten Schritt auch prü­fen, wel­ches Tier über­haupt zu ihnen passt. „Grundsätzlich ist es bei der Wahl des Tieres wich­tig, die Bedürfnisse von Mensch und Tier in Einklang zu brin­gen. Eine eher scheue Katze benö­tigt ein ruhi­ges Zuhause, wäh­rend jün­ge­re Katzen auch in einer Familie leben kön­nen, in der es etwas tur­bu­len­ter zugeht. Und ein sport­lich akti­ver Mensch soll­te eher einen Hund aus­wäh­len, der selbst ger­ne aktiv ist“, sagt Weber. Aus Tierschutzsicht begrüßt sie die Adoption eines Tierschutztieres, denn im Tierheim war­ten vie­le Hunde, Katzen und auch klei­ne Heimtiere voll­kom­men unver­schul­det auf ein neu­es Zuhause.