Suchen oder Spiele im Alltag machen viel mehr Spaß, wenn dein Hund dir das Gefundene auch bringt und abgibt. Wie das Abgabetraining auf­ge­baut wer­den kann und war­um ein sol­cher Aufbau sinn­voll ist, zei­ge ich dir im heu­ti­gen Beitrag.

Die Abgabe struk­tu­riert aufbauen

  1. Das Abgabetraining – Vom Bringen zum Halten und zurückRichtiges Spielen: Dein Hund lernt, wie man rich­tig (mit dir zusam­men) spielt. So merkt er, wie span­nend du bist und dass das Spielen ohne dich lang­wei­lig ist. Auf die­se Weise wirst du zum Auslöser des Spaßes und för­derst sei­ne Bringfreude.
  2. Abgeben und Tauschen: Du zeigst dei­nem Hund, dass ein Spielzeug nicht ein­fach ver­schwin­det, sobald es bei dir lan­det. Es geht genau­so spa­ßig wei­ter, nur eben mit einem neu­en Spielzeug. So ver­steht dein Hund: „Aha!“ Abgeben und Tauschen ist nicht schlimm, das Spiel ist dann nicht vorbei!“
  3. Handtarget: Dein Hund lernt, dass es ein Ziel gibt, und zwar die Hand! Wenn er erst ein­mal gemerkt hat, dass etwas Tolles pas­siert, wenn er mit der Schnauze an dei­ne Hand geht, dann über­trägt er die­ses Wissen auch auf die Abgabe. Hast du das Handsignal ein­ge­führt, kannst du spä­ter immer dar­auf zurück­grei­fen, wenn es gera­de schwie­rig wird, zum Beispiel in Prüfungen.
  4. Bringen: Erst jetzt beginnt ihr damit, aktiv das Bringen zu üben. Dein Hund nimmt Spielzeug auf und bringt es zu dir. Wichtig ist, dass er es wirk­lich bis zu dir bringt und nicht nur bis zu einem Punkt, der unge­fähr in dei­ner Richtung liegt.
    Lesetipp: Hier fin­dest du Tipps und Grundregeln, die dich bei einem guten Start ins Abgabetraining unterstützen.
  5. Abgabe: Hast du das alles geübt, kannst du dazu über­ge­hen, die Abgabe zu trai­nie­ren. Jetzt geht es nur noch dar­um, dei­nem Hund zu zei­gen, dass und wie du das Spielzeug oder den Dummy in die Hand haben möch­test. Wenn dein Hund mit dem gefun­de­nen Spielzeug auf dem Weg zu dir ist, gehst du lang­sam rück­wärts und zeigst dabei dei­ne „Target-Hand“. Dein Hund kann dir das Spielzeug nicht vor die Füße wer­fen, da du dich bewegst. Die ein­zi­ge Möglichkeit für ihn, das Spielzeug gegen ein ande­res zu tau­schen, besteht dar­in, dir das Spielzeug in die Hand zu geben. Und schon hast du dei­ne ers­te Abgabe in die Hand trainiert!
  6. Halten: Das Halten soll­test du erst ganz am Schluss trai­nie­ren, wenn du das Bringen bereits aus­rei­chend geübt hast und auch die Abgabe sicher sitzt. So ver­mei­dest du Schwierigkeiten, zum Beispiel, dass dein Hund dir absicht­lich nichts bringt, damit er es nicht lang­wei­lig hal­ten muss.

Warum die Reihenfolge ent­schei­dend ist
Die Abgabe strukturiert aufbauenZuerst das Bringen und das Halten erst am Schluss? Dreht mein Hund dann nicht total auf und kann spä­ter nicht mehr ruhig und ordent­lich abge­ben? Nein! Zwar hält die­ser Mythos sich hart­nä­ckig, doch er ist nur genau das: ein Mythos. Besonders jun­ge und ener­gie­ge­la­de­ne Hunde pro­fi­tie­ren davon, sich im Abgabetraining erst dem Bringen zu wid­men und sich erst spä­ter auf die Abgabe und das Halten zu kon­zen­trie­ren. So kön­nen sie in locke­ren Übungen, in denen sie aktiv sein dür­fen, erst ein­mal ler­nen, wie viel Spaß es macht, etwas gemein­sam mit ihrem Menschen zu tun. Startet man mit eher star­ren Aufgaben wie der Abgabe oder dem Halten, set­zen sie sich schnell selbst unter Druck, denn es fällt ihnen schwer, plötz­lich ruhig sein zu müs­sen. Manchmal sind sie dann so ange­spannt, dass sie sogar die Luft anhalten.

Ebendarum ist es wich­tig, dass dein Hund erst lernt, wie er ruhig sein und sich ent­span­nen kann, bevor ihr das Halten trai­niert. Ruhe ist näm­lich nichts, was man erzwin­gen kann – sie muss vom Hund erlernt wer­den. Dafür musst du ihm zei­gen, dass er das Herumliegen ein­fach genie­ßen darf und gera­de nichts tun muss.

Tipp: Wenn du mehr dar­über wis­sen willst, wie du die Ablage trai­nie­ren kannst, lies dir doch ein­mal mei­nen Beitrag „Alltagsübungen für Jederhund“ durch.

Doch du kannst auch, bevor dein Hund gelernt hat, her­un­ter­zu­fah­ren, bereits mit dem Abgabetraining begin­nen: Das rich­ti­ge Spielen, Tauschen sowie Bringen ermög­licht dei­nem Vierbeiner, wich­ti­ge Elemente der Abgabe zu üben, ohne sich zur Ruhe zwin­gen zu müs­sen und unter Druck zu üben.

Fazit: Mit Struktur zum Erfolg
Mit Struktur zum ErfolgDas Erfolgsrezept für Abgabetraining ist ein struk­tu­rier­tes Vorgehen. Zuerst das Bringen und dann erst das Abgeben und Halten zu üben, hilft vor­wie­gend auf­ge­reg­ten Hunden, denn sie müs­sen sich nicht zur Ruhe zwin­gen und dadurch unter Druck set­zen. Stattdessen kön­nen sie mit Spaß und im eige­nen Tempo wich­ti­ge Schritte im Aufbau der Abgabe ken­nen­ler­nen und üben. Das Abgabetraining sys­te­ma­tisch auf­zu­bau­en, hat außer­dem noch wei­te­re Vorteile: Du musst mit dem Training nicht dar­auf war­ten, dass die Abgabe sicher sitzt, son­dern kannst immer mit dem arbei­ten, was dein Hund schon kann. So baut ihr euch kei­nen Druck auf, dass alles sofort per­fekt klap­pen muss, und habt wie­der Spaß am Training. Wenn du wis­sen willst, war­um ich nie­mals das Signal „Bleib“ sage, aber mei­ne Hunde den­noch minu­ten­lang war­ten kön­nen, sei gespannt auf den nächs­ten Artikel. Bis bald!

Hier ist die pas­sen­de Podcastfolge zum Thema: Abgabe in die Hand.

Die Autorin

Susanne Reinke ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Gründerin der Online-Hundeschule ‚Jagdfieber‘, die sich auf Dummytraining und Fußarbeit spe­zia­li­siert hat. 2014 grün­de­ten sie ‚Jagdfieber‘ in Lüneburg, bevor sie 2018 mit ihrer Familie und ihren zwei Tollern nach Kanada aus­wan­der­te und das Konzept von da an erfolg­reich digi­ta­li­sier­te. Heute beglei­ten sie und ihr Team Hundebesitzer im gesam­ten DACH-Raum mit einem ein­zig­ar­tig struk­tu­rier­ten Trainingsansatz – pra­xis­nah, indi­vi­du­ell und all­tags­ori­en­tiert. Ihr Motto: „Jeder kann Dummytraining.“

Tipp: Weitere Beiträge von Susanne Reinke

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