Worauf Hundehalter bei selbst­an­ge­bau­ten Lebensmitteln ach­ten sollten

Hannover. Obst und Gemüse aus dem eige­nen Garten sind oft fri­scher und schme­cken auch bes­ser als gekauf­te Lebensmittel. Zudem kann man auf schäd­li­che Dünge- und Pflanzenschutzmittel ver­zich­ten. Für Hundehalter mit Garten stellt sich jedoch auch bei schad­stoff­frei­em Eigenanbau die Frage, wel­che der selbst geern­te­ten Früchte sie mit ihrem Vierbeiner tei­len können.

„Grundsätzlich soll­te jedes Lebensmittel, das neu zum Speiseplan des Hundes hin­zu­ge­fügt wird, vor­sich­tig getes­tet wer­den“, rät Franziska Obert von der . „Denn unse­re Vierbeiner kön­nen genau wie wir Allergien oder Unverträglichkeiten haben. Bei Fragen oder Unsicherheiten soll­te daher immer tier­ärzt­li­cher Rat ein­ge­holt werden.“

Nicht alles aus dem Garten ist hundetauglich
„Auch selbst ange­bau­te Lebensmittel sind nicht auto­ma­tisch für Hunde geeig­net“, erklärt Obert. „Bei Zwiebeln zum Beispiel ist gro­ße Vorsicht gebo­ten. Sie sind für Hunde grund­sätz­lich unver­träg­lich, da sie Stoffe ent­hal­ten, die die roten Blutkörperchen schä­di­gen kön­nen.“ Sowohl im rohen als auch im ver­ar­bei­te­ten Zustand gilt: Selbst klei­ne Mengen soll­ten kon­se­quent ver­mie­den werden.

Gesunde Früchte - Hund mit einem ApfelÄpfel und Birnen hin­ge­gen kön­nen laut der Agila-Expertin eine sinn­vol­le Ergänzung des Speiseplans sein. Beide Obstsorten lie­fern wert­vol­le Nährstoffe und sind in mode­ra­ten Mengen gut ver­träg­lich. Wichtig ist jedoch, dass vor dem Füttern Kerne und Gehäuse ent­fernt wer­den: Diese ent­hal­ten für Hunde unge­eig­ne­te Stoffe und stel­len zusätz­lich ein Risiko beim Verschlucken dar.

Auch gegen das gemein­sa­me Naschen am Erdbeerbeet ist nichts ein­zu­wen­den. „Allerdings soll­ten die süßen, roten Früchte nur in klei­nen Mengen gefüt­tert wer­den, um Verdauungsprobleme zu ver­mei­den“, so Obert.

Selbstangebautes Gemüse:
Achtung bei Nachtschattengewächsen

Einige Gemüsesorten aus eige­nem Anbau sind für Hunde geeig­net, wenn sie rich­tig aus­ge­wählt und gege­be­nen­falls zube­rei­tet wer­den. Kohl zum Beispiel soll­te nicht roh gefüt­tert wer­den. Außerdem kann er bei Hunden Blähungen ver­ur­sa­chen und soll­te daher nur vor­sich­tig und in klei­nen Mengen gege­ben wer­den. Kohlrabi wird von eini­gen Hunden auch roh ver­tra­gen, wenn sie nicht zu viel davon fressen.

Manches belieb­te Gartengemüse gehört zu den Nachtschattengewächsen, die im unrei­fen Zustand das für Hunde gif­ti­ge Solanin ent­hal­ten kön­nen. Deshalb dür­fen Kartoffeln aus­schließ­lich gekocht in den Napf gelan­gen. Auch bei Paprika und Tomaten stel­len unrei­fe Früchte und grü­ne Pflanzenteile eine Gesundheitsgefahr dar. Wer Paprika anbaut und sei­nem Hund von der vit­amin­rei­chen Ernte etwas abge­ben möch­te, soll­te aus­schließ­lich voll­rei­fe, rote Schoten dafür aus­wäh­len, die­se ent­ker­nen und auch dann nur gerin­ge Mengen geben. Bei Tomaten hin­ge­gen rät Franziska Obert dazu, sie gar nicht an Hunde zu ver­füt­tern. „Im kom­plett rei­fen Zustand ist die Frucht selbst zwar nicht mehr gif­tig, kann aber zu Unverträglichkeitsreaktionen füh­ren. Deshalb gehört die Tomate zumin­dest ohne vor­he­ri­ges tier­ärzt­li­ches Beratungsgespräch nicht in den Hundenapf.“

Gurke, Kürbis und Zucchini:
Bitte vorkosten

Gurken ent­hal­ten viel Wasser und sind des­we­gen gera­de in den Sommermonaten ein erfri­schen­der Snack. Sie sind in der Regel gut ver­träg­lich und kön­nen des­halb roh gefüt­tert wer­den. Allerdings soll­te laut Franziska Obert bei selbst­an­ge­bau­ten Gurken eben­so wie bei den bota­nisch mit ihnen ver­wand­ten Kürbissen und Zucchini dar­auf geach­tet wer­den, dass sie kei­ne Bitterstoffe – soge­nann­te Cucurbitacine – ent­hal­ten. „Bei Produkten aus dem Handel sind sie in der Regel nicht mehr vor­han­den“, erklärt sie. „Bei eige­nem Anbau kön­nen sie jedoch vor­kom­men und zu Vergiftungen füh­ren.“ Da Hunde weni­ger Geschmacksknospen auf der Zunge haben als Menschen und zudem zum Schlingen nei­gen, bemer­ken sie den für uns deut­lich wahr­nehm­ba­ren bit­te­ren Giftstoff womög­lich nicht. Deshalb emp­fiehlt die Expertin Hundehaltern, selbst vor­sich­tig zu kos­ten, bevor sie die Ernteprodukte an ihren Vierbeiner weitergeben.

Ansonsten gel­ten Speisekürbisse eben­so wie Karotten gene­rell als gut ver­träg­lich und kön­nen im gekoch­ten oder gedämpf­ten Zustand eine nähr­stoff­rei­che Ergänzung dar­stel­len. Zierkürbisse hin­ge­gen sind für Hunde genau wie für Menschen gif­tig und gehö­ren daher grund­sätz­lich nicht auf den Speiseplan.

Obst und Gemüse aus dem Garten

  • Apfel: ja, ohne Kerne.
  • Birne: ja, ohne Kerne.
  • Erdbeere: ja, in Maßen.
  • Gurke: ja, Bitterstoffe ausschließen.
  • Karotte: ja, in Maßen (ent­hält viel Zucker).
  • Kartoffeln: nur gekocht.
  • Kohl: nur gekocht, in Maßen.
  • Kohlrabi: ja, in Maßen.
  • Kürbis: nur gekocht, Bitterstoffe ausschließen.
  • Paprika: nur rote, sehr rei­fe Schoten und in Maßen.
  • Tomate: nein.
  • Zucchini: bes­ser gekocht, Bitterstoffe ausschließen.
  • Zwiebel: nein, immer giftig.

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