Wasserarbeit und Schwimmen von Susanne Reinke

Wasserarbeit mit dem HundIn den ver­gan­ge­nen Beiträgen hast du ent­deckt, war­um Fußarbeit und Leinenführigkeit wich­ti­ge Aspekte sind, um har­mo­nisch mit dei­nem Hund zu leben. Ein wich­ti­ger Faktor dabei ist Vertrauen – dein Hund muss dir ver­trau­en und du ihm. Dieses Vertrauen spielt auch in die­sem Artikel eine ent­schei­den­de Rolle: Wir gehen ins Wasser, und glaub mir, dafür benö­tigt dein Hund doch noch ein­mal eine Extraportion Vertrauen, damit er sich sorg­los in das küh­le Nass begibt.

Wasserarbeit und Schwimmen mit dei­nem Hund sind ein unglaub­lich tol­les Erlebnis, kön­nen aber auch schnell gefähr­lich wer­den. Damit du es bes­ser ein­ord­nen kannst, möch­te ich dir zuerst erklä­ren, was es zu ver­mei­den gilt, bevor wir uns dann gemein­sam anschau­en, wie du die Wasserarbeit rich­tig angehst.

Die fünf gro­ßen „Don’ts“ der Wasserarbeit

  1. Beginne nicht zu früh mit der Wasserarbeit, son­dern erst, wenn dein Hund min­des­tens sechs Monate alt ist. Alles ande­re ist zu früh und über­for­dert ihn.
  2. Wirf kein Spielzeug, wenn dein Hund bis jetzt nicht schwim­men kann. Natürlich möch­te er dem Spielzeug hin­ter­her und denkt gar nicht nach, son­dern springt ein­fach rein, und dann hast du viel­leicht schon das ers­te „Ich ver­lie­re den Boden unter den Füßen“-Trauma im Hund.
  3. Lass dei­nen Hund das Wasser am Anfang neu­tral erle­ben. Das bedeu­tet, dass du es weder beson­ders betonst noch mei­dest – es ist ein­fach da, und ihr könnt das gemein­sam erleben.
  4. Es ist beson­ders wich­tig, dass du weder in für Hunde gesperr­ten noch in gefähr­li­chen Gewässern trai­nierst. Blaualgen oder Ölfilm kön­nen schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che Folgen haben und im schlimms­ten Fall kann der Kontakt damit sogar töd­lich aus­ge­hen. Achte also dar­auf, dass das Wasser für dich und dei­nen Hund sicher ist.
  5. Wasserarbeit mit dem HundMissbrauche auf gar kei­nen Fall das Vertrauen dei­nes Hundes! Leg ihn nicht rein, indem du ihn mit ande­ren Hunden, Spielzeug oder Futter ins tie­fe Wasser lockst. Das rui­niert dir nicht nur die Wasserarbeit, son­dern zer­stört das Vertrauen dei­nes Hundes in dich, sodass du auch im Alltag bei ganz nor­ma­len Situationen Probleme bekommst, weil er sich bei dir nicht mehr sicher fühlt.

So – jetzt weißt du schon mal, wie man es nicht macht. Lass uns nun gemein­sam schau­en, was du machen musst, damit du und dein Hund Spaß am Wasser haben könnt und dabei sicher seid.

Die fünf „Dos“ der Wasserarbeit

  1. Bitte trai­nie­re nur mit dei­nem Hund am Wasser, wenn die Konditionen das auch her­ge­ben. Das heißt, dass das Wetter und die Temperatur für dei­nen Hund ange­nehm sein soll­ten. Meide stür­mi­sches Wetter und zu hohe oder zu nied­ri­ge Temperaturen.
  2. Gehe mit dei­nem Hund an Gewässern wie Seen, Flüssen, Teichen und Kanälen spa­zie­ren, damit er sich ans Wasser gewöhnt und die­ses als neu­tral erlebt. Wenn er zu sehr auf­dreht, ent­fer­ne dich wei­ter vom Wasser, wenn er es mei­det, lau­fe näher am Ufer entlang.
  3. Übe nur mit dei­nem Hund am Wasser, wenn die Umgebung ruhig ist und ihr nicht durch ande­re Hunde oder Menschen gestört wer­det. Das Wasser ist bereits auf­re­gend und neu genug, dein Hund (und du) braucht nicht noch mehr Ablenkung.
  4. Achte dar­auf, dass das Gewässer einen fla­chen Einstieg hat, sodass dein Hund leicht ein- und aus­stei­gen kann. Außerdem ist es emp­feh­lens­wert, Wasser mit Wellen zu mei­den. Dein Hund wäre wahr­schein­lich sehr erstaunt und nicht beson­ders begeis­tert, wenn ihm auf ein­mal eine Welle ins Gesicht klatscht.
  5. Sorge als Erstes dafür, dass dein Hund sicher schwimmt. Geh dazu mit ins Wasser oder zieh Gummistiefel oder eine Wathose an. Werfe nichts, bevor dein Hund sich nicht selbst ent­schie­den hat, los­zu­schwim­men. Erst, wenn du dei­nen Hund über­all mit dem Kommando „Geh schwim­men“ ins Wasser schi­cken kannst und er dann ohne Reiz auf dem Wasser los schwimmt, kannst du mit der Dummyarbeit im Wasser begin­nen. Ohne Reiz los­schwim­men bedeu­tet, dass er nicht etwa einem gewor­fe­nen Ball hin­ter­her­rennt und des­halb ins Wasser geht, son­dern dass er ein­fach auf dein Kommando „geh schwim­men“ ins Wasser geht. Wenn du nun mit der Dummyarbeit im Wasser beginnst, gilt das Gleiche wie bei der Fußarbeit: Trainiere Schritt-für-Schritt mit System, sodass dein Hund vol­ler Selbstbewusstsein ein­fach schwim­men geht und den Dummy ohne zu zögern holt und bringt.

Wasserarbeit mit dem HundSo, damit bist du schon pri­ma auf­ge­stellt, für die ers­ten Wasserabenteuer mit dei­nem Hund. Falls du noch mehr Hilfe und Anleitung möch­test, damit dein Hund in jedem Gewässer sicher und sofort anfängt zu schwim­men, kann ich dir unse­re pas­sen­den Podcastfolgen zur Wasserarbeit emp­feh­len. Alternativ wäre unser Online-Wasserkurs viel­leicht auch etwas für dich. Indem du lernst, wie dein Hund direkt und gera­de ins Wasser geht (also ohne aus­zu­wei­chen) und wie er den Dummy nach dem Schwimmen abgibt, ohne sich erst ein­mal aus­gie­big aus­zu­schüt­teln und dich mit einem Tropfenregen zu beglücken.

Falls Wasserarbeit gar nicht deins ist: kein Problem! Im nächs­ten Beitrag zei­ge ich dir eine ande­re span­nen­de Art und Weise, dei­nen Hund art­ge­recht aus­zu­las­ten. Bis bald!

Hier fin­dest du die pas­sen­den Podcastfolgen zum Thema Wasserarbeit und Dummytraining am Wasser:

Die Autorin

Susanne Reinke ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Gründerin der Online-Hundeschule ‚Jagdfieber‘, die sich auf Dummytraining und Fußarbeit spe­zia­li­siert hat. 2014 grün­de­ten sie ‚Jagdfieber‘ in Lüneburg, bevor sie 2018 mit ihrer Familie und ihren zwei Tollern nach Kanada aus­wan­der­te und das Konzept von da an erfolg­reich digi­ta­li­sier­te. Heute beglei­ten sie und ihr Team Hundebesitzer im gesam­ten DACH-Raum mit einem ein­zig­ar­tig struk­tu­rier­ten Trainingsansatz – pra­xis­nah, indi­vi­du­ell und all­tags­ori­en­tiert. Ihr Motto: „Jede kann Dummytraining.“

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