Riesenbärenklau: Gefährlich für Hund und MenschBoppard. Der Riesenbärenklau (Heracleum man­te­gaz­zia­num), auch als Herkulesstaude bekannt, ist eine impo­san­te Pflanze, die ursprüng­lich aus dem Kaukasus stammt und sich in Europa stark aus­ge­brei­tet hat. Mit ihren bis zu vier Meter hohen Stängeln und den mit bis zu 80 Zentimetern Durchmesser gro­ßen wei­ßen Blütendolden wirkt sie auf den ers­ten Blick harm­los – doch sie birgt erheb­li­che gesund­heit­li­che Risiken, nicht nur für den Menschen, son­dern auch für Hunde. Besonders gefähr­lich ist der Pflanzensaft, der pho­to­to­xi­sche Substanzen ent­hält. Diese soge­nann­ten Furocumarine reagie­ren in Verbindung mit Sonnenlicht und kön­nen schwe­re Hautreaktionen auslösen.

Für Hunde ist der Kontakt mit Riesenbärenklau beson­ders tückisch, da sie beim Schnüffeln, Spielen oder Durchstreifen von Wiesen und Waldrändern leicht mit der Pflanze in Berührung kom­men. Die häu­figs­ten betrof­fe­nen Stellen sind Schnauze, Pfoten, Bauch und Augen – also jene Körperregionen, die beim Erkunden der Umgebung am meis­ten expo­niert sind. Wenn der Hund mit dem Pflanzensaft in Kontakt kommt und anschlie­ßend UV-Licht aus­ge­setzt ist, kann es zu schmerz­haf­ten Hautentzündungen, Rötungen, Blasenbildung und sogar zu offe­nen Wunden kom­men. In schwe­ren Fällen sind auch sys­te­mi­sche Reaktionen wie Fieber, Unwohlsein oder Atemprobleme mög­lich, ins­be­son­de­re wenn der Saft ein­ge­at­met oder abge­schleckt wur­de. Kommen die Augen mit dem Saft der Pflanze in Kontakt, kann es zu star­ken Reizungen und im schlimms­ten Fall zum Sehverlust führen.

Prävention: Was vermeiden?
Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)Um sol­che Vorfälle zu ver­mei­den, soll­ten Hundehalter beson­ders wach­sam sein. Spaziergänge in Gebieten, in denen Riesenbärenklau wächst – etwa an Flussufern, Waldrändern oder ver­wil­der­ten Wiesen – soll­ten mög­lichst gemie­den oder der Hund dort kon­se­quent an der Leine geführt wer­den. Es ist hilf­reich, die Pflanze zu erken­nen: Der Riesenbärenklau hat auf­fäl­lig gro­ße, tief ein­ge­schnit­te­ne Blätter, einen dick­flei­schi­gen, oft vio­lett gefleck­ten Stängel und rie­si­ge Blütendolden. Verwechslungsgefahr besteht mit dem hei­mi­schen Wiesenbärenklau, der deut­lich klei­ner (Größe ~ 1,5 Meter) ist und weni­ger aggres­siv wirkt – den­noch ist auch die­ser nicht voll­kom­men harmlos.

Der Wiesenbärenklau ent­hält eben­falls Furocumarine, aller­dings in deut­lich gerin­ge­rer Konzentration. Bei gesun­den Hunden führt ein kur­zer Kontakt in der Regel nicht zu schwe­ren Symptomen.

Die Blütezeit der bei­den Pflanzen ist im Sommer. Der Riesenbärenklau blüht von Juni bis August und der Wiesenbärenklau von Mai bis Oktober, deut­lich län­ger blüht. 

Erste Hilfe nach Berührung
Kommt es den­noch zu einem Kontakt, ist schnel­les Handeln gefragt. Die betrof­fe­nen Hautstellen soll­ten sofort gründ­lich mit lau­war­mem Wasser abge­spült wer­den – idea­ler­wei­se ohne zu rei­ben, um die Haut nicht zusätz­lich zu rei­zen. Danach muss der Hund unbe­dingt aus der Sonne gebracht wer­den, da die pho­to­to­xi­sche Wirkung durch UV-Strahlung ver­stärkt wird. Die betrof­fe­nen Stellen soll­ten abge­deckt oder zumin­dest vor Licht geschützt wer­den. Auch wenn die Symptome zunächst mild erschei­nen, soll­te zeit­nah ein Tierarzt auf­ge­sucht wer­den. Er kann ent­zün­dungs­hem­men­de Salben oder ande­re geeig­ne­te Mittel ver­ab­rei­chen und beur­tei­len, ob wei­te­re Maßnahmen not­wen­dig sind.

Insgesamt gilt: Der Riesenbärenklau ist kei­nes­wegs harm­los. Aufgrund sei­ner pho­to­to­xi­schen Pflanzensäfte ist er eine ernst zu neh­men­de Gesundheitsgefahr für Hunde. Mit Aufmerksamkeit, Vorsicht und schnel­lem Eingreifen lässt sich das Risiko jedoch deut­lich mini­mie­ren. Wer die inva­si­ve Pflanze kennt und mei­det, schützt sei­nen vier­bei­ni­gen Begleiter vor unnö­ti­gem Leid.

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