12. Juni 2018

Krankheiten beim Hund

Gegen diese Krankheiten können Hunde mit der Impfung geschützt werden.

Parvovirose
Die Parvovirose des Hundes ist in Deutschland seit 1980 verbreitet. Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die beim Hund – wie auch bei anderen Tierarten – durch ein arteigenes Parvovirus ausgelöst wird. Betroffen sind hauptsächlich Welpen, aber auch Junghunde.

Der Krankheitserreger ist in der Umwelt viele Monate lebensfähig. Er kann durch Desinfektion nur schwer abgetötet werden. Dadurch kommt außer der direkten Krankheitsübertragung von Hund zu Hund der indirekten Ansteckung, zum Beispiel über Schuhe, eine große Bedeutung zu.

Das Virus wird über den Fang aufgenommen und verbreitet sich im ganzen Körper (Allgemeininfektion). Im Vordergrund stehen Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall, wobei der Stuhl meist übel riecht, häufig von grauer Farbe ist und auch blutig sein kann. Mit dem Durchfall wird der Erreger massenhaft ausgeschieden. Durch neu aufgetretene Varianten des Parvovirus kann es zu besonders schweren Krankheitsverläufen kommen. Die Hunde verenden dabei innerhalb von Stunden. Tiere, die den fünften Krankheitstag überstehen, leiden auf Grund einer Schädigung des Herzmuskels durch das Virus möglicherweise an Herzmuskelentzündungen mit Spätfolgen.

Leptospirose
Für diese Krankheit sind Leptospiren verantwortlich, die zu den Bakterien gehören. Diese bakterielle Infektionskrankheit ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, nämlich als Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit.

Die Ansteckung erfolgt durch Hunde, Mäuse und Ratten sowie durch verunreinigte Gewässer (Teiche, Gräben, Tümpel). Zu Beginn der Erkrankung werden Müdigkeit und oft ein Schwächezustand in den Hinterbeinen beobachtet, der das Springen und Treppensteigen mühsam macht. Nach diesen anfänglichen Erscheinungen zeigen sich Nierenentzündungen, Erbrechen und Durchfall sowie andere Merkmale. Die Leptospirose löst auch Gelbsucht aus, die immer einen schweren Verlauf nimmt.

Verschiedene Arten von Leptospiren sind auf den Menschen übertragbar. Daher ist eine Impfung gegen Leptospirose unbedingt angeraten. Sie gehört nach den Deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis (Leitlinien zur Impfung von Kleintieren, Ständige Impfkommission Veterinärmedizin, StIKo Vet, 4. Auflage 2017) ebenso wie die Impfung gegen die Parvovirose zu den wichtigsten Impfungen.

Staupe
Die Staupe wird durch ein Virus verursacht. Die Inkubationszeit – das ist die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Krankheitserscheinungen – dauert etwa drei bis sieben Tage.

Die Ansteckung erfolgt direkt von Hund zu Hund oder auch mittelbar durch Menschen (Kleidung/Schuhe), weil das Virus in der Außenwelt einige Zeit lebensfähig bleibt. Gefährdet sind ungeimpfte Hunde jeden Alters, besonders jedoch Jungtiere. Der Hund wird zunächst appetitlos, wirkt angeschlagen und hat Fieber. Abhängig von den vorherrschenden Krankheitsanzeichen unterscheidet man verschiedene Verlaufsformen der Staupe, das sind die Darmstaupe, die Lungenstaupe und die Nervenstaupe.

Die Darmstaupe führt zu einer Darmentzündung mit Durchfall und Erbrechen.

Die Lungenstaupe beginnt mit Augen- und Nasenausfluss. Vom Nasen-Rachen-Raum (Mandelentzündung!) breitet sich die Entzündung über die Bronchien auf die Lunge aus. Husten und Atembeschwerden sind die Folge. Oft pfropft sich eine Infektion mit Bakterien auf die geschädigte Schleimhaut auf und verschlimmert den Krankheitsverlauf.

Bei der gefürchteten Nervenstaupe, der häufigsten Form der Staupe, treten krampfartige Zuckungen (so genannter Staupe-Tick), Bewegungsstörungen und Lähmungen auf, die überaus schwierig zu behandeln sind und häufig dazu führen, dass der Hund eingeschläfert werden muss. Der einzige sichere Schutz vor der Erkrankung ist die vorbeugende Schutzimpfung. Die Impfung gegen Staupe gehört daher ebenfalls zu den wichtigsten Impfungen (Core-Impfungen), die jeder Hund unbedingt erhalten sollte.

Hepatitis
Auch diese Infektionskrankheit des Hundes wird durch ein Virus hervorgerufen, das ähnlich wie bei der Staupe übertragen wird. Die ansteckende Leberentzündung heißt mit dem Fachausdruck Hepatitis contagiosa canis, abgekürzt H.c.c.

Ihre Erscheinungen sind denen der Staupe recht ähnlich. Die Hunde haben Fieber, keinen Appetit und sind schmerzempfindlich im Bauchraum. Es zeigen sich auch Durchfall, Entzündungen im Rachen, Störungen des zentralen Nervensystems. Als spätere Folge der Infektion können Trübungen der Hornhaut auftreten, die zu vermindertem Sehvermögen führen. Der Hund kann sogar erblinden. Auch diese Infektionskrankheit endet häufig tödlich, deshalb ist die Impfung dringend zu empfehlen.

Tollwut
Die Tollwut ist eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die auch für den Menschen gefährlich ist. Sie ist deshalb anzeigepflichtig. Infizierte, ungeimpfte Tiere müssen lt. Tollwutverordnung getötet werden. In Deutschland geht die Infektionskette vom Fuchs aus, der die Tollwut auf seine Artgenossen, andere Wildtiere, Haustiere und den Menschen überträgt. Infizierte Haustiere sind wiederum eine besonders gefährliche Ansteckungsquelle für Kontaktpersonen. Die Ansteckung erfolgt durch Biss eines tollwütigen Tieres. Dabei dringt virushaltiger Speichel in die Bisswunde ein. Eine Ansteckung mit infektiösem Speichel ist auch über andere, kleinste Verletzungen und sogar Schleimhäute (Auge, Mund) möglich. Nach der Ansteckung siedelt sich das Virus über das Nervengewebe im Gehirn an und verursacht dann die Tollwut-eigenen Erscheinungen wie Verhaltensstörungen, Unruhe, Scheu, Schreckhaftigkeit, Speichelfluss. Es kann zu Angriffen selbst auf vertraute Personen kommen. Der Tod tritt unter zunehmender Lähmung meist nach wenigen Tagen ein. Auch wenn die Tollwut beim Fuchs in Deutschland derzeit als getilgt gilt, bleibt die Tollwutimpfung unverzichtbar. Immer wieder kommt es nämlich vor, dass aus dem Ausland mitgebrachte Tiere, die nicht ordnungsgemäß geimpft sind, das Tollwut-Virus in sich tragen und deshalb eine Infektionsgefahr darstellen.

Besonderer Hinweis
Eine gültige Tollwutimpfung ist auch Voraussetzung für die Mitnahme von Hunden ins Ausland. Für die einzelnen Länder gelten Einreisebestimmungen (in der EU weitgehend einheitlich), über die Sie sich bei einer geplanten Reise rechtzeitig informieren sollten: Einige Länder fordern den Nachweis des Tollwutimpfschutzes anhand einer Blutprobe mit mehrmonatigen Vorlaufzeiten.

Zwingerhusten
Beim Zwingerhusten handelt es sich um eine Infektionskrankheit der Atemwege. Ursächlich sind eine Reihe von Viren und Bakterien beteiligt. Meist liegen Mischinfektionen vor. Sie lösen teils für sich allein, teils im Zusammenwirken die Erkrankung aus. Als Folge der Entzündung von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien tritt bellender Husten auf. Durch engen Kontakt in Zwingern, aber auch auf Hundeplätzen und in Tierpensionen, wird die Erregerübertragung begünstigt. Neben der Haltungsform gelten auch die Haltungsbedingungen wie Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit oder mangelnde Hygiene als Krankheitsursache. Aber auch individueller Stress (lange Transporte, Besitzerwechsel, starker Wurmbefall) schwächt das Immunsystem der Tiere und begünstigt so eine Infektion. Die Schutzimpfung gegen Zwingerhusten kann nur die wichtigsten der vielen in Frage kommenden Erreger abdecken, zum Beispiel Parainfluenzaviren und Bordetellen. Dennoch leistet sie – regelmäßig durchgeführt – einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des ansteckenden Hustens und ist insbesondere für Hunde zu empfehlen, die häufig Kontakt zu anderen Artgenossen haben.

Weitere Impfungen
Neben den erläuterten Impfungen können abhängig vom individuellen Gefährdungsrisiko des Tieres weitere Impfungen sinnvoll sein, beispielsweise gegen Borreliose, Leishmaniose, canines Herpesvirus oder Pilzerkrankungen.

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)

Veröffentlicht in: Gesundheit