Bremen. Männer wir­ken mit einem freund­li­chen Hund an ihrer Seite weni­ger bedroh­lich. Darin sind sich Studienteilnehmerinnen aus Herkunftsländern mit unter­schied­li­cher Sicherheitslage einig, wie eine spa­ni­sche Untersuchung belegt.

Dass Hunde Menschen sym­pa­thi­scher und ver­trau­ens­wür­di­ger erschei­nen las­sen, ist bereits aus frü­he­ren Untersuchungen bekannt. Neu an der Studie des Psychologen Rafael Delgado-Rodríguez und sei­nem Team ist jedoch der Befund, dass die­ser Effekt län­der­über­grei­fend auf­tritt – unab­hän­gig davon, wie sicher sich Menschen in ihrem sozia­len Umfeld fühlen.

Befragung von 251 jun­gen Frauen
131 Studentinnen aus Spanien sowie 120 Studentinnen aus Kolumbien, zwei Länder mit recht unter­schied­li­chem Sicherheitsniveau, bewer­te­ten Fotos mit ver­schie­de­nen sozia­len Szenen: neu­tra­le Alltagssituationen eben­so wie poten­zi­ell bedroh­li­che Begegnungen. Die bedroh­li­chen Bilder zeig­ten einen Mann, ent­we­der allein oder in Begleitung eines Hundes.

Das Ergebnis der im Fachblatt „Anthrozoös“ ver­öf­fent­lich­ten Studie: Wenn der Mann von einem Hund beglei­tet wur­de, wirk­ten die Szenen auf die Frauen weni­ger unan­ge­nehm, kon­trol­lier­ba­rer und siche­rer. Dieser soge­nann­te Dog-accom­pany­ing Effect zeig­te sich in bei­den Ländern glei­cher­ma­ßen, also sowohl im ver­gleichs­wei­se siche­ren Spanien als auch im weni­ger siche­ren Kolumbien.

Hunde mil­dern bedroh­li­che Situationen
Gleichzeitig wur­den die Fotos mit Hund zwar deut­lich posi­ti­ver bewer­tet als die Bedrohungsszenen ohne Hund, blie­ben aber nega­ti­ver behaf­tet als neu­tra­le Vergleichsbilder. Das zeigt, dass das defen­si­ve Motivationssystem, also eine gewis­se Wachsamkeit, trotz der beru­hi­gen­den Wirkung aktiv bleibt.

Für den Alltag bedeu­tet das: Hunde kön­nen das sub­jek­ti­ve Sicherheitsgefühl stär­ken und bedroh­li­che Situationen emo­tio­nal abmil­dern, unab­hän­gig vom kul­tu­rel­len oder gesell­schaft­li­chen Kontext. Ihre Wirkung ersetzt kein objek­ti­ves Sicherheitsgefühl, bie­tet aber eine spür­ba­re emo­tio­na­le Entlastung – und unter­streicht ein­mal mehr die beson­de­re sozia­le Bedeutung der Mensch-Hund-Beziehung.

Quelle: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft