Bonn. Viele Tierhalter ken­nen die­se Anzeichen: Der Hund wird gemüt­li­cher, die Katze zieht sich öfter zurück. Besuche beim Tierarzt wer­den zur Routine. Wenn Haustiere älter wer­den, beginnt für vie­le Menschen ein neu­er Abschnitt im Zusammenleben mit dem Tier – die pas­sen­de Versorgung darf hier­bei nicht fehlen.

Haustiere wer­den heut­zu­ta­ge älter – inklu­si­ve ihrer indi­vi­du­el­len Bedürfnisse. Genau wie bei uns Menschen stei­gen mit zuneh­men­dem Alter die gesund­heit­li­chen Herausforderungen. Chronische Erkrankungen blei­ben dabei oft lan­ge unent­deckt und machen sich häu­fig erst spät oder durch sub­ti­le Symptome bemerk­bar. Die Mobilität nimmt ab und auch der Appetit kann sich ver­än­dern. Umso wich­ti­ger ist es, die geschätz­ten Familienmitglieder auch im Alter zu umsor­gen und zu beob­ach­ten. Dank moder­ner Diagnostik und Medizin kön­nen Hunde und Katze trotz chro­ni­scher Krankheiten oder Alterserscheinungen ein gutes Leben füh­ren. Voraussetzung hier­für ist eine regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Betreuung, idea­ler­wei­se durch einen jähr­li­chen Gesundheitscheck.

Wenn der Hund älter wird
Alter Hund - HundeseniorAls Familienmitglieder sind Hunde tag­täg­lich an der Seite ihrer Halter. Trotzdem kann es pas­sie­ren, dass Erkrankungen im Alter zunächst als „nor­ma­le“ Alterserscheinungen inter­pre­tiert wer­den. Müdigkeit, Appetitverlust, Atembeschwerden oder Husten nach Spaziergängen kön­nen jedoch auch Anzeichen einer Herzinsuffizienz sein – ein häu­fi­ges Altersleiden bei Hunden. Auffällige Herzgeräusche bei einer Routineuntersuchung kann der Tierarzt durch Röntgen, Herzultraschall und Blutuntersuchung wei­ter abklä­ren. Eine medi­ka­men­tö­se Behandlung kann dem Hund ein län­ge­res und vor allem unbe­schwer­tes Leben ermög­li­chen. Mit Schmerztherapien behan­delt wer­den kön­nen Gelenkerkrankungen wie Arthrose, typisch bei älte­ren Hunden: Sie wer­den stei­fer oder weni­ger aktiv. Häufig über­se­hen oder vom Halter miss­in­ter­pre­tiert wer­den Störungen der Schilddrüse.

Eine Unterfunktion kann sich bei­spiels­wei­se durch ver­mehr­te Schuppenbildung und die Neigung zu Hautinfektionen bemerk­bar machen. Die erkrank­te Schilddrüse bringt den Hormonhaushalt der Tiere durch­ein­an­der, was sich durch Gewichtszunahme oder ein hohes Schlafbedürfnis äußern kann. Auch hier ist der Tierarzt der rich­ti­ge Ansprechpartner für eine fun­dier­te Diagnose und Therapie.

Katzen: Leise Signale erkennen
Ab dem elf­ten Lebensjahr nimmt laut Untersuchungen bei Katzen die Zahl der Krankheiten zu – aller­dings wis­sen die Stubentiger dies gut zu ver­ber­gen. Veränderungen wie Appetitverlust, Rückzug oder ver­min­der­te Spiel- und Sprungfreude deu­ten auf Probleme hin. Besonders häu­fig tritt im Alter die chro­ni­sche Niereninsuffizienz (CNI) auf, laut Schätzungen bei bis zu 20 Prozent aller Katzen, die älter als sie­ben Jahre sind. Das Tückische: Symptome tre­ten erst auf, wenn bereits 65 bis 70 Prozent der soge­nann­ten Nephrone (Filterzellen) zer­stört sind, eine Behandlung ist dann nur noch ein­ge­schränkt mög­lich. Umso wich­ti­ger sind regel­mä­ßi­ge, jähr­li­che Vorsorgeuntersuchungen.

Auch eine Schilddrüsenüberfunktion tritt bei Seniorenkatzen häu­fig auf und kann bei frü­her Diagnose gut behan­delt wer­den. Zu ihren Symptomen gehö­ren Heißhunger und ein strup­pi­ges Fell. Weniger offen­sicht­lich, aber eben­so unan­ge­nehm, ist die Arthrose. Bewegt die Katze sich weni­ger oder mei­det höher gele­ge­ne Lieblingsplätze, dann soll­ten Halter aktiv wer­den und vom Tierarzt abklä­ren las­sen, ob ihr Tier Schmerzen hat.

Gesundheitsvorsorge nut­zen
Die bes­te Grundlage für eine gute Begleitung von Hund und Katze im Alter sind regel­mä­ßi­ge Routineuntersuchungen. Mit der stei­gen­den Lebenserwartung ändert sich der Anspruch an die tier­me­di­zi­ni­sche Versorgung. Altersmedizin, neue Therapieansätze und an die geän­der­ten Bedürfnisse ange­pass­te Ernährungsprogramme sind nötig. Nicht umsonst sor­gen neue Behandlungsoptionen, ins­be­son­de­re für Hauterkrankungen, Herzleiden und bei Schmerzen, für Bewegung im deut­schen Tierarzneimittelmarkt: Die Branche stellt sich auf die ver­än­der­ten Bedürfnisse der Tierhalter ein.

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)