Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover appelliert an Tierhalter: Bitte Hunde bei Hitze nicht im Auto zurücklassen!
Hannover. Bei hohen sommerlichen Temperaturen kann das Auto in kürzester Zeit zur lebensgefährlichen Hitzefalle werden. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) appelliert daher an alle Hundehalter: Lassen Sie Ihren Vierbeiner bei Hitze niemals im Fahrzeug zurück!
Ein kurzer Einkauf, ein schneller Gang zum Paketshop – auch wenn der Zeitraum noch so kurz erscheint, heizt sich das Auto schnell auf. Bereits bei 20 Grad Celsius Außentemperatur kann der Innenraum eines nicht klimatisierten Fahrzeugs nach einer Stunde 46 Grad erreichen. Bei 30 Grad Celsius wird dieser Wert schon nach einer halben Stunde überschritten. Temperaturen, die für Hunde rasch lebensbedrohlich werden können!

Gefahr durch Hitzschlag
Was viele nicht wissen: „Die Fähigkeit des Hundes, sich durch Hecheln abzukühlen, ist bereits beeinträchtigt, wenn die Umgebungstemperatur über 28 Grad Celsius liegt“, warnt die Tierärztin. Das Risiko, dass die Tiere einen Hitzschlag erleiden, ist daher sehr hoch. Die gesundheitlichen Folgen einer Überhitzung hängen von der Höhe der Körpertemperatur und der Dauer ab: Erleidet ein Hund milden Hitzestress, der sich durch Müdigkeit und starkes Hecheln zeigt, und wird er rechtzeitig abgekühlt, ist die Prognose positiv, dass sich der Hund wieder erholt und keine bleibenden Schäden davonträgt. Bei einem voll ausgeprägten Hitzschlag steht es hingegen schnell kritisch um das Tier.
„Von einem voll ausgeprägten Hitzschlag sprechen wir bei einer Körperkerntemperatur von über 41 Grad Celsius“, berichtet Kästner. „Die Tiere zeigen Symptome wie blutiges Erbrechen und Durchfall, sie haben neurologische Ausfallserscheinungen wie Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.“ Steigt die Körpertemperatur auf mehr als 43 Grad Celsius endet der Hitzschlag meist tödlich.
Die Lebensgefahr für den Hund ist bei einem Hitzschlag erheblich: Trotz intensivmedizinischer Behandlung liegt die Sterblichkeit bei betroffenen Tieren bei 50 bis 60 Prozent.
Besonders gefährdet sind brachyzephale Rassen – also kurznasige Hunde wie Möpse und Bulldoggen –, alte Tiere sowie Hunde mit dichtem Fell, Übergewicht oder Vorerkrankungen.

„Aber noch viel wichtiger ist: Hunde – und auch alle anderen Tiere – sollten im Sommer niemals im Auto zurückgelassen werden“, appelliert Professorin Kästner eindringlich an alle Halter.
Verbrennungen auf dem Asphalt
Auch Fußwege und Straßen können bei den aktuell extrem hohen Temperaturen zur Gefahr für Hunde werden: Der Boden, insbesondere Asphalt und dunkle Steinplatten, heizt sich so stark auf, dass es zu Verbrennungen an den Hundepfoten kommen kann. Hundehaltenden wird daher empfohlen, vor dem Spaziergang die Oberfläche des Weges zu überprüfen: Einfach den Handrücken für sieben Sekunden auf den Boden drücken. Ist es für die Hand zu heiß, ist die Temperatur auch für die Hundepfoten zu hoch.
„Wir empfehlen bei diesem Sommerwetter allen Hundebesitzenden, die Aktivität für ihre Tiere herunterzufahren und Spaziergänge auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden zu legen“, so Professorin Kästner. „Bei hitzebedingten Auffälligkeiten, Verbrennungen an den Pfoten oder Sonnenbrand sollten die Hunde einem Tierarzt vorgestellt werden.“
Wichtige Anzeichen für eine Überhitzung
- Sehr starkes, stoßartiges Hecheln mit angespanntem Gesicht. Starker Speichelfluss (vermehrtes Sabbern).
- Unruhe, Nervosität oder im Gegenteil: Apathie und Teilnahmslosigkeit.
- Bewegungsstörungen wie Taumeln oder Schwanken.
- Glasiger oder starrer Blick.
- Rötung der Schleimhäute und der Innenseiten der Ohren.
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
- Panikverhalten: Der Hund läuft und versucht, das Auto zu verlassen, kratzt an Türen oder Fenstern.
- Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit.
- In schweren Fällen: Krämpfe, bläuliche Verfärbung der Schleimhäute (Zyanose), Kreislaufkollaps.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
- Hund (aus dem heißen Auto befreien,) an einen kühlen, schattigen Ort bringen.
- Wenn vorhanden, mit kaltem (alles, was unterhalb der Körpertemperatur von 37 bis40 Grad Celsius liegt, ist hilfreich).
- Wasser übergießen oder eintauchen, Luftzug schaffen.
- Wasser zum Trinken anbieten, aber nicht eingeben (erzwingen).
- Bei Bewusstlosigkeit: Seitenlage, Kopf und Hals strecken, damit die Atemwege frei bleiben.
- Bei Kreislaufstillstand: Mund-zu-Nase-Beatmung, Herzdruckmassage.
- Hund zum Tierarzt bringen und auf dem Weg mit Klimaanlage/Ventilator kühlen.





































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