Allergieähnliche Beschwerden gehö­ren bei Hunden und Katzen inzwi­schen zu den häu­figs­ten Gründen für einen Besuch in der Tierarztpraxis. Gerade im Frühjahr füh­ren Juckreiz, Pfotenlecken, oder Hautrötungen schnell zum Verdacht auf Pollen- oder Futtermittelallergien. Doch die­se Erklärung greift häu­fig zu kurz. Dr. Dávid Zárecký, Tierarzt bei „Das Gesunde Tier“, ord­net ein, war­um der Darm bei Allergiethemen stär­ker mit­ge­dacht wer­den muss, wes­halb es nicht aus­reicht, ein­zel­ne Symptome zu behan­deln, und war­um vor­schnel­le Futterwechsel betrof­fe­nen Tieren häu­fig eher scha­den als helfen.

Berlin. Juckreiz, Hautrötungen, Ohrenentzündungen: Immer mehr Haustiere lei­den an Allergien. Laut aktu­el­len Versicherungsdaten aus dem Heimtierbereich sind haut­all­er­gie­be­zo­ge­ne Fälle bei Hunden und Katzen 2024 im Vergleich zu 2023 um 13 Prozent gestie­gen (1). „Wir beob­ach­ten seit Jahren, dass all­er­gie­ähn­li­che Beschwerden bei Haustieren deut­lich zuneh­men. Mittlerweile sind sie einer der häu­figs­ten Gründe, war­um Hunde und Katzen zu uns in die Praxis kom­men“, erklärt Dr. Dávid Zárecký, Tierarzt bei „Das Gesunde Tier“.

Dr. Dávid Zárecký, TierarztWenn Vierbeiner sich wund­krat­zen oder auf­fäl­lig häu­fig put­zen, den­ken gera­de im Frühjahr und Sommer vie­le Tierhalter schnell an eine sai­so­na­le Allergie. Der Zeitpunkt scheint ein­deu­tig: Pollen flie­gen, Gräser wach­sen, Umweltreize neh­men zu. Doch aus tier­ärzt­li­cher Sicht greift die­se Erklärung häu­fig zu kurz: „Häufig las­sen sich die Beschwerden der Vierbeiner gar nicht auf ein­zel­ne Ursachen zurück­füh­ren. Viel wich­ti­ger ist die Frage, war­um das System des Tieres über­haupt so emp­find­lich reagiert“, ord­net Dr. Zárecký ein. Allergieähnliche Symptome ent­ste­hen oft aus einem Zusammenspiel ver­schie­de­ner Faktoren. Umweltreize kön­nen eine wich­ti­ge Rolle spie­len, aber auch Hautbarriere, Immunsystem, Ernährung und Darmgesundheit beein­flus­sen, wie stark ein Tier reagiert.

Aus Sicht von Dr. Zárecký wird gera­de der Darm bei all­er­gie­ähn­li­chen Beschwerden häu­fig zu spät berück­sich­tigt, obwohl er eng mit Haut und Immunsystem ver­bun­den ist. Das Problem: Viele Tiere erhal­ten zwar kurz­fris­ti­ge Hilfe gegen Juckreiz oder Hautreizungen, die zugrun­de lie­gen­den Ursachen blei­ben aber unklar. Laut dem Tierarzt braucht es des­halb pri­mär eine sau­be­re Diagnostik, bevor ein­zel­ne Maßnahmen ergrif­fen wer­den: „Wer all­er­gie­ähn­li­che Beschwerden lang­fris­tig in den Griff bekom­men will, darf nicht nur auf die Haut schau­en. Wir brau­chen einen ganz­heit­li­chen Ansatz, um zu ver­ste­hen, wel­che Faktoren bei den Vierbeinern zusam­men­spie­len“, betont Dr. Zárecký.

Warum der Darm bei Hautproblemen mit­ge­dacht wer­den muss
Gerade wenn Hautprobleme immer wie­der­keh­ren, liegt der Blick oft auf dem Fell, den Pfoten oder den Ohren. Der Darm gerät dabei schnell aus dem Fokus, obwohl er für das Immunsystem eine zen­tra­le Rolle spielt. Über die soge­nann­te Darm-Haut-Achse ste­hen Verdauung, Darmflora, Abwehrkräfte und Haut mit­ein­an­der in Verbindung. „Der Darm ist eines der wich­tigs­ten Immunorgane des Körpers. Wenn Darmbarriere, Verdauung oder Mikrobiom aus dem Gleichgewicht gera­ten, kann das Entzündungsprozesse im Körper ver­stär­ken und Hautreaktionen begüns­ti­gen“, erläu­tert Dr. Zárecký. Das bedeu­tet aus sei­ner Sicht nicht, dass jedes Hautproblem vom Futter kommt. Es zeigt aber, war­um der Darm bei all­er­gie­ähn­li­chen Beschwerden nicht igno­riert wer­den soll­te. „Auch bei Hunden, die wir wegen Umweltallergien behan­deln, beob­ach­ten wir häu­fig Veränderungen in der Darmflora. Wer die Ursache von all­er­gie­ähn­li­chen Symptomen ver­ste­hen will, soll­te also nicht nur fra­gen, was die Haut reizt, son­dern auch, ob Verdauung, Fütterung und Darmgesundheit sta­bil sind“, ver­deut­licht Dr. Zárecký.

Futter kann hel­fen – aber nicht als Schnelllösung
Wenn nun der Darm mit in die Behandlung von all­er­gie­ähn­li­chen Symptomen ein­be­zo­gen wer­den soll, liegt der Gedanke an einen Futterwechsel für vie­le Halter nahe. Das ist nach­voll­zieh­bar, denn wer sieht, dass sein Tier lei­det, möch­te das schnell ändern. Genau dar­in liegt aber auch das Risiko: Wird bei jedem neu­en Symptom sofort das Futter gewech­selt, ent­steht sel­ten mehr Klarheit. Es kann eher schwe­rer wer­den, nach­zu­voll­zie­hen, wor­auf das Tier tat­säch­lich reagiert. Gleichzeitig benö­tigt ein emp­find­li­cher Darm Stabilität, damit sich Verdauung und Immunsystem beru­hi­gen können.

„Bei Allergiethemen sehen wir häu­fig Tiere, die bereits vie­le Futterwechsel, Medikamente oder kurz­fris­ti­ge Maßnahmen hin­ter sich haben. Futter kann Teil der Therapie sein, muss aber kon­trol­liert ein­ge­setzt wer­den“, erklärt Dr. Zárecký. Nur sel­ten ist die Tiernahrung der allei­ni­ge Auslöser von all­er­gie­ähn­li­chen Symptomen. Ernährung kann eine wich­ti­ge Rolle spie­len, indem sie das Mikrobiom der Tiere und daher die Hautbarriere und das Immunsystem beein­flusst. Entscheidend ist des­halb nicht, ob ein Produkt als „sen­si­tiv“ bewor­ben wird, son­dern ob die Fütterung zum Tier passt und kon­se­quent umge­setzt wird: mit geeig­ne­ten Eiweiß- und Fettquellen, aus­rei­chen­der Energieversorgung und guter Futterhygiene. „Soll eine Futtermittelallergie wirk­lich aus­ge­schlos­sen wer­den, braucht es eine Ausschlussdiät: Das Tier bekommt über meh­re­re Wochen nur ein genau fest­ge­leg­tes Futter und kei­ne zusätz­li­chen Leckerlis oder Tischreste. Anschließend wird gezielt geprüft, ob bestimm­te Bestandteile wie­der Beschwerden aus­lö­sen“, erläu­tert Dr. Zárecký. Er fährt fort: „Nur so wird aus einem Futterwechsel kei­ne Vermutung, son­dern ein ver­wert­ba­rer Teil der Diagnose.”

Pfotenlecken, Hautgeruch, Ohrenprobleme:
Diese Warnzeichen wer­den oft unterschätzt
Hund beim Tierarzt - OhrenuntersuchungAllergieähnliche Beschwerden begin­nen bei Hunden und Katzen oft nicht mit einem aku­ten Notfall, son­dern mit klei­nen Veränderungen im Alltag. Dazu gehö­ren wie­der­keh­ren­de Ohrenprobleme, Pfotenlecken, auf­fäl­li­ger Hautgeruch, über­mä­ßi­ges Putzen oder wech­seln­de Kotqualität. Da die­se Signale zunächst harm­los wir­ken kön­nen, wer­den sie häu­fig ein­zeln betrach­tet: Die Ohren wer­den gerei­nigt, das Futter wird gewech­selt, die Pfoten wer­den kon­trol­liert. Aus Sicht von Dr. Zárecký ist aber genau der Zusammenhang entscheidend.

„Viele frü­he Anzeichen wer­den unter­schätzt, weil sie nicht sofort wie eine Allergie wir­ken. Wenn Haut, Darm, Immunsystem und Umweltfaktoren zusam­men­spie­len, kön­nen aber gera­de die­se klei­nen Veränderungen wich­ti­ge Hinweise geben“, erläu­tert der Tierarzt. Halter kön­nen des­halb hel­fen, indem sie Symptome und mög­li­che Auslöser doku­men­tie­ren. Sie soll­ten beob­ach­ten, wann Beschwerden auf­tre­ten: nach Spaziergängen, in bestimm­ten Räumen, nach neu­en Snacks, bei Stress oder par­al­lel zu Verdauungsproblemen. Auch Umweltfaktoren wie Staub oder Schimmel und die bis­he­ri­ge Krankengeschichte kön­nen rele­vant sein. Entscheidend ist, die­se Beobachtungen nicht als Selbstdiagnose zu ver­ste­hen, son­dern als Grundlage für eine bes­se­re Abklärung.

„Wer Muster erkennt, hilft der Diagnostik enorm. Genau dar­um geht es bei der Behandlung von all­er­gie­ähn­li­chen Beschwerden: nicht nur den Juckreiz zu sehen, son­dern die ver­schie­de­nen Faktoren sinn­voll mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Erst wenn Symptome, Alltag, Fütterung und Vorgeschichte gemein­sam ein­ge­ord­net wer­den, lässt sich ein Weg fin­den, der dem ein­zel­nen Tier lang­fris­tig hilft“, fasst Dr. Zárecký zusammen.

Das Unternehmen
„Das Gesunde Tier“ steht für ganz­heit­li­che Tiergesundheit mit Schwerpunkt auf Ernährung, Darmgesundheit und indi­vi­du­el­ler Beratung. Das Unternehmen bie­tet Futter, Ergänzungsfuttermittel, Pflegeprodukte, Test-Kits und digi­ta­le Beratungsangebote für Hunde, Katzen und Pferde an. Grundlage ist das von Tierarzt Thomas Backhaus ent­wi­ckel­te 5‑E™-Gesundheitskonzept, das Tiergesundheit nicht iso­liert betrach­tet, son­dern Ernährung, Darm, Organzusammenhänge und indi­vi­du­el­le Bedürfnisse zusam­men­denkt. „Das Gesunde Tier“ greift dabei auf über 40 Jahre Tierarzt-Erfahrung, ein inter­dis­zi­pli­nä­res Expertenteam und eine eige­ne Tierarztpraxis zurück. Über DGT MEDICAL bie­tet das Unternehmen zudem indi­vi­du­el­le Online-Tierarzt- und Ernährungsberatung an. Die Produkte wer­den in Deutschland ent­wi­ckelt oder her­ge­stellt und rich­ten sich an Tierhalter, die Gesundheit, Fütterung und Alltag ihres Tieres ganz­heit­lich unter­stüt­zen möch­ten. Weitere Informationen unter: www​.das​ge​sun​de​tier​.de.

Quelle
1. https://​www​.dvm360​.com/​v​i​e​w​/​s​k​i​n​-​a​l​l​e​r​g​i​e​s​-​r​a​n​k​-​a​m​o​n​g​-​r​a​n​k​-​a​m​o​n​g​-​t​h​e​-​m​o​s​t​-​c​o​m​m​o​n​-​c​o​n​d​i​t​i​o​n​s​-​i​n​-​d​o​g​s​-​a​n​d​-​c​a​t​s​-​p​e​t​-​i​n​s​u​r​a​n​c​e​-​d​a​t​a​-​s​h​ows

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