27. Februar 2018

Neurodermitis beim Hund

Neue biologische Therapie hilft natürlich gegen atopische Dermatitis

Berlin. Juckreiz ist bekanntermaßen einer der häufigsten Gründe, warum ein Hund zum Tierarzt muss. Neben einer Futter- und Umweltallergie oder Parasiten, steht die atopische Dermatitis (auch bekannt als Neurodermitis) ganz oben auf der Liste der möglichen Ursachen. Auslöser der Erkrankung sind eigentlich völlig harmlose Substanzen, die dem Hund täglich unausweichlich begegnen, wie zum Beispiel Pollen, Staub oder Milben. Das Immunsystem reagiert hierauf aber mit einer übersteigerten Abwehrreaktion. Hauptursache kann eine genetische Veranlagung sein.

Mit dem Symptom Juckreiz beginnt der Teufelskreis

Neurodermitis: Mit dem Symptom Juckreiz beginnt der TeufelskreisDie Haut reagiert auf die Substanzen mit geröteten, ekzemartigen und vor allem stark juckenden Spots auf der Haut und der Hund fängt an, sich unaufhörlich zu kratzen. Dabei kann sich die Haut entzünden und das Fell an den betroffenen Stellen ausbleiben, wenn es ausgekratzt wird. Der Juckreiz quält den Hund nicht nur, er verändert auch auf gewisse Art sein Wesen, was sich durch Gereiztheit und Unruhe äußert. Außerdem geht mit der Lebensqualität oft der Spieltrieb verloren. Auch die Hundebesitzer leiden mit: Nächtliche Kratzgeräusche, belecken und knabbern lässt alle Beteiligten nicht zur Ruhe kommen.

Neue Therapie wirkt natürlich und ist gut verträglich

Gegen den Juckreiz bei atopischer Dermatitis gibt es jetzt eine neue biologische Therapie in Form einer Monatsspritze. Das Mittel ist gut verträglich und mit einer Vielzahl häufig angewandter Medikamente kombinierbar. Es handelt sich hierbei um die ersten sogenannten „monoklonalen Antikörper“ in der Tiermedizin in Europa: Sie sind auf den Körper des Hundes abgestimmt, richten sich gezielt gegen den zentralen Botenstoff Interleukin 31 (IL-31), der den Juckreiz auslöst, und neutralisieren diesen, ohne andere Funktionen des Immunsystems zu beeinflussen. Darüber hinaus werden die monoklonalen Antikörper so vom Körper verstoffwechselt, dass sie weder Leber noch Nieren belasten, wie es bei anderen Medikamenten der Fall ist. Der Juckreiz bessert sich innerhalb von einem Tag, die Wirkung hält einen Monat vor, so dass die wunden Hautstellen, entstanden durch den Juckreiz, abheilen können.

Mehr Informationen unter: www.initiative-gegen-jucken.de.

Veröffentlicht in: Gesundheit