Boppard. Viele Sommerfrüchte sind für Hunde nicht nur schmack­haft, son­dern auch gesund – vor­aus­ge­setzt, sie wer­den rich­tig aus­ge­wählt und in Maßen ver­füt­tert. Besonders Erdbeeren und eini­ge ande­re Früchte kön­nen eine wert­vol­le Ergänzung im Speiseplan des Hundes sein. Doch nicht alle Früchte sind für Hunde geeig­net – eini­ge kön­nen sogar schäd­lich oder gif­tig sein. So ist es wich­tig zu wis­sen, wel­che Früchte unbe­denk­lich sind und wel­che Gefahren bergen.

Erdbeeren
Hund mit SommerfrüchtenErdbeeren sind eine gesun­de klei­ne Stärkung für Hunde und kön­nen unbe­denk­lich gege­ben wer­den. Diese roten Früchte sind reich an Vitamin C, Mangan und Antioxidantien. Sie stär­ken die Immunabwehr, för­dern die Zellgesundheit, wir­ken ent­zün­dungs­hem­mend und sind kalo­rien­arm. Erdbeeren soll­ten in klei­nen Mengen gefüt­tert wer­den, da sie Fruchtzucker ent­hal­ten, und all­zu gro­ße Mengen kön­nen zu Verdauungsproblemen wie Durchfall füh­ren. Die grü­nen Blätter und den Stiel auf jeden Fall vor dem Füttern ent­fer­nen. Unreife, grü­ne Erdbeeren sind nichts für den Vierbeiner, da sie Magenbeschwerden ver­ur­sa­chen können.

Gesunde Sommerfrüchte für Hunde
Viele Sommerfrüchte sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Wenn sie rich­tig vor­be­rei­tet und in klei­nen Mengen ange­bo­ten wer­den, kön­nen die­se Zwischenmahlzeiten posi­ti­ve Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes haben. Neben Erdbeeren sind das:

  • Blaubeeren: Diese klei­nen Kraftpakete sind eben­falls reich an Antioxidantien, Vitaminen und Ballaststoffen und kön­nen die Gehirnfunktion unter­stüt­zen, stär­ken das Immunsystem und sind leicht verdaulich.
  • Himbeeren: Sie ent­hal­ten Vitamine, Mangan und Ballaststoffe. Allerdings ent­hal­ten sie Xylitol (auch bekannt als Birkenzucker) in sehr gerin­gen Mengen. In Maßen sind sie unbe­denk­lich, aber gro­ße Mengen soll­ten ver­mie­den werden.
  • Brombeeren: Ähnlich wie Himbeeren sind sie reich an Antioxidantien, Vitamin C und Vitamin K sowie Ballaststoffen. Die Beeren sind kalo­rien­arm und ent­hal­ten gesun­de Fettsäuren, die das Fell glän­zend hal­ten und Entzündungen lin­dern können.
  • Wassermelone: An hei­ßen Tagen ist Wassermelone eine kalo­rien­ar­me, erfri­schen­de und hydrie­ren­de Leckerei. Sie ent­hält die Vitamine A, C sowie ver­schie­de­ne B‑Vitamine. Zusätzlich ent­hält sie zahl­rei­che Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und Kupfer. Die Kerne und Schale müs­sen ent­fernt wer­den, da sie Verdauungsprobleme ver­ur­sa­chen können.
  • Honigmelone: Sie ist leicht ver­dau­lich und kalo­rien­arm. Sie ist reich an ver­schie­de­nen Vitaminen, dar­un­ter Vitamin A (in Form von Beta-Carotin), ver­schie­de­nen B‑Vitaminen und Vitamin C. Zusätzlich ist sie eine gute Quelle für Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen. Auch hier gilt: ohne Schale und Kerne.
  • Mango: In klei­nen Mengen und ohne Schale sowie Kern ist sie ein gesun­der Snack. Sie ist eine gute Quelle für Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E, Vitamin K, Folsäure und B‑Vitamine. Der Kern ent­hält Blausäure und muss unbe­dingt ent­fernt werden.
  • Kiwi: In klei­nen Mengen ist sie eine wah­re Vitaminbombe. Sie ist nicht nur reich an Vitamin C, son­dern ent­hält auch ande­re wich­ti­ge Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin E, Folsäure, B‑Vitamine und Kalium. Die Schale soll­te ent­fernt wer­den, da sie schwer ver­dau­lich ist. Die klei­nen Samen sind meist unproblematisch.
  • Äpfel: Sie lie­fern wich­ti­ge Ballaststoffe, Vitamine (Vitamin C, Vitamin A) und Antioxidantien und kön­nen die Verdauung för­dern. Die Kerne müs­sen unbe­dingt ent­fernt wer­den, da sie Blausäure enthalten.
  • Birnen: Reife Birnen sind gut ver­dau­lich. Sie ent­hal­ten Vitamin C, Vitamin K, Kalium und haben einen hohen Wassergehalt. Die Inhaltsstoffe sor­gen für ein star­kes Immunsystem, gute Haut und Fell sowie einen nor­ma­len Stoffwechsel. Das ent­hal­te­ne Kalium ist gut für die Herzgesundheit und die Muskelfunktion. Auch hier müs­sen die Kerne ent­fernt werden.
  • Ananas: Frische Ananas ist reich an Vitaminen und Mineralien wie Vitamin C, B‑Vitaminen, Kalium, Magnesium und Eisen. Sie unter­stützt das Immunsystem, ist ent­zün­dungs­hem­mend und för­dert die Verdauung. Ananas soll­te nur gele­gent­lich, in klei­nen Mengen, gege­ben wer­den, da zu viel zu Magen-Darm-Problemen füh­ren kann. Schale und Blätter nicht füttern!
  • Banane: Sie ist für Hunde als klei­ner Snack unbe­denk­lich. Sie ent­hal­ten wich­ti­ge Nährstoffe wie Kalium, Magnesium und Vitamin C. Bananen unter­stüt­zen die Verdauung und kön­nen bei Durchfall hel­fen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts soll­ten Bananen nur in Maßen ver­füt­tert wer­den. Unreife Bananen sind für Hunde schwer verdaulich.
Was sind Antioxidantien für Hunde?

Antioxidantien für Hunde sind Substanzen, die den Körper vor Schäden durch „freie Radikale“ schüt­zen. Freie Radikale sind aggres­si­ve Sauerstoffmoleküle, die bei nor­ma­len Stoffwechselprozessen ent­ste­hen, aber auch durch äuße­re Faktoren wie Stress, Umweltgifte oder bestimm­te Medikamente ver­stärkt wer­den kön­nen. Wenn zu vie­le freie Radikale im Körper vor­han­den sind, ent­steht soge­nann­ter „oxi­da­tiv­er Stress“, der Zellen und Gewebe schä­di­gen und den Alterungsprozess beschleu­ni­gen kann.

Wichtige Funktionen und Vorteile von Antioxidantien für Hunde:

  • Zellschutz: Antioxidantien neu­tra­li­sie­ren freie Radikale, indem sie ihnen ein Elektron abge­ben, wodurch die Radikale sta­bi­li­siert und dar­an gehin­dert wer­den, wei­te­ren Schaden anzu­rich­ten. Dies trägt zum Schutz der Körperzellen bei.
  • Stärkung des Immunsystems: Sie unter­stüt­zen das Immunsystem und kön­nen die Widerstandsfähigkeit des Hundes gegen Krankheiten verbessern.
  • Verlangsamung des Alterungsprozesses: Durch die Reduzierung von oxi­da­tiv­em Stress kön­nen Antioxidantien dazu bei­tra­gen, den Alterungsprozess zu ver­lang­sa­men und die all­ge­mei­ne Gesundheit, ins­be­son­de­re bei älte­ren Hunden, zu fördern.
  • Unterstützung der Organfunktion: Sie kön­nen zur Gesunderhaltung wich­ti­ger Organe wie Haut, Fell, Herz, Gehirn und Leber beitragen.
  • Schutz vor Entzündungen: Oxidativer Stress kann Entzündungen för­dern. Antioxidantien kön­nen hel­fen, die­sen entgegenzuwirken.
  • Haltbarmachung von Hundefutter: Antioxidantien wer­den auch im Hundefutter ein­ge­setzt, um emp­find­li­che Nährstoffe wie Fettsäuren vor Oxidation und damit vor Verderb zu schüt­zen. Dies trägt zur Erhaltung der Schmackhaftigkeit und des Nährwerts des Futters bei.

Beispiele für natür­li­che Antioxidantien, die für Hunde wich­tig sind:

  • Vitamine: Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A).
  • Mineralstoffe: Selen, Zink.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Flavonoide, Polyphenole, Lutein (z.B. in Obst und Gemüse, Kräutern wie Petersilie, Salbei, Kamille, sowie in bestimm­ten Ölen wie Raps- oder Maiskeimöl).
  • Andere Substanzen: L‑Carnitin, Astaxanthin (aus Mikroalgen), Glutathion, Kurkumin (aus Kurkuma), Silymarin (aus Mariendistel).

Antioxidantien sind in vie­len natür­li­chen Lebensmitteln wie Obst (z.B. Blaubeeren, Ananas, Papaya), Gemüse (z.B. Karotten, Paprika, Grünkohl, Spinat), Hülsenfrüchten (z.B. Erbsen, Kichererbsen), Getreide (z.B. Hafer, Quinoa) und Ölen ent­hal­ten. Sie kön­nen auch als Nahrungsergänzungsmittel zuge­führt wer­den, ins­be­son­de­re bei älte­ren Hunden, Hunden unter Stress oder Hunden mit bestimm­ten Erkrankungen. Es ist jedoch wich­tig, eine aus­ge­wo­ge­ne Ernährung zu gewähr­leis­ten und im Zweifelsfall einen Tierarzt zu kon­sul­tie­ren, um die rich­ti­ge Dosierung und Art der Antioxidantien für den indi­vi­du­el­len Hund zu bestimmen.

Erdbeeren, Blaubeeren, Äpfel, Birnen und Melonen sind beson­ders gute Früchte für Hunde mit Allergien. Sie sind leicht ver­dau­lich, ent­hal­ten wich­ti­ge Vitamine und sind weni­ger Allergie erzeu­gend (hypo­all­er­gen). Auch hier mit klei­ne­ren Mengen begin­nen, um Unverträglichkeiten auszuschließen.

SommerfrüchteWeniger 25ist mehr! Viele Sommerfrüchte kön­nen eine gesun­de Abwechslung im Speiseplan des Hundes sein, wenn sie in klei­nen Mengen und in der rich­ti­gen Form gefüt­tert wer­den. Zu emp­feh­len sind Früchte in Bio-Qualität oder unbe­han­delt aus dem eige­nen Garten. Die meis­ten Früchte ent­hal­ten teils viel Fruchtzucker, was zu Verdauungsproblemen oder Gewichtszunahme füh­ren kann. Am bes­ten mit einer klei­ne­ren Menge begin­nen und beob­ach­ten, wie der Hund die jewei­li­ge Frucht ver­trägt. So kön­nen Hundehalter die son­ni­ge Jahreszeit unbe­sorgt mit ihrem gelieb­ten Vierbeiner kuli­na­risch genie­ßen. Wer sich unsi­cher ist, soll­te immer Rücksprache mit dem Tierarzt oder einem Tierernährungsberater hal­ten. [Stefan Richter]

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