Ganzheitliche Hilfe bei Angst, Aggression und Verhaltensstörungen bei Hunden und Katzen

Verhaltensmedizin-Expertin Claudia RichterHannover. Die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) erwei­tert ihr Behandlungsspektrum: Mit Tierärztin Claudia Richter bie­tet sie ab sofort eine spe­zia­li­sier­te Sprechstunde für Verhaltensmedizin für Hunde, Katzen und wei­te­re Tierarten an. Richter ist als „Diplomate“ des American College of Veterinary Behaviorists eine inter­na­tio­nal aner­kann­te Expertin für Verhaltensmedizin. Der Titel „Diplomate“ beschreibt eine zusätz­li­che Qualifikationsstufe, die Richter in Kanada durch eine mehr­jäh­ri­ge, hoch­spe­zia­li­sier­te vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Weiterbildung, eine soge­nann­te Residency, für ihr Fachgebiet erlangt hat.

Die tier­ärzt­li­che Verhaltensmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie von Verhaltensstörungen, haupt­säch­lich sol­chen, bei denen kör­per­li­che und emo­tio­na­le Ursachen mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Körperliche Erkrankungen kön­nen Verhaltensveränderungen aus­lö­sen oder ver­schlim­mern, eben­so kön­nen psy­chi­sche Belastungen kör­per­li­che Symptome her­vor­ru­fen oder verschlechtern.

Zu den häu­fig behan­del­ten Verhaltensauffälligkeiten zäh­len unter ande­rem Zwangsverhalten wie das Jagen von Licht, Schatten oder des eige­nen Schwanzes, kogni­ti­ve Dysfunktion (Demenz), Futterprobleme sowie Angst- und Aggressionsverhalten – etwa im Zusammenhang mit Tierarztbesuchen, Geräuschen oder sozia­len Situationen. Bei Katzen gehö­ren zudem Probleme bei der Zusammenführung meh­re­rer Tiere, Angstverhalten oder uner­wünsch­tes Urinieren im Haushalt zu den typi­schen Vorstellungsgründen.

„Unser Ziel ist es, die kör­per­li­che und emo­tio­na­le Gesundheit unse­rer Patienten ganz­heit­lich zu betrach­ten und so für jedes Tier und sei­ne Familie einen indi­vi­du­el­len Behandlungsplan zu erstel­len“, erklärt Tierärztin Richter. „Dabei pro­fi­tie­ren wir von den ande­ren Fachabteilungen der TiHo, nut­zen moderns­te Technik und kön­nen so eine umfas­sen­de Diagnostik sicherstellen.“

Behandlungsablauf
Die Betreuung beginnt mit einem Online-Fragebogen und einem tele­me­di­zi­ni­schen Erstgespräch, die der Vorbereitung und Planung die­nen. Der anschlie­ßen­de Termin in der Klinik umfasst eine gründ­li­che kli­ni­sche und ver­hal­tens­me­di­zi­ni­sche Untersuchung. Auf die­ser Basis wird ein indi­vi­du­el­ler Therapieplan erstellt, der medi­zi­ni­sche Maßnahmen, ver­hal­tens­the­ra­peu­ti­sche Ansätze und – falls erfor­der­lich – eine medi­ka­men­tö­se Unterstützung ein­schließt. „Wir arbei­ten in der Verhaltensmedizin zudem eng mit qua­li­fi­zier­ten Trainern zusam­men, die die Tierbesitzer anlei­ten und mit posi­ti­ver Verstärkung arbei­ten“, erklärt Richter. „Das ist ver­gleich­bar mit der Zusammenarbeit eines Chirurgen mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.“

Für Klinikleiter Professor Holger Volk, PhD, ist die neue ver­hal­tens­me­di­zi­ni­sche Sprechstunde eine gro­ße Bereicherung für die TiHo: „Die Verhaltensmedizin weist zahl­rei­che Schnittstellen zu unse­ren ande­ren Fachbereichen auf – sowohl in der ambu­lan­ten als auch in der sta­tio­nä­ren Versorgung“, so Volk. „Wir sind sehr stolz und dank­bar, mit Claudia Richter eine so erfah­re­ne Expertin für die Klinik für Kleintiere gewon­nen zu haben.“

In den kom­men­den Monaten soll das Team der Verhaltensmedizin wei­ter aus­ge­baut wer­den. Zudem möch­te Richter Studierende der Tiermedizin früh für die­ses wich­ti­ge Fachgebiet begeistern.

Termine in der ver­hal­tens­me­di­zi­ni­schen Sprechstunde
Alle Informationen sowie die Formulare für den Erstkontakt fin­den inter­es­sier­te Tierbesitzer unter www​.tiho​-han​no​ver​.de/​v​e​r​h​a​l​ten.

Über Claudia Richter
Claudia Richter stu­dier­te Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Staatsexamen ging sie nach Kanada, wo sie zuerst über zehn Jahre Erfahrungen in der Allgemeinpraxis sam­mel­te und ihr Interesse an der Verhaltensmedizin ent­wi­ckel­te. Sie ent­schloss sich zu einer Spezialisierung und absol­vier­te eine soge­nann­te Residency mit dem American College of Veterinary Behaviorists (ACVB). Eine Residency ist eine mehr­jäh­ri­ge, struk­tu­rier­te Weiterbildung, in der Tierärzte unter Anleitung prak­ti­sche Erfahrung und wis­sen­schaft­li­che Kompetenz in einem Fachgebiet erwer­ben. Richter schloss ihre Residency 2024 erfolg­reich als „Diplomate“ ab. Der Diplomate-Titel steht für eine inter­na­tio­nal aner­kann­te und hoch­spe­zia­li­sier­te Weiterbildung in ver­schie­de­nen Disziplinen. In Vancouver führ­te sie vie­le Jahre eine eige­ne Praxis für Verhaltensmedizin. An der TiHo Hannover baut sie nun die neue Abteilung für Verhaltensmedizin auf.

Über das American College of Veterinary Behaviorists (ACVB)
Das American College of Veterinary Behaviorists (ACVB) ist die inter­na­tio­na­le Zertifizierungsstelle für Tierärzte mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin. Ziel ist es, die Verhaltensgesundheit von Tieren durch Forschung, evi­denz­ba­sier­te Ausbildung und kli­ni­sche Expertise zu fördern.

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