18. Januar 2019

Hunde jagen invasive Käfer

Zoe ist darauf trainiert, verschiedene Arten von Schädlingen aufzuspüren und zu melden (Foto: Neozoen Detection Dogs)Bremen. Insekten aus Asien richten in europäischen Wäldern erhebliche Schäden an. Die Behörden setzen jetzt auf Spürhunde, um die asiatischen Käfer zu finden und auszurotten.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein besonders aggressives Exemplar. Er hat lange, schwarz-weiß gestreifte Fühler und wird vier Zentimeter groß. Jedes Weibchen legt bis zu 70 Eier, deren Larven sich in Bäume bohren und sie mit immer breiter werdenden Gängen aushöhlen. In China hat der Asiatische Laubholzbockkäfer bereits Millionen von Bäumen vernichtet – und er ist nur einer von mehreren invasiven Käfern, die nach Europa eingeschleppt wurden und die heimische Flora gefährden.

In Deutschland, Frankreich und Italien haben Hundeführer mit Spürhunden den Kampf gegen die Schädlinge aufgenommen. Carmelo Colletti aus dem schwäbischen Lörrach hat „Zoe“ und „Coffee“, eine Belgische Schäferhündin und einen Chesapeake Bay Retriever, darauf trainiert, zwei Arten invasiver Käfer zu erschnuppern. Die befallenen Bäume müssen im weiten Umkreis gefällt werden, um die Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern.

„Wichtig ist eine gute Grundkonditionierung“, erklärt Colletti. „Die Hunde müssen Invasoren zuverlässig von einheimischen Käfern unterscheiden können.“ Im Training versieht er verschiedene Behältnisse mit allen relevanten Baum- und Pflanzenarten sowie mit verschiedenen Käfer-Geruchsspuren. Zeigt ein Hund durch Bellen oder Hinsetzen den Duft eines Invasors an, belohnt ihn der Hundeführer mit seinem Lieblingsspielzeug.

Weil es sich bei den Insekten um Organismen handelt, die nur in Quarantäne in Fachlaboren gehalten werden, musste Colletti eigens beim österreichischen Bundesforschungszentrum für Wald einen Kurs absolvieren, um seine Hunde mit den Schädlingen vertraut zu machen. Inzwischen können Forscher der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg die Geruchsspuren des Asiatischen Laubholzbockkäfers sogar chemisch herstellen. „Coffee“ und „Zoe“ erschnüffeln die künstlich hergestellten Proben ebenso zuverlässig wie die natürliche Spur.

Quelle: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft

Veröffentlicht in: Aktuell